Fragen und Antworten zur Multifunktionsarena

Häufig gestellte Fragen

Warum braucht die Stadt eine Multifunktionsarena?

Der Zustand des Steigerwaldstadions genügt schon lange nicht mehr den heutigen Anforderungen. Einige Bereiche sind mehr als 40 Jahre alt, entsprechend marode präsentieren sich Teile des Stadion. Eine wirtschaftliche Betreibung ist aufgrund des Sanierungsstaus von mehr als sechs Millionen Euro nicht möglich. Die jetzigen Pläne für eine umfassende Modernisierung sind die Chance, das Stadion zu einer attraktiven Sport- und Veranstaltungsarena umzugestalten, von der die gesamte Region profitiert. Mit Konzerten, Kongressen, Fußballspielen und anderen sportlichen Meisterschaften auf nationaler und europäischer Ebene ist eine Auslastung an bis zu 120 Tagen im Jahr angestrebt. Damit wird die neue Arena zu einem immensen Wirtschaftsfaktor für Erfurt und die Region.

Wie wird das Projekt finanziert?

 Das Land fördert den Bau mit Mitteln der GRW-Infrastrukturförderung (GRW = Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur) mit insgesamt 33,3 Mio. Euro, der Eigenanteil der Stadt Erfurt beläuft sich auf 5,8 Mio. Euro.

Wann wird mit dem Bau begonnen?

Der offizielle Baubeginn erfolgte am 5. Januar 2015, als symbolisch der Abriss des Marathontors eingeleitet wurde. Bis Ende Februar 2015 soll die Baufeldfreimachung und die Einrichtung der Großbaustelle abgeschlossen sein. Dazu werden als erstes Garagen und der Betriebshof im Bereich des Werferplatzes zurückgebaut. An dieser Stelle wird eine Brecheranlage aufgebaut, in der das Abrissmaterial aufbereitet wird. Dieses Recyclingmaterial wird anschließend wieder zum Bau verwendet.

Wie wird die Arena nach dem Umbau aussehen?

Der Entwurf von Architekt Antonino Vultaggio besteht aus drei neuen Tribünen auf Nord-, Süd- und Ostseite. Die besondere Ausstrahlung erhält die Arena durch das Stadiondach und das Hauptgebäude auf der Ostseite.

Die Westtribüne bleibt erhalten und verschmilzt mit den neuen Tribünen zu einer Einheit. „Das kommt der Atmosphäre im Stadion zugute: Durch die rundum geschlossenen Tribünen entsteht die sogenannte Kesselwirkung“, erläutert der Architekt seinen Entwurf. Von der Kesselwirkung werden nicht nur Fußballfans profitieren, auch die Besucher von Leichtathletikveranstaltungen werden die Atmosphäre im Stadion zu schätzen wissen.

In der Osttribüne mit dem Hauptgebäude sind alle wesentlichen Funktionen von den Umkleiden bis zu den Presse- und Businessbereichen, den Büros des Betreibers, dem Cateringbereich und den Räumen für die Ver- und Entsorgung untergebracht. Die Erschließung des neuen Hauptgebäudes erfolgt außerhalb der Arena-Einfriedung über die Mozartallee und stellt damit eine autarke Nutzung der Tagungsräume und des multifunktionalen Veranstaltungsbereichs sicher.
 

Warum soll eine Generalbeauftragung, d.h. Planung und Ausführung in einer Hand, für das Objekt vorgenommen werden?

Seit 1990 sind 95% aller Veranstaltungsstätten in Deutschland in dem für Erfurt vorgesehen Weg umgesetzt worden. Die VOB lässt diesen Weg zu, da es sich hierbei um eine Spezialimmobilie handelt, die nachweislich über den hier geplanten Weg deutlich preiswerter als herkömmlich mit voraus laufender Planung realisiert werden kann.

Mit dieser Verfahrensweise kann abgesichert werden, dass der Auftragnehmer von Anfang an bei der Planung von technischen Details und architektonischer Gestaltung auch die bauliche Umsetzung im Blick haben muss und dieser bei baulichen Mängeln direkt zur Verantwortung gezogen werden kann. Dieser Generalauftragnehmer muss sich in der Abgabe seines Angebotes weitreichenden Qualitätskriterien stellen und soll Referenzen für die erfolgreiche Planung und den Bau ähnlicher Objekte aufweisen.

Der Verfahrensweg ist mit dem Fördermittelgeber, dem Land Thüringen, abgestimmt und von ihm gutgeheißen worden.

Wie sollen Bauüberwachung und die Bauleitung seitens des Bauherrn organisiert und realisiert werden?

Es wird ein umfassendes Projektmanagement und Projektcontrolling geben, d.h. der Bau wird durch entsprechendes Fachpersonal aus der Verwaltung und durch einen externen Projektsteuerer überwacht.

Wer betreibt die Multifunktionsarena?

Das Modell der Stadtverwaltung zur Betreibung der Arena sieht die Gründung der "Arena Erfurt GmbH" durch die beiden Gesellschafter Stadtwerke Erfurt GmbH und Messe Erfurt GmbH vor. Die SWE GmbH, ein städtisches Unternehmen, wird sich nach den gegenwärtigen Plänen als Mehrheitsgesellschafterin zu 51 Prozent beteiligen, die übrigen Gesellschaftsanteile von 49 Prozent wird die Messe GmbH halten.

