Wasserburg Kapellendorf

Im Städtedreieck Apolda – Jena – Weimar steht im Ortszentrum von Kapellendorf die größte und besterhaltene Wasserburg Thüringens. In einer auf das Jahr 833 datierten Urkunde erscheint "capelladorf".

Größte und besterhaltene Wasserburg Thüringens

Besucher betreten das Eingansportal mit Burgturm
Foto: Wasserburg Kapellendorf. In der heutigen Kernburg befinden sich die Reste des romanischen Bergfriedes und des Palas. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / J. Ludwig

Der Ort gehört zu den ältesten Thüringens. Hinweise auf eine Burganlage aus der Zeit um das Jahr 833 fehlen bislang. Als gesichert gilt, dass die Burggrafen von Kirchberg im 12. Jahrhundert die Niederungsburg errichteten. In der heutigen Kernburg befinden sich die Reste des romanischen Bergfriedes und des Palas. 1348 verkauften die Burggrafen einen Großteil ihres Besitzes.

Erfurt erwarb die Wasserburg Kapellendorf zum Schutz der Handelswege und nahm umfangreiche Veränderungen vor. Sie erweiterten die Burg um eine äußere Wehrmauer, eine fünfgeschossige Kemenate, Türme und Schalentürme und diverse Wirtschaftsbauten auf einer Gesamtfläche von über zwei Hektar. Bis heute bestimmen diese Bauwerke maßgeblich das Bild der Burg.

Die spätmittelalterliche Anlage mit ihrer romanischen Kernburg ist weitgehend erhalten, sodass sich baugeschichtliche und historische Studien sowie Schulprojekte anbieten.

Zwei Männer in mittelalterlichen Ritterrüstungen beim Schwertkampf.
Foto: Ritterspiele auf der Wasserburg Kapellendorf Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / J. Ludwig

Die Burg beherbergt ein Museum und ist Veranstaltungsort. Es finden jährlich Töpfer- und Handwerkermärkte statt. Im Juli und August ist die Kurz- und Kleinkunstbühne aus Jena zu Gast und präsentiert im historischen Burghof gut inszenierte Kabarettstücke. In den Sommermonaten finden zusätzlich Märchenaufführungen für Kinder statt.

In den Sonderausstellungen erfährt der Besucher Wissenswertes über die wechselvolle Geschichte der Burg: Die Ausstellung "Mythos und Wirklichkeit" berichtet über die Anfänge der Burggeschichte und zeigt archäologisches Fundmaterial. Die 2011 eröffnete zweite Sonderausstellung "Belagerungen und Rückzugsgefechte" berichtet über die häufigen Besitzwechsel, die Umbauten zum Verwaltungssitz sowie über die Auseinandersetzungen von 1806, als die Burg als preußisches Hauptquartier in der Schlacht bei Jena und Auerstedt genutzt wurde.

Nähere Auskünfte zu den Ausstellungen und den Veranstaltungen gibt es in der Wasserburg oder beim Stadtmuseum. Seit dem 1. Januar 1998 ist die Burg selbst im Besitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die sich um die weitere Sicherung und Nutzung der Anlage bemüht.

Kontakt

Anselm Hartinger
Direktor Geschichtsmuseen
work
Am Burgplatz 1
99510 Kapellendorf
Deutschland

Weitere Informationen

Öffnungszeiten

Burggelände
Montag 10:00 - 16:00 Uhr
Dienstag - Sonntag 10:00 - 17:00 Uhr

Burgmuseum
Dienstag - Sonntag
10:00 - 12:00 Uhr
13:00 - 17:00 Uhr

Museumspädagogische Begleitung
Führungen und Sonderveranstaltungen (z. B. in den Ferien) auf Anfrage möglich