12. Fachtag des Netzwerkes „Frühe Hilfen / Kinderschutz Erfurt“

24.04.2019 13:00 – 24.04.2019 16:00

Am 24.04.2019 fand unter Federführung des Jugendamtes der Stadt Erfurt in Zusammenarbeit mit der Erfurter Kinderschutzgruppe am Helios-Klinikum die zwölfte gemeinsame Fachtagung im Auditorium des Helios-Klinikums statt. Es referierten verschiedene Fachkräfte im Rahmen eines wissenschaftlich interdisziplinären Programms.

Referent vor Präsentation an der Wand
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt
24.04.2019 16:00

12. Fachtag des Netzwerkes „Frühe Hilfen / Kinderschutz Erfurt“

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt / Jugendamt in Kooperation mit dem Helios-Klinikum Erfurt
Veranstaltungsort Auditorium des Helios-Klinikums Erfurt, Nordhäuser Straße 74,

Emotional vernachlässigt – und nun?

Publikum im Hörsaal
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt
  • 13:00 bis 13:10 Uhr | Eröffnung und Moderation durch Frau Wolff (Jugendamt Erfurt) und Herrn Manser (Kinderschutz-Ambulanz im Helios-Klinikum Erfurt)
  • 13:10 bis 14:00 Uhr I Frau Dr. Nowotny Dipl. Psych. (Kinderschutz-Zentrum Berlin e. V.):
  • „Emotionale Vernachlässigung und psychische Misshandlung – nicht auf den ersten Blick sichtbar und doch gefährlich”
  • 14:00 bis 14:50 Uhr I Herr Priv. Doz. Dr. phil. habil. Müller (Akad. Oberrat, Universität Würzburg): „Verletzt im Vertrauen! Psychische Misshandlung in ihren Auswirkungen  auf pädagogische Vertrauensbeziehungen“
  • 14:50 bis 15:10 Uhr I Kaffeepause in Gesprächsgruppen
  • 15:10 bis 16:00 Uhr I Herr Dr. phil. White (Leiter der Forschungsgruppe, Psychologe Universitätsklinikum Leipzig, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters): Vorstellung der Studie „Vernachlässigung hinterlässt bei Kindern deutliche Spuren“ (Nachweis von Stresshormon nach Misshandlung im mittleren Kindesalter und Jugend)

Der 12. Fachtag des Netzwerkes Frühe Hilfen/Kinderschutz Erfurt fand wieder großes Interesse

Mehr als 150 Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, der freien und öffentlichen Jugendhilfe und anderer folgten aufmerksam den verschiedenen Referaten zum Thema „Folgen emotionaler Vernachlässigung“.

Frau Dr. Nowotny aus den Berliner Kinderschutzzentren stellte eindrucksvoll dar, welche gravierenden Folgen die fehlende emotionale Wärme für Säuglinge und Kleinkinder hat. Das diese Form der Kindswohlgefährdung oftmals ein generationenübergreifendes Thema macht deutlich, dass es wichtig ist als Hilfe leistende Einrichtung in einen guten Kontakt zu den Eltern dieser Kinder zu kommen. Nur damit können Verletzungen aus der eigenen Kindheit bewältigt werden und dies bietet diesen Familien eine ehrliche Chance zum Neuanfang.

Herr Prof. Dr. Möller griff das Thema auf und erklärte anschaulich was es mit dem Vertrauen von verletzten Kinderseelen auf sich hat und weshalb es wichtig ist, dass gerade in Helferbeziehungen dieses Vertrauen besonderen Belastungen aufgrund frühkindlicher Erfahrungen ausgesetzt ist. Diesen Belastungen Stand zu halten erfordert ein gesundes Nähe-Distanz-Verhältnis sowie das regelmäßige Reflektieren der Helfer-Kind-Beziehung, nur so sind neue Verletzungen vermeidbar. Die Folgen chronischer Vernachlässigung für die kindliche Seele können nunmehr in der Forschung nachgewiesen werden.

Eindrucksvoll schilderte Dr. White die Ergebnisse einer Studie der Universität Leipzig, die vom Bundesministerium für Forschung und Wissenschaft in Auftrag gegeben wurde. Es nahmen mehr als 600 Kinder an der Studie teil.

Veröffentlichungen