19. Etappe Tour de Bildung: Stiftungen

29.11.2012 17:58

Das Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Nonnengasse ist nicht so leicht zu finden. Mit unwesentlicher Verspätung schaffen wir es trotzdem zum angekündigten Vortrag. Michael Schultheiß, Büroleiter der Stiftung in Namibia, spricht über die Auswirkungen der arabischen Revolution in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Textreportage

Das Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Nonnengasse ist nicht so leicht zu finden. Mit unwesentlicher Verspätung schaffen wir es trotzdem zum angekündigten Vortrag. Michael Schultheiß, Büroleiter der Stiftung in Namibia, spricht über die Auswirkungen der arabischen Revolution in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Der kleine Veranstaltungsraum ist gut gefüllt, nebenan stehen schon die belegten Brötchen bereit. "Wir sind mit unserer politischen Bildungsarbeit nicht nur in Deutschland sondern auch weltweit aktiv. Über hundert Auslandsbüros haben wir derzeit ", erklärt uns Jan-Müller, Referent im Thüringer Landesbüro, den wir nach dem Vortrag treffen. "Unser Angebot hier in Thüringen reicht von Projekttagen an Schulen über Diskussionen und Lesungen bis hin zu Vorträgen von internationalen Kollegen wie heute Abend. Dabei stehen aktuelle politische und soziale Themen im Vordergrund. Wir sind viel unterwegs, nur etwa die Hälfte der Veranstaltungen findet in Erfurt statt. ", fasst Jan Müller die Arbeit der Stiftung zusammen. Auf die Frage nach dem Verhältnis zur SPD erklärt er: "Wir sind ein eigenständiger gemeinnütziger Verein, stehen der SPD nahe, gehören aber nicht dazu. Was uns verbindet, ist die gemeinsame Ursprungsidee, nämlich die der sozialen Demokratie. Das heißt, dass man für politische Beteiligung nicht nur freie Wahlen braucht, sondern auch Sozialpolitik."

Tags darauf haben wir einen Termin bei der Deutschen Kindermedienstiftung. Geschäftsführerin Margret Albers empfängt uns freundlich und führt uns durch die Räumlichkeiten am Anger. Lebensgroße Mainzelmännchen, rote Drachen aus Schaumgummi, Plakate, Videokassetten, Filmdosen und Aktenordner wo man hinschaut. "Zweck der Stiftung ist die Förderung von Kinderfilm und Kinderfernsehen sowie weiterer elektronischer Medien für Kinder", erläutert Margret Albers. Sie ist gleichzeitig Leiterin des Festivals "Goldener Spatz", das in Erfurt und Gera stattfindet. Jedes Jahr werden hier die besten Medien für Kinder prämiert. "Produktionsfirmen, Fernsehsender und Filmhochschulen reichen ihre Produktionen ein, vom dreiminütigen Kurzfilm bis zum Spielfilm. Expertenkommissionen treffen aus den über hundert Stunden eine Wahl, so dass beim Wettbewerb dann zwischen 36 und 39 Produktionen laufen. Welche Beiträge am Ende mit dem goldenen Spatz ausgezeichnet werden, entscheidet schließlich eine Kinderjury im Alter von 10 - 13 Jahren." Die prämierten Beiträge widmen sich dabei nicht selten auch ernsten Themen wie beispielsweise Drogensucht. "Kinder möchten die ganze Bandbreite haben, sie möchten herausgefordert werden und auch ernste Themen besprochen wissen, weil sie auch im wirklichen Leben damit konfrontiert werden. Das ist genauso wichtig, wie bei anderen Filmen auch mal richtig ablachen zu können", sagt Margret Albers.

Hinter der Krämerbrücke treffen wir Josef Ahlke, Stiftungsratsvorsitzender der Bürgerstiftung Erfurt. "Unser Ziel ist die gemeinschaftlich-soziale sowie ökologisch-nachhaltige Entwicklung der Stadt Erfurt - natürlich nur dort, wo eine so kleine Stiftung, wie wir es sind, beitragen kann", erklärt er. Die Stiftung wurde 2005 gegründet und hat momentan 73 Stifter/-innen, die sich mit jeweils 500 Euro beteiligt haben. "Wir wollen die gesamte Bandbreite der Erfurter Stadtgesellschaft abbilden. Das geht von Handwerkern über Angestellte bis hin zu Stadtratsmitgliedern oder Professoren." Das Konzept der Bürgerstiftungen kommt ursprünglich aus den USA, mittlerweile gibt es sie auch in über 300 deutschen Kommunen. Kritiker sehen darin eine Tendenz, die Unterfinanzierung der Kommunen auszugleichen. "In den Satzungen steht ganz klar, dass wir nicht in die Pflichtaufgaben der Kommunen eingreifen dürfen", sagt Josef Ahlke. Wir gehen die Gera entlang und bleiben an einem Haus mit einer grünen Nummer auf dem Schild stehen. "Mit der sogenannten "grünen Hausnummer" ehren wir Häuser, die sich durch eine besondere Qualität des ökologischen Bauens auszeichnen. Bis jetzt gibt es davon in Erfurt knapp 30 Stück." Dies ist jedoch nur ein Projekt der Bürgerstiftung. "Wir wollen als Netzwerk bürgerschaftlichen Engagements funktionieren, d.h. verschiedene Akteure aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammenbringen sowie andere Projekte und Initiativen unterstützen."