Veranstaltungsreihe „Integration von Zugewanderten durch Bildung und Beratung“, 2017/2018

Weiterführung der Veranstaltung auf Initiative des Steuerungsgremiums der Bildungsstadt Erfurt

Mit der Weiterführung der Fortbildungsveranstaltung „Integration von Zugewanderten durch Bildung und Beratung“ vom 29. September 2016 möchten wir den Akteuren unterschiedlicher Beratungsinstitutionen, Schulen, Vereinen, Kindereinrichtungen, freien Trägern der Jugendhilfe, der Familienhilfe und Familienarbeit, den Begegnungszentren und Selbstorganisationen von Zugewanderten sowie den Akteuren der Weiterbildung, der Verwaltung, der Hochschulen, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der Agentur für Arbeit die Möglichkeit zum fachlichen Austausch und Zugewinn von Erkenntnissen in und um die Arbeit mit Zugewanderten geben.

Ausgehend von den Ergebnissen der letzten Veranstaltung lädt das Steuerungsgremium der Bildungsstadt Erfurt, in dem neben dem Oberbürgermeister die Universität und Fachhochschule, das Staatliche Schulamt Mittelthüringen, die IHK, die HWK, die Agentur für Arbeit, die BürgerStiftung Erfurt und die Thüringer Stiftung für Bildung und berufliche Qualifizierung mitwirken und die Aufgabe haben, gemeinsame strategische Schwerpunkte für die Weiterentwicklung der Bildungslandschaft abzustimmen, herzlich zu der Veranstaltungsreihe zum Thema „Integration von Zugewanderten durch Bildung und Beratung“ ein.

Workshop: Integration in Ausbildung und Beschäftigung sowie Möglichkeiten beruflicher Weiterbildung

Teilnehmende im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Integration von Zugewanderten durch Bildung und Beratung“, Workshop 1, mit Blick auf die Referentin Evelin Gösel, Agentur für Arbeit
Foto: Veranstaltungsreihe „Integration von Zugewanderten durch Bildung und Beratung“, Workshop 1 Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

21. September 2017 | 13 bis 17 Uhr | Tagungsort: Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt

In diesem Workshop wurden lokale Maßnahmen und Instrumente der beruflichen Integration, mit Blick auf die Bildungsberatung, welche jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat in der Stadt- und Regionalbibliothek durch die Mitglieder des Steuerungsgremiums IHK, HWK und Agentur für Arbeit durchgeführt werden, vorgestellt. Es wurden im Workshop die Möglichkeiten und Regularien für eine berufliche Integration aufgezeigt.

Im Einführungsvortrag referierten Frau Gösel und Frau Thämer (Agentur für Arbeit) zum Thema: „Hilft Bildung für gute Integration? – Ein Erfurter Blick“.

An den Expertentischen wurden folgende Themenbereiche fachlich vorgestellt und diskutiert:

  • Anerkennung bzw. Gleichstellung von Abschlüssen Neuzugewanderter
  • Auf der Suche nach Ausbildung
  • Seiteneinstiege im und ins Ausbildungssystem
  • Bildungswege, Bildungsketten in Deutschland und deren Dauer
  • best practice (Beispiel: Deutsche Bahn)
  • Fördermöglichkeiten und Veränderungen in der Förderlandschaft

Workshop: Elternberatung zur Unterstützung der Integration in vorschulische Bildung

Teilnehmende diskutieren an einem Thementisch im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Integration von Zugewanderten durch Bildung und Beratung“, Workshop 2
Foto: Veranstaltungsreihe „Integration von Zugewanderten durch Bildung und Beratung“, Workshop 2 Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

19. Oktober 2017 | 13 bis 17 Uhr | Tagungsort: Mehrgenerationenhaus Erfurt

Im Workshop wurde das Bundesprogramm „Kita Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ vorgestellt. Die Landeshauptstadt Erfurt hat sich im Rahmen des Programms um eine Förderung beworben. Frau Häßler-Bittorf stellte in ihrer Funktion als Projektkoordinatorin die wichtigsten Zielstellungen für Erfurt vor.

