Partnerstadt - San Miguel de Tucumán (Argentinien)

San Miguel de Tucumán - "Garten der Republik"

Das industrielle, wissenschaftliche und kulturelle Zentrum des argentinischen Nordwestens wurde 1565 von dem spanischen Eroberer Don Diego de Villarroel in der Nähe der heutigen Stadt Monteros gegründet. 120 Jahre später siedelte der komplette Ort an seinen jetzigen Standort über, um indianischen Angriffen zu entgehen und die Entfernung zum wirtschaftlich bedeutenden Peru zu verkürzen.

Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich die Zuckerrohrzucht und es entstanden erste Zuckerfabriken - bis heute der wichtigste Industriezweig der Provinz.

Lange Zeit war Argentinien und mit ihm Tucumán Schauplatz von Staatsstreichen, Putschversuchen, Revolutionen und Terroraktionen. Bis in die jüngere Vergangenheit litt das Land unter bürgerkriegsähnlichen Kämpfen und Menschenrechtsverletzungen. Infolge der Unabhängigkeitsbewegung und der historischen 'Tucumán-Schlacht' im Jahre 1812 erlangte der rasch wachsende Ort den Status der Provinzhauptstadt und wurde Sitz des Unabhängigkeitskongresses. Hier steht das berühmteste historische Gebäude und nationale Denkmal Argentiniens, das im Kolonialstil erbaute Unabhängigkeitshaus.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts erhielt San Miguel de Tucumán ein städtebaulich neues Gesicht und die verkehrstechnische Anbindung an Buenos Aires. Dies und die Gründung der Universität führten die Stadt zu rasantem wirtschaftlichen Aufschwung und ließen die Bevölkerung rasch ansteigen. Heute bietet die 600 000-Einwohner-Metropole eine Vielfalt kultureller Einrichtungen und Veranstaltungen. Mit ihrem subtropischen Klima ist sie beliebtes Winterziel zahlreicher Touristen.

Der intensive Obst- und Gemüseanbau sowie die Blumenzucht haben San Miguel de Tucumán den Beinamen 'Garten der Republik' eingebracht.

Erste Weichen für die freundschaftlichen Beziehungen zu Erfurt wurden 1993 gestellt. Beteiligung an Kulturveranstaltungen, ein thüringisch-argentinisches Wirtschaftskolloquium, Fotoausstellungen und gegenseitige Besuche sollen Kontakte zu Parlament, Verwaltung, Schulen, Vereinen und Bürgern weiter intensivieren.