Podcast: Die Landmarkt Erfurt eG im Stadtgespräch

20.07.2017 07:38

Vor nunmehr viereinhalb Jahren entstand, ausgehend von einer Gruppe von zehn interessierten Erfurtern und Erfurterinnen die Landmarkt Erfurt Genossenschaft.

Podcast vom 13.07.2017

Frau im Studio
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / J. Ahlke

Die Landmark Erfurt eG verfolgt das Ziel, als zukunftsfähig wirtschaftende Gemeinschaft die regionale Wirtschaft in Thüringen zu fördern. Als Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft soll so eine Brücke zwischen Erzeuger und Verbrauchern gebaut werden. Auf diese Weise wollen sie dazu beitragen, den Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Umfeld zu hinterlassen. Durch den Zusammenschluss von Erzeugern und Verbrauchern werden regionale, umwelt- und sozialgerecht erzeugte Produkte direkt vermarktet. Damit soll auch der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft und das wachsende Bewusstsein der Menschen für eine nachhaltige Lebensweise unterstützt werden. Das gemeinsame Ziel ist, dass sich immer mehr Menschen mit gesunden Lebensmitteln ernähren können. Indem die Genossenschaft die ökologische Landwirtschaft unterstützt, betreibt sie aktiven Umweltschutz. Auf knapp 100 Mitglieder ist die Genossenschaft gewachsen.

Im Oktober 2013 war es soweit der Landmarkt  Kiosk in der Magdeburger Allee öffnete die Tür, mit regionalen, ökologischen Erzeugnissen, mit und ohne Bio-Siegel. Ein richtiger Landmarkt, ohne den Zusatz Kiosk, wollen wir erst noch werden“, so die Genossenschaftlerin Anett Kulka-Panek damals. Dies ist nun im Frühsommer 2017 einige Häuser weiter gegenüber den Stadtwerken mit dem Landmarkt Bioladen und Café -Bistro auf 120 Quadratmetern gelungen. 40 m² davon sind für das Café-Bistro mit 15 Plätzen reserviert.

Leider sind viele Produkte sind in Bio-Qualität aus Thüringen nicht erhältlich, bedauert Anett Kulka-Panek. So gibt es aktuell z. B. keine Biomilch aus Thüringen. Über den  Bio-Großhandel werden viele Produkte die nicht aus der engeren Erfurter Region kommen bezogen. Auch biofaire Produkte sind im Angebot, z. B. Kaffee und Süßwaren werden gut nachgefragt..

Als weiteres  Standbein wurde ein Cateringangebot aufgebaut. Dies wird z. B. von Stiftungen und Parteien, Vereinen und Verbänden genutzt, die bei ihrer Gästeversorgung die grüne Einstellung nicht über Bord werfen wollen, sondern auch praktizieren wollen. Mit der „Bio-Tonne“ einem Verkaufswagen ist die Landmarkt eG mit Cateringangeboten z. B. auf den Bürgerfesten Stadt im Wandel oder den fairen und nachhaltigen Adventsmärkten präsent.

Dazu trat dann noch das Angebot einer Biokiste, freitags wird z. B. eine als ein Angebot von regionalen Bio-Erzeugern mit eine einer frischen Vielfalt von Regionalem und Saisonalem Obst und Gemüse, Brot, Eiern und vieles mehr ausgeliefert. Dies kann online bestellt werden. Gemüse- oder Obstkisten oder Querbeet aus Deutschland und Europa sind weitere Wahlmöglichkeiten.

Auch das Mitgliedermodell 10 für 10 +1, ein wichtiger Gründungsimpuls, konnte mittlerweile etabliert werden. Genossenschaftsmitglieder erhalten für 10 Euro im Monat 10 % Rabatt und eine Tagessuppe. An diesem Angebot beteiligen sich zurzeit etwa 50 Mitglieder. Genossenschaftsmitglied kann man ab 50 Euro für einen Genossenschaftsanteil werden.

Mit mittlerweile 14 Personen, 13 Frauen ein Mann, viele davon in Teilzeit, werden die vielen Aufgaben im Landmarkt umgesetzt. Darunter auch zwei Afghaninnen. Ein Ergebnis ist, dass es nicht nur generell gut schmeckt, sondern mittlerweile immer donnerstags afghanisch gekocht wird.

Eine schöne Kombination von Vermarktung und Verarbeitung. Der Landmarkt und das Team sind gut im Viertel und bei den Nachbarn angekommen. Magdeburger Alleefest oder Erntedankfest und Ökomarkt an der Lutherkirche (den 1. Oktober schon mal vormerken) tragen hierzu auch bei. Genauso wie Information und Bildung. Hier organisiert eine Gruppe ehrenamtlich die Tour de bio. Mit dem Fahrrad werden als gemeinsamer Ausflug Touren zu Erzeugern organisiert. Ziel ist, zu erfahren wie und wo ökologischer Landbau in Thüringen funktioniert!

Zu einigen Veranstaltungen und auch bei der Produkt-Bestellung kooperiert der Landmarkt mit anderen kleinen Anbietern der sich langsam in Erfurt etablierenden „Szene“. Anders als noch vor einigen Jahren scheint nun auch in Erfurt die Zeit reif  für mehr bio-regional fair an Lebensmittel, über Kleidung hinzu Cafés zu sein. Insgesamt wird Nachhaltigkeit anfassbarer, erlebbarer, so Anett Kulka, die auch Interesse daran hat  z. B. bei Verpackung und Mobilität nachhaltig mitzuwirken, z. B. bei Mehrwegsystemen bei Coffee to go um hier den Einwegmüllbergen etwas entgegenzusetzen.

Im Gespräch wurde deutlich, dass mit den vier Geschäftsfeldern und der integrierten Herangehensweise, bis hin zur Tour de bio oder beim Fest der Krummen Gurke auch zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, viele der 17 Nachhaltigkeitsziele direkt angesprochen werden. Der Landmarkt aktiv vor Ort Beiträge zu Ihrer Umsetzung leistet.

Gast im Studio war Anett Kulka, Vorstand der Landmarkt Erfurt eG.