Martin Luther (1483 – 1546)

Reformator

Luther in der Kutte, mit einem Buch in der Hand.
Foto: Martin Luther als Mönch, Lucas Cranach oder Hans Sebald Beham, Holzschnitt, datiert 1520. Foto: © Stadtmuseum Erfurt, Luthersammlung

Nach erfolgreichem Schulbesuch in Mansfeld, Magdeburg und Eisenach ließ sich der 17jährige Martin Luther Anfang Mai 1501 als Martinus Ludher ex Mansfelt für das Sommersemester 1501 in die Erfurter Universitätsmatrikel eintragen.

Der Eintrag stellt den ersten urkundlichen Beleg aus Luthers Leben dar. Luther wohnte während seines Studiums in Erfurt in der Georgenburse an der Lehmannsbrücke. 1502 legte er das Baccalaureats-Examen ab, 1505 wurde er zum Magister der Freien Künste promoviert. Seine Absicht, die Rechte zu studieren, wurde durch seelische Nöte, für die das sogenannte Stotternheimer Blitzerlebnis vom Juli 1505 steht, vereitelt. Am 17. Juli 1505 trat Luther als Novize in das Erfurter Augustinereremitenkloster ein. 1507 wurde er – wahrscheinlich in der Kilianskapelle am Erfurter Dom – zum Priester geweiht.

Danach studierte er zwei Jahre am Generalstudium seines Ordens im Erfurter Augustinerkloster Theologie. Im April 1508 war er bereits dritter Lektor des Generalstudiums. Für das Wintersemester 1508/1509 wurde er an die Universität Wittenberg geschickt. 1509 kehrte er nach Erfurt zurück, wurde hier zum sententiarius und 1510 zum baccalaureus formatus promoviert. 1510/1511 hielt er sich auf einer Romreise auf, kehrte von dort im März 1511 nach Erfurt zurück und verließ dieses im Sommer 1511 endgültig zugunsten von Wittenberg.

Nach Erfurt kam er später noch mehrmals, doch stets nur für kurze Zeit. Letztmals hielt sich der Reformator 1537 in Erfurt auf. Der zehnjährige Aufenthalt in Erfurt zwischen 1501 und 1511 hat Luther tief geprägt. Die Erfurter Universität nannte er später: mater mea [...], cui [...] honorem debeo (meine Mutter, der ich Ehrerbietung schulde).