An den Expertentischen wurden schließlich folgende Themenbereiche fachlich vorgestellt und diskutiert:

  • Brücken bauen in frühe Bildung (Kita-Einstieg, Elternarbeit im Kita-Bereich, soziokulturelle Hindernisse in der Elternarbeit, Erfahrungsberichte gelungener Elternarbeit durch niedrigschwellige Angebote, familienbildende Arbeit)
  • Elternarbeit in der Jugendarbeit (offene Jugendhäuser, Regeln, Grenzen, Gewinne aus der Unterschiedlichkeit)
  • Sozialräumliche Verankerung offener Angebote (Elternarbeit, Bedarfe von Zugewanderten, Angebote der Stadt Erfurt)
  • Spielcharakter (didaktische Erkenntnisse aus der unmittelbaren Spiel-Arbeit mit Flüchtlingskindern, Unterschiede und Herausforderungen der Spiel-Pädagogik, soziokulturelle Sicht)

Workshop: Unterstützung der Integration in Hochschulbildung

Eröffnung der Veranstaltung durch Frau Prof. Dr. Rehklau, Fachhochschule Erfurt
Foto: Veranstaltungsreihe „Integration von Zugewanderten durch Bildung und Beratung“, Workshop 3, Eröffnung Prof. Dr. Rehklau, Fachhochschule Erfurt Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

18. Januar 2018 | 14 bis 18 Uhr | Tagungsort: Fachhochschule Erfurt

Ziel des Workshops war es, die gegenseitige Information zu verbessern und dadurch gelingende Integration zu unterstützen. Dabei wurde der Blick zuletzt stärker auf alle neu zugewanderten Personen und nicht nur Geflüchtete gerichtet.

Zielgruppe(n):

  • Bildungs- und Berufsberater/-innen für Zugewanderte/Geflüchtete
  • Migrationsberatungsstellen
  • Betreuende/Paten/ehrenamtlich Tätige im Bereich Zugewanderte/Geflüchtete
  • Multiplikator/-innen und Interessierte (bspw. Lehrer/-innen) und Zugewanderte/Geflüchtete

Themen

  • Voraussetzungen für ein Hochschulstudium in Erfurt (Zulassungsverfahren, Anerkennung von Abschlüssen und Vorleistungen, Sprachkenntnisse, Vorlaufzeiten etc.)
  • Rolle, Aufgaben, Leistungen des Studienkollegs in Nordhausen
  • Finanzierung des Studiums (Bafög, Studienstiftungen etc.)
  • besonders geeignete Studienangebote sowie spezielle Qualifizierungsangebote und gezielte Unterstützungs- und Betreuungsprogramme vorstellen
  • Wie können die Hochschulen den sehr individuellen Beratungserfordernissen gerecht werden?

Workshop: Integration durch Angebote im non-formalen/zivilgesellschaftlichem Bereich

20. Februar 2018 | 15:30 Uhr bis 19 Uhr | Tagungsort: Haus der sozialen Dienste

In diesem Workshop wurde das Thema der Teilhabe und Partizipation von Zugewanderten am gesellschaftlichen Leben diskutiert. Spracherwerb allein ist nicht ausreichend zum Ankommen, zum Miteinander. Den Eröffnungsvortrag hielt der Integrationsmanager der Stadt zum Thema: „Brauchen wir das Ehrenamt im Integrationsprozess“. Er ging dabei auf die online-Umfrage zur Beteiligung und Motivation von Ehrenamtlern in Erfurt ein, welche sich unter anderem mit der Frage beschäftigten, welche Wertschätzung das Ehrenamt erfährt.

Gesprächspartner an den Expertentischen waren der Ehrenamtsbeauftragte der Stadt Erfurt, die Geschäftsstellenleiterin des Zentrums für Integration und Migration und der Geschäftsführer des Stadtjugendrings Erfurt.

