Umbau der Krämpfertorbrücke

Die Krämpfertorbrücke ist ein charakteristisches Symbol für das wirtschaftlich aufstrebende Erfurt in der Gründerzeit. Erbaut im Jahr 1895 ist sie eine von zwölf Brücken, die mit dem Bau des Flutgrabens entstehen.

Mit dem Umbau wird ein Zeugnis historischer und gleichzeitig moderner Ingenieurkunst bewahrt

Draufsicht auf eine Brückenbaustelle
Foto: Umbau der Krämpfertorbrücke Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Sie verbindet die Innenstadt mit den neuen Vorstadtquartieren entlang der heutigen Leipziger Straße.

Sie ist ein typischer Brückenbau ihrer Zeit. Haupttragglied ist ein Bogen aus ca. 168.000 Ziegeln. Komplettiert wird das Bauwerk durch Stirnwände und repräsentative Brüstungen aus Sandstein. Markantes Merkmal der Brücke sind die Bogenschlusssteine mit dem Erfurter Wappen.

Im Jahr 1996 beschließt der Erfurter Stadtrat den Ausbau der Erfurter Straßenbahn zur Stadtbahn. Dieser sieht eine Linie zwischen Anger und dem neuen Wohngebiet Ringelberg vor. Damit stellen sich völlig neue geometrische und statische Anforderungen an das historische und unter Denkmalschutz stehende Brückenbauwerk.

seitlicher Blick auf Brückenbogen
Foto: Krämpfertorbrücke 1999 Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Im damaligen Tiefbauamt fällt die Entscheidung, die historische Brücke zu erhalten. Es schließt sich ein aufwändiger Planungsprozess zur geometrischen Erweiterung und statischen Ertüchtigung des stadtbildprägenden Bauwerks an. Die Umsetzung folgt in den Jahren 1998/99 durch eine Verbreiterung des Ziegelbogens um 5,8 Meter mit einem Stahlbetonbogen. Darüber hinaus werden umfangreiche Gründungsverbesserungen vorgenommen und die nördlichen Natursteinsichtflächen restauriert. Zudem werden die östlichen Flügel in Form von konvex gekrümmten Aufweitungen
völlig neu gestaltet.

Für die Beleuchtung der Brücke werden nach alten Bildvorlagen neue Schinkelleuchten angefertigt. Der an der südlichen Stirnwand und den Brüstungen erforderliche neue Sandstein kommt aus Seebergen.

Nach nunmehr 16 Jahren der Nutzung hat sich die Entscheidung für den Erhalt der Brücke als richtig erwiesen. Die konstruktiven und räumlichen Anpassungen an den modernen Verkehrsraum sind gelungen und die Stadt hat ein historisches und gleichzeitig modernes Zeugnis der Ingenieurkunst bewahrt.

Tabelle: Projektdaten
Bauzeit: 1998 bis 1999
Länge und Fläche: 18,75 m Breite, 41 m Länge, 478 m2 Fläche
Kosten: 3,0 Mio. EUR, finanziert durch die Evag im Rahmen des Stadtbahnprojektes