Sinti in der DDR. Alltag einer Minderheit

20.07.2021 18:00 – 20.07.2021 20:00

Es war die unmittelbare Folge der Vernichtungspolitik der Nazis, dass es in der DDR nur wenige Sinti gab. Jene, die zurückkamen, kämpften um die Anerkennung als Verfolgte des Nationalsozialismus. Das Buch stellt erstmals den Alltag der Sinti in der DDR einer breiten Öffentlichkeit vor.

Eine junge Frau und ein junger Mann stehen zusammen mit einem Kleinkind in ihrer Mitte vor einem Auto
Buchcover "Sinti in der DDR. Alltag einer Minderheit" Foto: © Mitteldeutscher Verlag
20.07.2021 20:00

Sinti in der DDR. Alltag einer Minderheit

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Buchvorstellung mit Autorin Simone Trieder

Es war die unmittelbare Folge der Vernichtungspolitik der Nazis, dass es in der DDR nur wenige Sinti gab. Jena, die zurückkamen, kämpften um die Anerkennung als Verfolgte des Nationalsozialismus. Das Buch stellt erstmals den Alltag der Sinti in der DDR einer breiten Öffentlichkeit vor.

Die Sinti waren zwar normale DDR-Staatsbürger, aber es gab für sie keine Anerkennung als ethische Minderheit. In staatlichen Einrichtungen wie Schulen und Ämtern waren nicht wenige Sinti gesellschaftlichem Rassismus ausgesetzt, denn in der DDR - wie in der Bundesrepublik - lebten die alten Ressentiments gegenüber dieser Minderheit fort.

Simone Trieder beschreibt einfühlsam, faktenreich und anekdotisch die Erlebniswelt von Sinti im ostdeutschen Sozialismus. Grundlage sind ihre Recherchen in vielen Archiven und Gespräche mit Zeitzeugen. Die Aufnahmen von Markus Hawlik-Abramowitz beeindrucken durch die Nähe des Fotografen zu seinen Protagonisten. Sie entstanden im Rahmen seines Fotografie-Diploms 1983 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wurden in der DDR jedoch nie gezeigt. Erst nach Hawliks Ausreise kam es im "Stern" zur teilweisen Publikation; ein Großteil der Fotoserie wird in diesem Buch erstmals veröffentlicht.

Simone Trieder ist seit 1992 freiberufliche Autorin von Theaterstücken, Erzählungen, Sachbüchern und Radiofeatures. 2018 veröffentlichte sie "Unsere russischen Jahre" und 2019 "Nik und Tina". 2019 wurde sie ins Präsidium des Autorenverbands PEN gewählt.

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In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen

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