Erfurt ist für das Leben und Werk des Reformators Martin Luther von entscheidender Bedeutung.
Es ist seine geistige Heimat. Die Stadt war eine Großstadt mit reicher Vergangenheit, starkem wirtschaftlichem und kirchlichem Leben und mit einer der bedeutendsten Universitäten. Es war der einzige Ort Mitteldeutschlands, an dem alle geistlichen Orden vertreten waren.
Luther war einer der bekanntesten Erfurter Studenten und wurde 1501 an der Universität Erfurt als "Martinus Ludher ex Mansfeldt" immatrikuliert. Er legte 1502 sein Examen ab und wurde 1505 zum Magister Artium. Grundlagen und zahlreiche Anregungen für seine spätere Entwicklung hat Martin Luther in Erfurt bekommen. Sein ganzes Leben lang hatte er enge Beziehungen zu dieser Stadt, wohin ihn sein Weg auch später noch mehrmals führte.
Wie ein Bekenntnis klingt es, als er 1513 formulierte: "Die Erfurter Universität ist meine Mutter, der ich alles verdanke".
1505 – 1511 war er Mönch im Augustinerkloster. Im Dom zu Erfurt wurde er zum Priester geweiht.
Luther und die Stadt Erfurt sind auch heute noch eng verbunden. Alljährlich wird am 10. November in Erfurt das ökumenische Martinsfest (Martini) begangen. Tausende Erfurter Bürger und ihre Gäste kommen zum Domplatz, feiern den Geburtstag Martin Luthers und gedenken des Heiligen Martin von Tours. Der Domplatz erstrahlt im Lichtermeer von Laternen.
Im Verlaufe des gesamten Tages finden zahlreiche weitere Veranstaltungen und Gottesdienste in den Kirchen und im Augustinerkloster statt. Traditionell ist ebenso der Martinsmarkt auf dem Domplatz.
Das Jubiläum "500 Jahre Reformation" wird auch in Erfurt bis 2017 mit vielfältigen Veranstaltungen begangen. Wer auf Luthers Spuren in Erfurt wandeln will, der ist als Gast jederzeit willkommen.