Auftakt 20 Jahre Städtepartnerschaft Erfurt-Mainz: "Finther Gruppe" aus Mainz-Finthen im Kulturhof Krönbacken

15.02.2008 00:00

Seit einigen Jahren hat der Austausch von Ausstellungen Erfurter und Mainzer Künstler zwischen den beiden Partnerstädten – der sich seit 1990 zu einer guten, aber nicht unbedingt regelmäßig gepflegten Tradition entwickelt hatte – frischen Wind bekommen. Was in Mainz das Rathaus mit seinen großen eigenen Ausstellungsräumen leisten kann, übernimmt in Erfurt inzwischen der Kulturhof Krönbacken in Rathausnähe.
Nachdem im vergangenen Jahr das Forum Konkrete Kunst am Rhein präsent war, stellt sich in diesem Jahr auf Vorschlag des Mainzer Kulturamtes ab 22. Februar 2008 eine Künstlergruppe aus Mainz-Finthen an der hiesigen Gera vor: Die "Finther Gruppe" besteht seit 34 Jahren. Seitdem zeigt sie ihre Arbeiten alljährlich nicht nur im Bürgerhaus in Mainz-Finthen, dem Mainzer Stadtteil, von dem sie ihren Namen bezieht, sondern auch im Rahmen des Weihnachtsmarktes Mainzer Künstler im dortigen Rathaus. 
Außerdem präsentierte sich die Künstlergruppe mit Gemeinschaftsausstellungen auch schon in St. Petersburg (1992) und in Kaliningrad (1993). Dieses Austauschprojekt mit der Petersburger Künstlergruppe WIR wurden 1997 mit einer gemeinsamen Ausstellung im Hambacher Schloss fortgesetzt. Das Ausstellungsprogramm wird ergänzt von weiteren Expositionen in ganz Deutschland.
Im Rahmen des Kulturaustausches zwischen den Partnerstädten Erfurt und Mainz und aus Anlass der 20-jährigen Städtepartnerschaft zeigen zehn Mitglieder der Gruppe eine Auswahl jüngerer Arbeiten: Monika Geisbüsch, Ute Grinda, Wolfgang Kanis, Anne-Marie Kuprat, Silvia Mohr, Ortrun Maria Ohlendorf, Reinhold Petermann, Peter Stechert, Marlies Willems und Willi Wissenbach.
Der Bogen spannt sich von Zeichnung und Grafik über Malerei bis zur Skulptur, vom figürlich-impressiven Naturstudium bis zur expressiv-abstrakten Bildkomposition, von klassischem, doch individuell variiertem Porträt- und Figurmotiv und sensibel beobachteter Landschaft über die satirische oder nachdenkliche Gesellschaftsstudie bis hin zu strukturell motivierter freier Komposition mit Tendenzen zu informellen Experimenten.
Während langjähriger und intensiver künstlerischer Auseinandersetzung mit den selbst gewählten Themen gewannen die teilweise auch berufsmäßig, aber vor allem aus Berufung künstlerisch tätigen Mitglieder der Finther Gruppe an Profil, prägten individuelle Handschriften aus und perfektionierten ihre bildnerischen Techniken.
Im November 2007 gab es im Bürgerhaus Finthen, das sich auf diese Weise zur Kunsthalle wandelte, schon eine viel beachtete "Generalprobe", unter anderem kommentiert im "Main-Rheiner" vom 13. November 2007: "’Die Ausstellung steht für Tradition, Konstanz und Können, stets mit hohem qualitativem Anspruch’, sagte Bernd Herdam vom Kulturamt. Auch deshalb werde die Finther Gruppe die Mainzer Farben beim kulturellen Austausch der Partnerstädte im kommenden Jahr in Erfurt vertreten."
Zur Vernissage am 22. Februar um 19.00 Uhr wird Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein die Gäste aus Mainz, unter ihnen auch der Ehrenamtliche Beigeordnete für Kultur und Schulen, Herr Dr. Peter Krawietz, persönlich begrüßen und das Jubiläumsjahr der Städtepartnerschaft Erfurt-Mainz offiziell eröffnen.