Agenda 21

Die im Jahr 1992 beschlossene Agenda 21 ist ein Konzept nachhaltiger und zukunftsbeständiger Entwicklung mit dem Ziel, heute so zu leben, dass auch unsere Kinder und Enkel eine Chance haben, ihre Zukunft in einer l(i)ebenswerten Welt zu gestalten.

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Agenda 21 - ein weltweites Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert

Global denken - lokal handeln

Auf der  Konferenz für Umwelt und Entwicklung im Jahr 1992 in Rio de Janeiro, der sogenannten Rio-Konferenz 1992, wurde herausgearbeitet, dass eine nachhaltige Entwicklung auf der Erde nur durch ein globales Aktionsprogramm erreicht werden kann. Mit der dort verabschiedeten "Agenda 21" wurde solch ein globales Aktionsprogramm beschlossen, in welchem detaillierte Handlungsorientierungen (sozial, ökologisch, ökonomisch) gegeben wurden, um einer weiteren Verschlechterung der Situation des Menschen und der Umwelt entgegenzuwirken und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sicherzustellen.

Danach ist eine nachhaltige Entwicklung (sustainable development ) eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation Rechnung trägt, ohne die Lebensmöglichkeiten zukünftiger Generation einzuschränken.

Anstöße für das wachsende Bewusstsein in der Bevölkerung über den Wert einer nachhaltigen Entwicklung wurden schon im Jahr 1987 mit dem Bericht der Brundtlandkommission und mit der im Jahr 1972 veröffentlichten Studie "Grenzen des Wachstums" an den Club of Rome gegeben. Sie waren sozusagen der Beginn der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema "Nachhaltige Entwicklung".

Nach der Agenda 21 sind in erster Linie die Regierungen der einzelnen Staaten dafür verantwortlich, auf nationaler Ebene die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung in Form von Strategien, nationalen Umweltplänen und nationalen Umweltaktionsplänen zu planen und umzusetzen. Dabei sollen auch NGOs  und andere Institutionen beteiligt werden. Wichtige Bedingung für den Erfolg der Maßnahmen und Projekte ist eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit bzw. der Bevölkerung. Nachhaltige Entwicklung kann nur gelingen, wenn sie auch in den Köpfen der Beteiligten Einzug gehalten hat - Nachhaltigkeit kommt nicht von allein. Sie muss gelernt werden.

Eine besondere Rolle und Verantwortung kommt hier auch den Kommunalverwaltungen zu, die für ihren Bereich die Umsetzung der „Lokalen Agenda 21“ im Konsens mit ihren Bürgern herstellen soll.

Rio + 20

Nach der Konferenz in Rio-Konferenz 1992 wurden weitere UN-Sondergeneralversammlungen durchgeführt, auf welchen die bisher erreichten Ergebnisse bei der Umsetzung der Rio-Konventionen und der Agenda 21 überprüft und überarbeitet wurden. Dies waren vor allem die Konferenzen 2002 in Johannesburg und 2012 wieder in Rio de Janeiro.

Zwanzig Jahre nach dem Weltgipfel in Rio und 20 Jahre nach Verabschiedung das entwicklungs- und umweltpolitischen Aktionsprogramms Agenda 21, das damals als Meilenstein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit galt, fand die dritte Nachfolgekonferenz "Rio + 20" statt.
Die Konferenz sollte auf "höchster politischer Ebene" stattfinden, um dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung auf der Grundlage der Agenda 21 neue Dynamik zu geben. Es fanden global auf verschiedenen Ebenen und in verschieden Mitgliedsländern, so auch in Deutschland, Vorbereitungstreffen statt und es wurden Entwurfspapiere ausgearbeitet, die schließlich in einem Entwurf eines Abschlussdokumentes endeten.

Das Abschlussdokument "The Future we want"  (Deutsch: Die Zukunft die wir wollen) wurde am Abend vor dem Gipfel vorgelegt. Auch wenn es seitens der EU als auch Deutschlands Kritiken dazu gab, dass "…die Reformvorschläge [...] nicht weitgehend [...] und [...] zu unverbindlich…" wären, wurde ein Konsens erreicht, indem "…das Bekenntnis sowohl zu nachhaltigem Wirtschaften als auch [zum] Modell der Green Economy ausgedrückt, gemeinsame Ziele im Kampf gegen den Hunger, Armut, Bodenerosion, den Klimawandel und dessen Folgen formuliert sowie die Millenniumsziele für das Jahr 2015 und die Ergebnisse vorausgegangener Umweltgipfel bekräftigt " wurden.

Quellen:
1) Marianne Beisheim, Birgit Lode, Nils Simon; Stiftung Wissenschaft und Politik; Artikel "Rio+20-Realpolitik und die Folgen für "Die Zukunft, die wir wollen"; SWP-Aktuell 2012/A 39, Juli 2012
2) Wikipedia: Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung 2012

Siehe auch: Mehr zum Thema

Agenda 21 und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Aus zahlreichen Projekten und Maßnahmen, die im und aus dem Agenda-21-Prozess entwickelt wurden, haben sich auf Grundlage der für die Jahre 2005 bis 2014 von der Unesco ausgerufenen Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zahlreiche weitere Projekte entwickelt, die in ihrem Wirkungsfeld weit über die Verwaltung hinaus reichen. Die Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ist damit ein wichtiges Instrument im Agenda-21-Prozess, um Nachhaltigkeit zu lernen. Sie ist somit untrennbar mit der Agenda 21 verbunden bzw. ein Element von ihr.

Aufgrund der erreichten Ergebnisse wurde der Stadt Erfurt mehrfach der jeweils für zwei Jahre geltende Titel Stadt der UN Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zuerkannt. Nach 2008, 2010 und 2012 hat die Landeshauptstadt im November 2013 die vierte Auszeichnung erhalten. Erfurt ist eine der derzeit 21 Dekade Städte Deutschlands.

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