Kirchen in Erfurt: Lutherkirche

Lutherkirche

Nach der Entfestigung Erfurts im Jahre 1873 entstand in kurzer Zeit im Norden der Stadt ein Industrie- und Wohngebiet, dessen Gemeinde ohne eigene Kirche war. Anlässlich des 400. Geburtstages Martin Luthers im Jahr 1883 gab es erste Überlegungen zum Bau einer Lutherkirche.

Mit dem Ziel, dafür die finanzielle Basis zu schaffen, gründete sich am 5. März 1905 der Kirchbauverein Johannesvorstadt. 1913 waren die nötigen Finanzmittel beisammen. Zunächst entstand ein Gemeindehaus, das am 24. Mai 1914 eingeweiht wurde. Wegen des Ausbruchs des 1. Weltkrieges kam es nicht mehr zum geplanten Kirchenneubau. Am 10. November des Jahres 1917 wurde dann anlässlich des 400. Jahrestages der Reformation zunächst eine formale Grundsteinlegung vorgenommen.

Zum "Ersten Spatenstich" und zum Baubeginn an der Lutherkirche nach einem Entwurf des Berliner Architekten Peter Jürgensen kam es erst am 7. Juni 1926. Am 10. Dezember 1927 wurde die neue Kirche mit ihrem 50 m hohen Kirchturm und einem Geläut von sechs Glocken eingeweiht. Ein Jahr später folgte dann am 3. Juni 1928 die Einweihung der von Wilhelm Rühlmann gebauten Orgel. Das Pfarrhaus wurde 1930 fertiggestellt.

Nach Ende des 2. Weltkrieges musste die durch Kriegseinwirkungen beschädigte Lutherkirche wieder Instand gesetzt werden. Im Anschluss an die Reparatur des Daches wurde 1965 die Fassade neu verputzt. Mit Beginn des Jahres 1978 erfolgte dann die schrittweise Umgestaltung der Lutherkirche zum Gemeindezentrum. Dabei wurden Heizung, Fußboden, Beleuchtung, Fenster und Farbgestaltung erneuert, eine Verstärkeranlage eingebaut und die Eingangszone umgestaltet. Die feierliche Wiedereinweihung der renovierten Lutherkirche fand am 9. Mai 1983 statt.