Partnerstadt - Lowetsch (Bulgarien)

Lowetsch - Stadt der Befreiung

Einst aus einer römischen Festung und einer thrakischen Siedlung entstanden, erhielt Lowetsch seine Bedeutung vor allem als zuverlässiger und starker Schutzwall der bulgarischen Hauptstadt während der byzantinischen Übergriffe im Mittelalter. Der bulgarisch-byzantinische Friedensvertrag ist als 'Lowetsch-Friede' in die Geschichte eingegangen und hat den Grundstein für das 2. bulgarische Zarenreich gelegt.

Im 14. Jahrhundert zerstörten die Türken die Stadt und metzelten den Großteil der Bevölkerung nieder. Während der folgenden 500 Jahre unter fremder Herrschaft wurde Lowetsch zum Zentrum der Inneren Revolutionsorganisation, die der Stadt die Befreiung und dem Land die nationale Unabhängigkeit brachte. Erst jetzt konnte sie sich wieder zu einem bedeutenden Handels- und Handwerkszentrum entwickeln. Im Laufe der Industrialisierung siedelten sich vor allem die Elektronik-, Maschinenbau-, Möbel-, Textil- und Lebensmittelindustrie an.

Der älteste Stadtteil 'Varoscha' entstand während des türkischen Feudalismus und steht heute unter Denkmalschutz. Romantische alte Gassen, zahlreiche Häuser von historischer und architektonischer Bedeutung und die restaurierte Lowetsch-Festung sind der Stolz der ca. 50 000 Einwohner. Lichtspielhäuser, Operettentheater und Freilichtbühne sorgen für kulturelle Abwechslung.

Nach mehrjähriger Unterbrechung haben Erfurt und Lowetsch ihre traditionellen, konstruktiven Beziehungen im Mai 1996 wiederaufgenommen. Ein Informations- und Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der öffentlichen Selbstverwaltung, der marktwirtschaftlichen Produktions- und Absatzbedingungen, Tourismus, Kultur, Bildung und vieler anderer Bereiche hat bereits begonnen.