Die Stadt Erfurt bleibt weiterhin Eigentümer der Arena und wird diese an die Betreibergesellschaft verpachten. Basis dafür ist die Gründung eines städtischen Eigenbetriebes, der sich um die Verpachtung, die Bedienung der Kredite und die Abschreibungen auf das Objekt kümmert. Eigenes Personal ist im neuen Eigenbetrieb nicht vorgesehen.

Das Betreiberkonzept wurde am 4. März 2015 vom Erfurter Stadtrat bestätigt.

Wer kommt für auftretende Verluste während der Bauphase und nach der Inbetriebnahme auf?

In den Jahren 2015 und 2016 wird mit einem Gesamtverlust für diese beiden Jahre von 530.000 Euro geplant. Diesen trägt die Stadt Erfurt. Nach der vollständigen Inbetriebnahme wird von einem kostendeckenden, leicht gewinnbringendem Betrieb ausgegangen.  Dabei sind bereits Werterhaltungsmaßnahmen finanziert.

300 Bäume mussten gefällt werden. Wo und wann wird dies kompensiert?

Von den ursprünglich 314 beantragten Baumfällungen wurden 42 Genehmigungen nicht erteilt, so dass 272 Fällungen genehmigt wurden. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurden 390 Ersatzpflanzungen beauflagt, die bis zur Fertigstellung überwiegend auf dem Arenagelände erfolgen müssen.

Die 390 Ersatzpflanzungen verteilen sich entsprechend Bescheid auf sechs Standorte:

  • Arnstädter Straße 55 – Steigerwaldstadion 336
  • Mozartallee – Werferplatz 10
  • Mozartallee – Funkmast 7
  • Mozartallee – Rollschuhbahn 9
  • J.-Sebastian-Bach-Straße 4 – alte Schalenhalle 27
  • W.-Seelenbinder-Straße – Parkplatz nördlich Thüringenhalle 1

Wann werden die Ersatzpflanzungen erfolgen?

Die Ersatzpflanzungen werden nach Fertigstellung der baulichen Anlagen für die Multifunktionsarena, also nicht vor Herbst 2016 gepflanzt, ggf. bei Fertigstellung geschlossener Abschnitte auch früher.

Kommt es zu Baumfällungen im Südpark?

Nein, es erfolgt keinerlei Eingriff in den Südpark. Alle zu fällenden Bäume standen auf dem Stadiongelände. Hier werden 3 neue Tribünen und das Multifunktionsgebäude errichtet.

Inwiefern wird die Mozartallee beeinträchtigt sein?

Die Mozartallee ist über den gesamten Bauverlauf als Baustraße und Einbahnstraße vorgesehen. Temporär kann es durch die Baumaßnahme zu Einschränkungen in der Nutzung kommen. Der Bauträger ist bestrebt, die Einschränkungen für Fußgänger und Radfahrer zu minimieren.

Die Mozartallee wird nach Fertigstellung der Baumaßnahme die gleiche Nutzung haben wie heute auch, d.h. keine öffentlich gewidmete Straße im Stadionbereich sein. Sie dient lediglich der Belieferung und Andienung zur Multifunktionsarena.

Wie hoch ist die genehmigte Grundflächenzahl (GRZ) und wo können Bürger überprüfbare Dokumente dazu einsehen?

Die im genehmigten Bebauungsplan LOV 635 festgesetzte Grundflächenzahl (GRZ) für das SO1 "Multifunktionsarena" beträgt 0,8. Die Unterlagen zum Bebauungsplan können im Bauinformationsbüro der Stadtverwaltung Erfurt, Löberstraße 34, Erdgeschoss, innerhalb der Öffnungszeiten eingesehen werden.

Welche Standortalternativen wurden geprüft?

Eine sinnvolle Standortalternative für die Multifunktionsarena besteht nicht. Die bestehende Anlage ist in die Stadt und den Sportpark Süd integriert. Es bestehen Synergien mit den umliegenden Sportstätten und Stellplatz-anlagen. Bei Nichtdurchführung der Planung ist davon auszugehen, dass in nächster Zukunft die Konfliktsituationen im Umfeld des Steigerwaldstadions nicht gelöst werden. Die Vorbelastungen im Bestand bestehen weiter.

Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der vorliegenden Umweltgutachten (Schallgutachten, Verkehrskonzept, Artenschutzfachbeitrag, Gehölzkartierung) und weiterer, vorsorglicher Maßnahmen im Bebauungsplan können die meisten vorhabenbedingten Umweltwirkungen minimiert werden, so dass erhebliche Umweltwirkungen auszuschließen sind.

Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die Ökobilanz des Bauvorhabens zu verbessern?

Zur Energieeinsparung und Optimierung der Energiebilanz sind folgende Maßnahmen geplant: Das Bauvorhaben unterliegt den Maßgaben den ENEV 2014, es erfolgt eine Regenwassernutzung, Nutzung der Fernwärme (Kraft-Wärme-Kopplung), Nutzung Abwärme Eishalle, Vorhaltungen für PV-Anlage, Spitzenlastmanagement, Einsatz mobiler Netzersatzanlagen.

Es ist angestrebt, für die Betreibung die Zertifizierung Green Globe - ein weltweit anerkanntes Nachhaltigkeitszeichen der Tourismuswirtschaft - zu erhalten. Hier wird umfassend die Leistung im Bereich der Nachhaltigkeit, basierend auf den drei Säulen Umweltfreundlichkeit, sozialer Verantwortung und wirtschaftlicher Rentabilität bewertet.