Wirtschaftsstandort Erfurt: Medien- und Kreativwirtschaft

Zwei Mädchen vor einer Scheune von einem Kamerateam gefilmt
Foto: Außendreh für die Jugendserie Schloss Einstein Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / A. Hultsch

Gedrucktes und bewegte Bilder aus Erfurt

Entstehung und Entwicklung der Branche in Erfurt

Medien als Transportmittel für Inhalte über Schrift, Bild und Ton sind in Erfurt tief verwurzelt. Bereits im mittelalterlichen, klosterreichen Erfurt entstanden zahlreiche handschriftliche Bücher zur Überlieferung von Wissen und Erfahrungen. Die Gründung der Erfurter Universität im Jahr 1392, der ab 1473 in Erfurt angewandte Gutenberg‘sche Buchdruck mit beweglichen Lettern und die ab 1497 produzierende erste Papiermühle Thüringens unterstützten die Entwicklung Erfurts zur bücherreichsten Stadt in Mitteldeutschland im ausgehenden Mittelalter.

Die Branche heute

Auch heute ist eine Vielzahl von Druckereien in Erfurt tätig, beispielgebend sei das hochmoderne TA-Druckhaus genannt. Das Unternehmen der in Erfurt ansässigen Zeitungsgruppe Thüringen, der größten Regionalzeitungsgruppe der neuen Bundesländer, produziert hier regionale Tageszeitungen, Anzeigen- und Amtsblätter. Auf Einzelexemplare vergriffener Bücher ist die firmeneigene Druckerei des Buchlogistikers KNV spezialisiert, der seit 2014 von Erfurt aus im B2B-Geschäft Buchhandlungen deutschlandweit über Nacht beliefert und so in Doppelfunktion für den Logistikstandort und Erfurt als Zentrum der Medien und Kreativwirtschaft agiert. 

In den letzten Jahren erweiterte sich das mediale Standortprofil zudem um digitale Bild- und Tonproduktionen. In Erfurt entstehen heute Funk- und Fernsehreportagen, Sport-, Kultur- und Unterhaltungssendungen. Der Sendestart des Kika, dem Kinderkanal von ARD und ZDF, der im MDR-Landesfunkhaus Thüringen seinen Sitz hat, war 1997 die Initialzündung für Erfurts Entwicklung zur Kindermedienstadt. In seiner unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich das KinderMedienZentrum mit modernster Studio- und Produktionstechnik.

Zahlreiche Medienfirmen ließen sich seitdem in Erfurt nieder und produzieren hier hauptsächlich Unterhaltungs- und Lernformate für Kinder und Jugendliche. Ihr Spektrum reicht von Kinofilmen über Fernseh- und Trickfilmserien, Fernsehshows und Magazinbeiträge bis zu Kinder-Webseiten und multimedialen Angeboten. Die wohl bekannteste Erfurter Produktion ist die Jugendserie "Schloss Einstein".

Passendes Fachkräfteangebot

Kompetente Mitarbeiter finden die Unternehmen gleich in der Region. Neben 13 Berufsausbildungen im Medienbereich an 20 Thüringer Ausbildungsstätten bieten die Universitäten in Erfurt, Weimar, Jena und Ilmenau medienrelevante Studiengänge an. Vermittelt werden technische Studieninhalte, Kultur- und Medientheorie, Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaft, Mediengestaltung und Medienwirkungsforschung. Neueste Erkenntnisse auf diesem Gebiet stellt zudem die Abteilung Kindermedien des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie (IDMT) zur Verfügung.

Netzwerke und Cluster der Branche

Den Medienstandort Erfurt prägen außerdem das Kinder-Medien-Festival Goldener Spatz, das Thüringer Mediensymposium, die Akademie für Kindermedien und nicht zuletzt der Erfurter Netcode, der mit einer Eignungsprüfung von Internetseiten für Kinder zur Qualitätssicherung der Kindermedien beiträgt.

In der Innenstadt bringen Maus und Elefant, Sandmännchen, Tigerente und Bernd das Brot als Figuren den Kindermedienstandort Erfurt nahe.