Navigator Schule - Beruf: Freiwilligendienste

Wer die Schule geschafft hat und vor der Berufsausbildung oder vor dem Studium schon Arbeitserfahrungen sammeln will, kann das in einem Freiwilligenjahr tun. Möglich ist das in ökologischen, sozialen und kulturellen Bereichen – und es gibt sogar ein Taschengeld.

Thüringen Jahr

Das Thüringen Jahr ist eine freiwillige Tätigkeit in einem gesellschaftlichen Bereich über den Zeitraum von einem Jahr. Mit diesem Bildungs- und Orientierungsjahr können junge Menschen Einblicke in den Arbeitsalltag erlangen, sich über Berufe informieren, sich ausprobieren und die eigene Persönlichkeit stärken. Im Begriff „Thüringen Jahr“ sind die bisherigen Freiwilligenjahre zusammengefasst. Es kann in fünf verschiedenen Einsatzfeldern absolviert werden: im sozialen Bereich, in der Kultur, im Sport, in der Denkmalpflege und im ökologischen Bereich.

Das Thüringen Jahr richtet sich an junge Menschen, die die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben, aber noch nicht 27 Jahre alt sind. Die Dauer des Thüringen Jahres beträgt in der Regel zwölf Monate. Für den Dienst bekommt man ein Taschengeld von 300,00 Euro im Monat. Wichtig ist: Die Einsatzstelle zahlt die Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Wenn man das Thüringen Jahr beendet hat, bekommt man ein qualifiziertes Zeugnis. Das kann hilfreich bei Bewerbungen um Lehrstellen oder Studienplätzen sein.

Bundesfreiwilligendienst

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist ein Angebot an Frauen und Männer aller Generationen, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz.

Im Bundesfreiwilligendienst kann sich jeder engagieren, der die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat, eine Altersbegrenzung nach oben gibt es nicht. Der BFD kann sechs bis 24 Monate lang sein und man bekommt ein monatliches Taschengeld, das maximal 330,00 Euro beträgt. Die Beiträge zur Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung werden von der Einsatzstelle getragen. Wer den BFD beendet hat, erhält ein qualifiziertes Zeugnis, das eventuell hilfreich bei späteren Bewerbungen sein kann.

Europäischer Freiwilligendienst

Im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes (EFD) können junge Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren zum Wohl einer lokalen Gemeinschaft einen Dienst im Ausland leisten. Dabei können Land und Leute kennengelernt, neue Eindrücke gesammelt und Sprachkenntnisse erweitert werden. Die Einsatzmöglichkeiten sind fast vielfältig: von Theaterprojekten in Polen, über Behindertenbetreuung in den Niederlanden bis hin zu lokaler Jugendarbeit in Bosnien-Herzegowina. Persönliche Interessen und Stärken spielen bei der Wahl des Einsatzortes und der Einsatzstelle eine wichtige Rolle.

Nahezu sämtliche Kosten (Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung, Versicherung) werden vom Bundesprogramm „Jugend in Aktion“ getragen. Zudem wird ein vom Einsatzort abhängiges Taschengeld gezahlt.

Wer über den EFD im Ausland tätig sein möchte, sollte Kontakt mit einer „Entsendeorganisation“ aufnehmen. In Erfurt sind folgende Einrichtungen als Entsendeorganisationen aktiv: Culture goes Europe – Soziokulturelle Initiative Erfurt e.V., NaturFreundeJugend Thüringen sowie das Landesjugendwerk der AWO Thüringen.

Internationale Freiwilligendienste

Internationaler Freiwilligendienst (IFD) ist ein Sammelbegriff für verschiedenste freiwillige bzw. ehrenamtliche Arbeitseinsätze im Ausland, die (je nach Projekt) zwischen 3 und 18 Monaten dauern. Entsprechende Projekte gibt es vor allem im sozialen (z. B. Betreuung von Straßenkindern), ökologischen (z. B. Umweltschutz) sowie im kulturellen (z. B. Denkmalpflege) Bereich.

Darunter fällt auch der internationale kulturelle Freiwilligendienst »kulturweit« für junge Menschen im Alter von 18 bis 26 Jahren. Er wird von der Deutschen Unesco-Kommission durchgeführt und vom Auswärtigen Amt gefördert. Die Einsatzdauer beträgt 6 oder 12 Monate. Die Einsatzstellen befinden sich in Entwicklungsländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sowie in Staaten Mittel- und Osteuropas.