„Erfurter Schulen sparen Energie“ – ein Projekt der Lokalen Agenda 21 Erfurt

Nachdem im Jahr 2004 eine Neuauflage des erstmalig im Schuljahr 1999/2000 durchgeführten Energiesparprojektes an Erfurter Schulen gestartet wurde, wird das Projekt „Erfurter Schulen sparen Energie“ jährlich durchgeführt.

Projektbeschreibung „Erfurter Schulen sparen Energie“

Ähnlich wie in vielen anderen deutschen Städten besteht auch in der Landeshauptstadt Erfurt das Ziel darin, durch eine bewusste Veränderung im Nutzerverhalten der Schülerinnen und Schüler effektiv Energie einzusparen. Im Fokus steht dabei der Gedanke einer Bildung und des Handelns für Nachhaltigkeit. Die Landeshauptstadt Erfurt wurde im Rahmen der UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ mehrfach mit dem Titel „Stadt der UN-Weltdekade“ sowie im Rahmen des Weltaktionsprogramms der UN „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.

Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit im Sinne der Agenda 21 und einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ können nur durch Langfristigkeit, Beständigkeit und Dauerhaftigkeit erreicht werden.

Auszeichnung der besten drei Energiesparschulen 2016 zum Bürgerestt am 10.06.2017
Foto: Auszeichnung der besten Energiesparschulen zum Bürgerfest „Stadt im Wandel" 2017 Foto: © Sylvia Mierzynska

Das Projekt „Erfurt Schulen sparen Energie" wird in zwei getrennten Teilen durchgeführt. Im Vergleich zu einem Startwert werden im Teil 1 die Verbrauchswerte im Bereich Elektroenergie bzw. Einsparungen von Elektroenergie aus Änderungen im Nutzerverhalten berechnet. Im Rücklauf wird ein Teil der eingesparten Kosten an die Schulen zurück überwiesen und dem Schulbudget zugeordnet.

Für diesen Wettbewerbsteil ist eine Vereinbarung zwischen jeder einzelnen Schule und der Stadtverwaltung notwendig, der neben anderen auch die Gratifikation für und die Aufgaben der Schule hinsichtlich der Bildung eines Schul-Energie-Teams regelt und auf die Erfassung und Bewertung der Stromverbrauche zum Beispiel bei Baumaßnahmen bzw. bei Projekten orientiert, die der Schule nicht direkt zuzumessen sind.

Da der Verbrauch bzw. eine Einsparung von Wärmeenergie, Wasser und auch die Abfallvermeidung durch baulich-konstruktive und technisch-organisatorische Bedingungen immer noch nicht trennscharf den eigentlichen Schulgebäuden und damit den Einsparpotentialen der Schülerinnen und Schüler zugeordnet werden kann, wird in Erfurt der Schwerpunkt auf die Einsparung von Elektroenergie gelegt. Diese ist eindeutig mess-, vergleich und zuordenbar.

In einem zweiten Teil, dem Kreativteil, der pädagogische Ansätze enthält, besteht der Auftrag darin zu belegen, dass das Thema „Energie" als nachhaltiges Element im Sinne der Agenda 21 und einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung" in den Unterricht und die außerunterrichtliche Arbeit eingebunden wird.
Über Dokumentationen, Wandzeitungen, Protokolle von Energierundgängen, an Hand von Modellen und anderen Nachweisen war zu belegen, wie die Themen „Energie und Nachhaltigkeit" in der Schule umgesetzt wurden.

Ergebnisse für das Projektjahr 2016

Verbrauchsmessung und numerischer Nachweis der Einsparung

Im Jahr 2016 haben sich 24 von den ehemals 30 am Projekt beteiligten Schulen der Stadt Erfurt am Energiesparprojekt beteiligt. Leider haben mehrere Schulen ihre Mitarbeit im Projekt mit verschiedenen Begründungen beendet.
Allerdings konnten von den 24 beteiligten Schulen im Jahr 2016 auch nur 14 Schulen effektiv Einsparungen erzielen.

Drei Schulen belegten durch die Arbeit ihres schulischen Energieteams bzw. im Gespräch mit den Initiatoren des Energiesparprojektes, dass, obwohl ein Mehrverbrauch von Elektroenergie aufgetreten ist, dieser nicht durch die Schülerinnen und Schüler verursacht wurde.
Gemeinsam mit Experten aus dem Bereich TGA des Amtes für Grundstücks- und Gebäudeverwaltung wurden die Ursachen ermittelt und so die Voraussetzungen geschaffen, zukünftig wieder in einen Einsparungsbereich durch Veränderungen im Nutzungsverhalten zu kommen.

Die Schulen mit Einsparungen erhielten gemäß den vertraglich fixierten Vereinbarungen eine Gratifikation von insgesamt 3950 EUR. Für das Engagement der drei Schulen, die trotz Mehrverbrauch Aktivitäten an der Schule vorweisen konnten, erhielten diese eine Anerkennung von je 100 EUR.

Leider haben die anderen 7 Schulen ohne Einsparungen auch nicht versucht aufzuklären, wie ein Mehrverbrauch zustande kam und auch keinen Kontakt zu den Initiatoren des Energiesparprojektes gesucht. In einigen gab es auch kein Energie-Team bzw. war ein solches nicht aktiv. Diese Schulen sind aufgerufen, sich zukünftig wieder mit mehr Engagement am Projekt zu beteiligen.

Die Schule mit den höchsten Einsparungen von fast 4 % ist die Staatliche Gemeinschaftsschule am Roten Berg, dicht gefolgt vom Vorjahressieger, dem Heinrich-Mann-Gymnasium „Zur Himmelspforte“.
Den dritten Platz belegt das Förderzentrum 1 „Schule am Andreasried“.

im Energielabor, im Vordergrund ein Solarpaneel
Foto: Solarpaneel der AG "Energiesparfüchse" der Gemeinschaftsschule 2 Foto: © Herr Strupp

Kreativteil

Am Teil 2 des Energiesparprojektes, dem Kreativteil, beteiligten sich im Jahr 2016 leider nur zwei Schulen.

Der Sieger des Teils 1 des Wettbewerbes, die Gemeinschaftsschule 2 „Am Roten Berg" und die Thomas-Müntzer-Grundschule erhielten für ihr Engagement im Kreativteil eine Anerkennung von je 200 EUR.

Ergebnisse seit Projektbeginn

Als Energie-Spar-Schule wird in jedem Jahr die Schule mit den höchsten prozentualen Einsparungen geehrt und erhält den „Energie-Spar-Pokal“ als äußeres Zeichen für Engagement für die Umwelt!

Energie-Spar-Schulen Erfurt

  • 2004 Wilhelm-Busch-Schule
  • 2005 Kolpingschule
  • 2006 Schule am Wiesenhügel
  • 2007 Wilhelm-Busch-Schule
  • 2008 Schule am Wiesenhügel
  • 2009 Staatliche Regelschule 25
  • 2010 Astrid-Lindgren- Schule
  • 2011 Schule am Andreasried
  • 2012 Schule am Andreasried
  • 2013 Thomas-Müntzer-Schule
  • 2014 Gemeinschaftsschule am Nordpark
  • 2015 Heinrich-Mann-Gymnasium „Zur Himmelspforte“
  • 2016 Staatliche Gemeinschaftsschule „Am Roten Berg“

Kontakt

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Fischmarkt 11
99084 Erfurt

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