Ausbildungsberuf: Kanalbauer

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Ein Mitarbeiter wird zur Wartung eines Abwasserkanals mittels Seilwinde in einen Schacht hinabgelassen
Foto: Ausbildungsberuf Kanalbauer Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

In früheren Jahrhunderten wurde Abwasser aller Art einfach auf die Straße geschüttet. Es gab weder Wasserleitung noch Abwasserkanäle. Erst vor 150 Jahren begann man in den Städten mit dem Bau der Kanalisationen, die das Abwasser heutzutage in Kläranlagen leiten.

Wie auch in vielen anderen Städten gibt es im Entwässerungsbetrieb der Stadt Erfurt also auch Anlagen, die bereits im 19. und 20. Jahrhundert gebaut wurden. Diese Anlagen erfordern erhöhte Sanierungsleistungen. Grundsätzlich bedürfen abwassertechnische Anlagen einer ständigen Instandhaltung.

Für die Erledigung dieser Aufgaben soll ein Kanalbauer ausgebildet werden.

Ausbildungsziel

Die Ausbildung zum Kanalbauer ist eine sogenannte Stufenausbildung. Nach einer zweijährigen Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter (1. Stufe) folgt ein weiteres Ausbildungsjahr (2. Stufe) mit der Spezialisierung. Das Ausbildungsziel ist der Abschluss als Kanalbauer.

Ausbildungsvoraussetzungen

  • vorzugsweise mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss bzw. qualifizierten Hauptschulabschluss
  • gute bis befriedigende Leistungen im naturwissenschaftlichen Bereich, insbesondere in Mathematik

Anforderungen

  • technisches Geschick und Verständnis bei der Handhabung von Maschinen und Geräten
  • ausgeprägte handwerkliche Fähigkeiten
  • hohe körperliche Belastbarkeit und körperliche Gewandtheit
  • Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit

Ausbildungsbeginn, -dauer und -verlauf

 
Ausbildungsbeginn:   

zum 1. August eines jeden Ausbildungsjahres

Ausbildungsdauer:

3 Jahre

Ausbildungsverlauf:

Die praktische Ausbildung findet im Entwässerungsbetrieb statt. Die theoretischen Kenntnisse werden im ersten Ausbildungsjahr von der Walter-Gropius-Schule vermittelt und in den zwei darauffolgenden Ausbildungsjahren von der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Bautechnik in Gera. 

 

Ausbildungsinhalte

Ausbildungsschwerpunkte sind unter anderen

  • Einrichten und Sichern von Baustellen
  • Herstellung von Baugruben und Rohrgräben
  • Herstellung von Rohrleitungen und Schächten
  • Straßenbauarbeiten
  • Beton- und Mörtelarbeiten
  • Handhabung von Vermessungsgeräten
  • Beachtung der Arbeitsschutzbestimmungen
  • Anwendung von Umweltschutzmaßnahmen

Praxiseinsätze

In der praktischen Ausbildung befassen sich die Kanalbauer im Entwässerungsbetrieb der Stadtverwaltung Erfurt mit der Instandhaltung von abwassertechnischen Anlagen, Erdarbeiten, Maurer- und Betonarbeiten, Straßenbauarbeiten und Vermessungen. Des Weiteren stellen sie Bauteile und Baukörper aus verschiedenen Werkstoffen her. Darüber hinaus spielt die Einrichtung, die Sicherung und das Räumen von Baustellen ebenfalls in den Praktikumseinsätzen eine wichtige Rolle.

Vergütung

Die Stadtverwaltung Erfurt gewährt die tarifliche Ausbildungsvergütung nach dem Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst (TVAöD).

Diese beträgt im:

1. Ausbildungsjahr: 888,26 Euro

2. Ausbildungsjahr: 938,20 Euro

3. Ausbildungsjahr: 984,02 Euro

(Stand: März 2016)

Was erwartet Sie nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung arbeiten Kanalbauer vorrangig im Entwässerungsbetrieb der Stadtverwaltung Erfurt.

Im Anschluss an die erfolgreiche Ausbildung zum Kanalbauer ist eine berufliche Weiterbildung zum Industriemeister in der Fachrichtung Leitungsbau, Techniker in Fachrichtung Bautechnik, Schwerpunkte Tiefbau oder Baubetrieb. Die Meisterprüfung in diesem zulassungspflichtigen Handwerk ist bundesweit einheitlich geregelt.