Aktionstage anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen

15.11.2012 17:30

Vor dem Erfurter Rathaus wehen seit heute vier Fahnen mit der Aufschrift "Frei leben ohne Gewalt" in Deutsch, Englisch, Türkisch und Französisch im Rahmen der jährlich stattfindenden bundesweiten Aktion von Terre des femmes - Menschenrechte für die Frau.

Aktivistinnen des Frauennetzwerk mit Fahne vor dem Rathaus.
Foto: Mit der Fahnenaktion vor dem Rathaus möchte das Frauennetzwerk die Erfurter für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Der Anlass

Am 25. November 1960 wurden die drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Theresia Mirabal vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik ermordet. Ihr Kampf gegen den dominikanischen Diktator Trujillo war ihnen zum Verhängnis geworden.

20 Jahre später, an einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen 1981 in Kolumbien, wurde der 25. November zum internationalen Gedenktag ausgerufen. Fortan sollte er an die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen erinnern. So spiegelt dieser seit 1999 auch von den Vereinten Nationen anerkannte Gedenktag die traurige Tatsache wieder, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen in ihren verschiedenen Formen eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen überhaupt ist.

Erst durch die 4. Weltfrauenkonferenz in Beijing 1995, die den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen zu ihrem wichtigsten Anliegen erklärte, erkannte die internationale Gemeinschaft die Bedeutung der Problematik. Insbesondere, weil aufgezeigt werden konnte, dass effiziente Armutsbekämpfung und Demokratisierung nicht möglich sind, wenn nicht zugleich geschlechterspezifische Gewalt systematisch reduziert wird.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen gehört zu den schweren Menschenrechtsverletzungen. Die Bundesregierung hat zahlreiche Initiativen auf den Weg gebracht, in deren Zentrum der 1999 vorgelegte Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen steht. Ein Jahr später wurde in Erfurt als Projekt des Kriminalpräventiven Rates der Stadt Erfurt eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe gegründet, die sich dem Thema Häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder widmet. Mit Empfehlungen und vielen Aktivitäten betreibt die Gruppe unter Leitung der Gleichstellungsbeauftragten eine aktive Öffentlichkeitsarbeit.

Die Veranstaltungen

  • Benefizkonzert des Zonta Club Weimar Area zugunsten von Frauen im Frauenhaus und Familienübergangswohnhaus am 14.11.2012, um 19:30 Uhr im Festsaal des Rathauses.
  • Fahnenaktion zum Tag gegen Gewalt an Frauen am 15.11.2012, um 14:00 Uhr, Treffpunkt auf dem Fischmarkt.
  • Bangr Nooma: Die Kampagne gegen Genitalverstümmelung in Burkina Faso. Filmvortrag und Diskussion mit Prof. Dr. habil. Godula Kosack am 15.11.2012, um 19:00 Uhr im Rathaus, Raum 244, Veranstalter: Terre des femmes e.V. Städtegruppe Erfurt.
  • Interview mit Frauen aus Afghanistan und Pakistan vom Frauennetzwerk und Aktionsbündnis gegen Gewalt an Frauen am 16.11.2012, um 11:00 Uhr zu hören bei Radio F.R.E.I., 96,2 MHz.
  • Das Nibelungenlied als feministischer Streitschrift. Vortrag von Samira Kenawi am 19.11.2012, um 18:00 Uhr in der Brennessel, Regierungsstraße 28.
  • Kriegsenkel. Autorinlesung mit Sabine Bode am 21.11.2012, um 18:00 Uhr im Haus Dacheröden, Anger 37. Veranstalter: Brennessel- Zentrum gegen Gewalt an Frauen und Frauenbüro.
  • Ein Licht für jede Frau. Kerzenaktion für von Gewalt betroffene Frauen am 25.11.2012, um 17:00 Uhr auf dem Fischmarkt. Veranstalter: Erfurter Frauennetzwerk.
  • Aus dem Schatten treten. Autorinlesung mit Helga Rohra am 26.11.2012, um 18:00 Uhr in der Brennessel, Regierungsstraße 28.
  • Stark im Leben. Von Facebook zum Cybermobbing - Risiko im Online-Leben am 27.11.2012, um 17:00 Uhr, FrauenZentrum Erfurt, Pergamentergasse 36.