Gewerbegebiet: Güterverkehrszentrum Erfurt (GVZ)

Die Karte zeigt den Ausschnitt im Stadtgebiet, wo das Güterverkehrszentrum (GVZ) liegt: im Osten der Stadt, direkt an der B 7. Auch die Gleisanbindung ist gut erkennbar.
Karte: Das GVZ ist einer der wichtigsten und größten Kombi-Standorte für Industrie-, Gewerbe- und Logistikansiedlungen in Zentraleuropa und vorzugsweise für Firmenansiedlungen mit mittlerem bis hohem Flächenbedarf geeignet. Karte: © Stadtverwaltung Erfurt

Das Güterverkehrszentrum Erfurt, kurz GVZ, ist das größte und wohl bekannteste Erfurter Gewerbegebiet. Mit 218 ha ist es knapp drei Mal so groß wie das Internationale Logistikzentrum (ILZ) als zweitgrößtes Gewerbegebiet der Stadt. Zudem entspricht seine Größe rund dreiviertel der Flächen der übrigen 13 Erfurter Gewerbegebiete zusammen.

Ab 1992 wurde das Areal im Erfurter Osten auf Flächen der fünf Ortschaften Linderbach, Azmannsdorf, Vieselbach, Hochstedt und Büßleben beplant. Eigentümer und Vermarkter des damals als Güterverkehrszentrum Thüringen geführten Gewerbegebietes war die GVZ-Entwicklungsgesellschaft. Die Stadt Erfurt und das Land Thüringen traten neben Einzelpersonen und Unternehmen als Mitgesellschafter auf. So begann 1993 die geförderte Erschließung, 1995 siedelten sich die ersten Firmen an.

Die gute Verkehrsanbindung des im Süden direkt an die B 7 Richtung Weimar grenzenden Gebietes wurde 1999 mit der Inbetriebnahme des Bahnterminals für den kombinierten Ladeverkehr ergänzt. Dafür wird die im Norden verlaufende Ost-West-Route der Mitte-Deutschland-Schienenverbindung zwischen dem Ruhrgebiet bzw. Frankfurt/Main und Städten wie Halle, Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Dresden genutzt. Heute werden am Terminal jährlich mehr als 20.000 Seefrachtcontainer von der Straße auf die Schiene und umgekehrt umgeschlagen. Zudem profitiert z. B. die BLG, der Logistikdienstleister von IKEA, vom seinem eigenen Gleisanschluss auf dem Betriebsgelände.

Im Jahr 2000 erreichte das GVZ seinen Tiefpunkt: bei einem Drittel vermarkteter Fläche meldete die GVZ-Entwicklungsgesellschaft Insolvenz an. Mit einem Vergleich in zweistelliger Millionenhöhe sicherte die Stadt Erfurt, dass das damals größte Gewerbegebiet Thüringens weiter vermarktet werden konnte und übernahm nach Wirksamwerden des Vergleichs im Jahr 2004 selbst die freien Flächen und die Betreuung des GVZ. Nach einer Bestandsaufnahme der damaligen Situation und Maßnahmen, um den Standort für Investoren attraktiver zu machen, wie den Verkauf zum Marktpreis von 20 EUR/m² oder der Fertigstellung noch nicht realisierter Erschließungsmaßnahmen, gelang dem GVZ der Neustart.

Seit 2004 ist der Vermarktungsstand auf heute rund 96 Prozent gestiegen. Neben einer Vielzahl von Großhändlern und Logistikern, die sich seitdem für das GVZ entschieden haben, fanden auch produzierende Unternehmen in Thüringens einzigem Güterverkehrszentrum beste Ansiedlungsbedingungen. Die heutige Messgeräteproduktion in den Räumlichkeiten der einstigen Dünnschichtfertigung von Solarmodulen belegt zudem die Anpassungsfähigkeit und Wandelbarkeit des Standortes, der sich ebenso z. B. in die Hochtechnologie als Erfurter Branchenschwerpunkt einfügt. Projekte wie die Solaranlage auf einer durch Bodenunterschiede nicht für Gewerbeimmobilien geeigneten Fläche zeugen außerdem von den vielschichtigen Bemühungen der Stadt Erfurt um eine sinnvolle Auslastung des GVZ.

Aus der Nachbarschaft der Unternehmen in Thüringens heute zweitgrößtem Gewerbegebiet ergeben sich viele mögliche Synergieeffekte. So profitieren die bereits ansässigen Firmen von den Neuansiedlungen, kleine und mittlere von den großen Unternehmen und umgekehrt. Unterstützt und gefördert werden diese Möglichkeiten vom Gewerbeverein GVZ Erfurt e. V.. Er organisiert nicht nur Feierlichkeiten wie z. B. den Tag der offenen Tür zum 20. Geburtstag des GVZ im Jahr 2012, sondern engagiert sich auch für die Weiterentwicklung des Standortes. So vertritt er beispielsweise die Unternehmen im Rahmen des Projektes "zweite Ausfahrt", die nach Ablauf der Bindefrist für die Fördermittel nun durch die Stadt Erfurt geplant und zeitnah realisiert werden soll.

Damit steigt die Attraktivität der August-Borsig-Straße, In der Hochstedter Ecke, Im Mittelfelde, An der Büßleber Grenze, Bei den Froschäckern und An der Flurscheide weiter. Jedoch sind auch die noch nicht bebauten Flächen des Gewerbegebietes bereits zum Großteil vermarktet. Trotzdem sind noch Ansiedlungsvorhaben darstellbar. Zudem gibt es Möglichkeiten in der Anmietung oder Übernahme von Büro-, Gewerbe- und Lagerflächen. Das Amt für Wirtschaftsförderung ist hier Ansprechpartner für interessierte Unternehmen.

Wichtige Standortparameter

Parameter Wert
Tabelle: Standortparameter
Nettofläche 218 ha
Entfernung Flughafen 12 km
Entfernung Hauptbahnhof 5 km
Entfernung Güterbahnhof Umschlagterminal für kombinierten Verkehr Straße/Schiene im Gewerbegebiet
Gleisanschluss möglich
Entfernung Autobahn 5 km über den Autobahnzubringer zur Anschlussstelle Erfurt-Vieselbach der A 4,
10 km über die vierspurige B 7 und Ostumfahrung (Konrad-Adenauer-Straße) zur Anschlussstelle Erfurt-Nord der A 71
Entfernung Bundesstraße unmittelbar an der B 7 in Richtung Weimar
Nutzungsbedingungen baureifer Zustand,
Nutzung als Industriegebiet gemäß § 9 BauNVO,
kurzfristiger Erwerb der Fläche,
Grundstück in Verfügung der Stadt Erfurt,
keine Bodenkontaminationen,
keine Einschränkungen der Nutzbarkeit,
Gewerbegebiet ist voll erschlossen
Eigentümer Stadt Erfurt und privat
Angesiedelte Unternehmen ca. 60
Angesiedelte Branchen Logistik, Sensorik, Bau, Großhandel
Arbeitskräfte ca. 4.500
Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel Buslinien 52 und 234, Haltestellen GVZ "Post", GVZ "Zalando" und Bei den Froschäckern