"Heinz Zander. Fabelhafte Begegnungen. Malerei aus der Sammlung Thoms" im Schlossmuseum Molsdorf

21.09.2014 10:00 – 07.12.2014 18:00

Anlässlich des 75. Geburtstages des am 2. Oktober 1939 in Wolfen geborenen Malers, Zeichners, Grafikers, Illustrators und Schriftstellers Heinz Zander, der seit 1970 freischaffend in Leipzig arbeitet, präsentiert das Schlossmuseum Molsdorf eine Auswahl von Gemälden aus der Sammlung Thoms.

Junge Frau mit bizarrem Hut, ohne Haar, in einzigartigem Kleid mit großem Kragen in Beige-Orange-Braun-Lila-Tönen.
Heinz Zander: Tropische Fauna, 1998, Öl/MP, 60 x 50 cm Bild: © VG Bild-Kunst, Bonn 2014
07.12.2014 18:00

"Heinz Zander. Fabelhafte Begegnungen. Malerei aus der Sammlung Thoms"

Genre Ausstellung
Veranstalter Kunstmuseum der Landeshauptstadt / Schlossmuseum Molsdorf
Veranstaltungsort Schlossmuseum Molsdorf, Schloßplatz 6, 99094 Erfurt-Molsdorf

Weitere Informationen

Öffnungszeiten
Di - So, auch feiertags, 10 - 18 Uhr

Junge Frau mit großem Hut und rotem, fliegendem Haar. Langes, weich fallendes Kleid in Gold- und Rosé-Tönen. In der linken, gespreizten Hand, ein abgebrochenes Schwert.
Bild: Heinz Zander: Das Fräulein vom Goldenen Zeitalter, 2004, Öl/Leinwand, 80 x 60 cm Bild: © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Seit seinem Studium hat Heinz Zander ein unverwechselbares Bildrepertoire entwickelt; stets in einer symbiotisch engen Beziehung zur Literatur – zur Weltliteratur und zum eigenen Schreiben. Seine Bilder faszinieren auf den ersten Blick und sind doch nicht leicht zu entschlüsseln.

Die in ihnen entworfenen Landschaften und Figuren scheinen ganz einer imaginierten Welt anzugehören, nicht derjenigen, die wir tagtäglich in Augenschein nehmen können. Wir begegnen Fabelwesen im doppelten Sinne: Zum einen verarbeitet der Künstler zeichnend und malend zahlreiche vorgefundene Motive und Gestalten aus Märchen und Mythen, aus Geschichten und der Kultur- und Kunstgeschichte Europas, die heute vielfach nicht mehr zum allgemeinverständlichen Bildungsgut gehören. Zum anderen bezieht er sich nicht nur ikonografisch und in den Bildtiteln auf die Protagonisten der mythischen, literarischen und historisch-legendären Überlieferung, sondern fabuliert deren Geschichten weiter, schmückt sie aus, erfindet neue Attribute und Kostüme, Mit- und Gegenspieler.

Menschliche Engel-Darstellung mit Flügeln in Orange-Braun-Tönen. Fabelwesen.
Bild: Heinz Zander: Der Engel John Silver betritt den Strand, 1990, Öl/MP, 70 x 80 cm Bild: © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Die mit zeichnerischer Raffinesse entworfenen Figuren und ihre besondere Farbigkeit, in zahlreichen Lasuren über traditionellen Malgründen aufgebaut, bezwecken eine Verführung der Sinne. Bei näherer Betrachtung erkennt man jedoch eine Vielzahl von Haken im Netz des Schönen und Wohlgestalteten.

Die Gestik der Figuren wirkt theatralisch und exaltiert, überlängt die Gliedmaßen, überbordend die Accessoires, künstlich die Farbigkeit - häufig ins Monochrome reduziert, mit gesteigerten Kontrasten und üppigen Glanzlichtern. Überall schimmert das Grauen durch das edle Gewebe dieses phantastischen Welttheaters hindurch, das Morbide, Absterbende ebenso wie das allzu Künstliche und Schreckliche.

Die Ausstellung zeigt Bilder aus rund vierzig Schaffensjahren des Künstlers. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog der Galerie Thoms.

Die Ausstellungseröffnung findet am Samstag, dem 20. September um 16 Uhr in Anwesenheit des Künstlers statt.