"Fairplay?!" Modellprojekt zur Integration Geflüchteter am Erinnerungsort Topf & Söhne mit Spirit of Football e.V.

21.03.2016 12:44

Aus der Geschichte verfolgter jüdischer Fußballspieler lernen und selbst gemeinsam fair kicken – dieses Bildungsangebot des Erinnerungsortes Topf & Söhne mit Spirit of Football e.V. fand schon im letzten Jahr großen Anklang. Nun wird es ab sofort in einer neuen Form wieder angeboten, als Integrationsprojekt für Geflüchtete und Menschen aus Thüringen.

Die Verbindung von historisch-politischer Bildung und einem aktiven Miteinander überzeugte die Bundeszentrale für politische Bildung. Aus über 650 Einsendungen wurde "Fairplay?! – Damals, heute, auf dem Platz und im Alltag" als Modellprojekt zum Thema „Flucht und Asyl“ ausgewählt und mit 20.000 € Förderung ausgestattet. Mit diesem Geld können nun von März bis Oktober 30 Tagesprojekte stattfinden. Die Zielgruppe sind Jugendliche sowie erwachsene Flüchtlinge aus Integrationskursen und Willkommensklassen sowie Schülerinnen und Schüler aus allen weiterführenden Schulen.

Die Auseinandersetzung mit der historischen Ausgrenzung und Verfolgung der jüdischen Bürger macht besonders gut deutlich, warum die Achtung der Menschenwürde und die demokratischen Grundwerte die unverzichtbare Basis unserer Gesellschaft sind. Eine Integration gelingt dann, wenn sich alle an diese Spielregeln halten, die Bürger der Aufnahmegesellschaft wie die Flüchtlinge und Migranten.

Das Projekt beginnt am Morgen mit einer Führung durch die Ausstellung "Kicker, Kämpfer, Legenden" im Erinnerungsort. Sie zeigt das Schicksal jüdischer Fußballer, darunter Größen wie Nationalspieler Julius Hirsch und "Kicker"-Gründer Walther Bensemann, aber auch Beispiele aus Thüringen. Anhand der Geschichte wird gemeinsam überlegt, welche politischen und gesellschaftlichen Ursachen Ausgrenzung hervorbringen. Die Geflüchteten und die junge Thüringer sprechen dann darüber, wie Vorurteile entstehen und zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit werden. Geflüchtete Menschen aus Syrien, Irak oder Afghanistan sind nicht nur Teilnehmer im Projekt, sondern als Co-Teamer aktiv. Mit ihren Erfahrungen von Verfolgung und Flucht geben sie dem Projekt eine persönliche, höchst aktuelle Perspektive. Ein gemeinsames Fairplay-Fußballspiel im nahegelegenen Stadtpark schließt den Tag ab. Es geht nicht um das Zählen der Tore, sondern um den gemeinsamen Spaß und das Erleben eines fairen Miteinanders.

Das Angebot ist kostenlos.

Informationen und Anmeldung: Rebekka Schubert, Telefon 0361 6551682,

oder Andrew Aris, Telefon 0174 2084471.