Themen:

  • Erfurts Migranten-Selbstorganisationen (Schwierigkeiten bei der Gründung einer Selbstorganisation, Interessenvertretung, Ansprechpartner und Eigenständigkeit)
  • Das Ehrenamt: Möglichkeiten und Grenzen (Erfahrungen der Träger, Vorstellung der AG Ehrenamt und des Fragebogens zur Erfassung der Bedarfe und Möglichkeiten zivilrechtlichen Engagements)
  • Sozialräumliche Verankerung offener Angebote (Ehrenamt in der Jugendarbeit, offene Angebote und deren Annahme durch junge Menschen mit Migrationshintergrund, ressourcenorientiertes Arbeiten, Erfahrungen)

Workshop: Gekommen um zu bleiben: Rollenbilder in der Familie und deren Relevanz

Veranstaltungsteilnehmende diskutieren in Fishbowl-Methodik
Foto: Veranstaltungsreihe „Integration von Zugewanderten durch Bildung und Beratung“, Workshop 5 Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

26. September 2018 | 12 bis 16:30 Uhr | Tagungsort: Kleine Synagoge

In diesem Workshop wurde das komplexe Thema Rollenbilder in der Familie, deren Verursachung, deren Relevanz für die Lebenslagen von Menschen und deren Akzeptanz in der Gesellschaft wissenschaftlich erörtert.

Welchen Einfluss hat Religion auf die Familienbilder, gibt es Unterschiede je nach Bildungszugängen und inwieweit beeinflussen Rollenklischees die Betrachtung der Familie. Diesen und anderen Fragen ging der Vortrag „Geschlechterrollen bei Deutschen und Zugewanderten christlicher und muslimischer Religionszugehörigkeit“, in dem Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann Stiftung vorgestellt wurden, nach.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von der Bürgermeisterin. Sie betonte noch einmal die Wichtigkeit der Veranstaltungsreihe als Podium des Austauschs und als ein Bindeglied in der Zusammenarbeit mit der Bildungskoordination in Erfurt. Insgesamt konnten knapp 60 Teilnehmende begrüßt werden. Ziel war es, den Teilnehmenden mehr Sicherheit in der Betrachtung und Akzeptanz der unterschiedlichen Rollenbilder in der Familie zu geben.

Für die Diskussion und den Austausch wurde die Fishbowl-Methode eingesetzt. Wichtige Impulse kamen hierbei von der Landes-Beratungsstelle Violence Prevention Network. Bemerkenswert war, dass mehrere Personen mit Migrationshintergrund der Patenschaftsbüros und der sozialen Träger lebhaft am Austausch beteiligt waren, ganz im Sinne: „Miteinander reden statt übereinander“.

Als Experten/-innen diskutierten:

  • Migrationsbeauftragter der Stadt Erfurt
  • Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Erfurt
  • Koordinatorin des Landesprogrammes für das solidarische Zusammenleben der Generationen und des Bundesprogramm Einstieg Kita
  • Geschäftsstellenleiterin des ZIM und Moderatorin des Netzwerkes für Migration und Integration der Stadt Erfurt
  • Leiter der Kita Vollbrachtfinken
  • Schulleiterin der Regelschule 1
  • Vertreter der Agentur für Arbeit
  • Gleichstellungsbeauftragte des Jobcenters
  • Sozialarbeiter einer Gemeinschaftsunterkunft in Erfurt
  • Vertreter des Violence Prevention Network e. V.
  • Vertreter einer Ausländerselbstorganisation
  • Bildungskoordinatorin der Stadt Erfurt

Die nächste Möglichkeit des Austauschs ist am 07.11.2018. Im Rahmen des Bundesprojektes „Kita-Einstieg: Brücken bauen in Frühe Bildung“ findet in Kooperation mit der Bildungskoordination eine Veranstaltung zum Thema „Frühkindliche Bildung“ statt.