Doppelkonzert - Orient trifft Okzident: Hammerling Goes Maroc und das Ensemble nu:un

17.09.2014 13:32

Im Sommer 2005 trafen sich Youness Paco und Fritz Moßhammer anlässlich einer Konzertreise des Münchner Alphornkollektivs erstmals in Essaouira/Marokko. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit der beiden begann, die im Herbst 2012 bei einem Besuch Youness´ in Salzburg mit Proben und Konzerten im Trio mit Erwin Rehling, Moßhammers Partner im Duo Hammerling Fortsetzung fand. Aus der gemeinsam entwickelten Klang-Bibliothek erwuchs "Hammerling goes maroc" - geprägt von Respekt und Neugierde auf die jeweils andere, scheinbar fremde Musik und der Lust sich auf improvisatorischem Weg anzunähern.

Jazzmeile Thüringen – 2014

Drei Männer auf drei unterschiedlichen Schwarz-Weiß-Fotos
Foto: Hammerling Goes Maroc Foto: © Privat

"Hammerling goes maroc" steht für die belebende Kraft des künstlerisch humanen Austausches über alle Grenzen hinweg.

„…denn das Herz der Völker schlägt im gleichen Takt, es gibt ja nur Dialekte als Grenzen“ (Ödön von Horváth, 1929)

Youness Kirouche Paco - Gesang, Gembri
Fritz Moßhammer - Alphorn, Maultrommel, Flügelhorn, Fujara, Muschel, Gesang
Erwin Rehling - Schlagzeug, Steinspiel, Marimba, Kuhglocken

Freitag, 19.09.2014, 20:00 Uhr, Festsaal des Erfurter Rathauses, Fischmarkt 1

Zwei Herren und eine Dame, in der Mitte, mit Instrumenten.
Foto: Ensemble nu:un Foto: © Stefan Gast

Ensemble nu:un 

Nora Thiele – Perkussion
Gert Anklam – Saxophone
Falk Zenker - Gitarre

Die „Estampies und Danses Royales“ aus dem Manuscrit du Roi sind höfische Tänze aus dem 13. Jahrhundert und gelten heute als die älteste überlieferte Instrumentalmusik des Abendlandes. Ursprünglich wurden die einstimmigen Melodien mündlich unter den Musikern weitergegeben, der Mode der Zeit und der regionalen Eigenheiten ausgestaltet. Sie waren eine melodische Grundlage, auf der die höfischen Musiker im Mittelalter miteinander spielten und improvisierten.

Ungewöhnlicher Weise wurden zwischen 1290 und 1300 die Tänze von einem Mönch notiert und lassen uns nun, wie durch ein Zeitfenster, zu den Ursprüngen unserer heutigen Instrumentalmusik zurück schauen.

"Ich studierte und verinnerlichte diese zeitlosen Melodien und interpretiere sie aus meiner ganz persönlichen und gegenwärtigen Sicht. Mit der Freiheit eines Jazzmusikers, mit Mut, Abenteuerlust, Entdeckerfreude ebenso wie um kenntnisreiche und respektvolle Sensibilität bemüht, möchte ich die Estampies durch die 700-jährige Musikgeschichte bis in die Gegenwart führen. Alles Spätere scheint schon in diesen „Samenkörnern der Instrumentalmusik“, in den „ältesten Jazzstandards“ – wie ich sie gerne nenne, verborgen zu sein: neben mittelalterlichen Klangfarben, Anmutungen von Bach, Mussorgsky, Satie, mediterraner Musik, Blues und die Klangsprache des europäischen Jazz der Gegenwart.

Gemeinsam folgen wir drei Musiker meinen Bearbeitungen und möchten diese in gemeinsamer Improvisation und Kommunikation zu einer lebendigen farbenreichen Musik im Hier und Jetzt führen, im Nun - ein Spiel mit der Zeit, mit altem und neuem Klang im einmaligen Moment der Improvisation." (Falk Zenker)