Wirtschaftskongress Erwicon 2015: Faktor Zeit – Mess- und planbar oder doch die große Unbekannte?

Zeit ist ein zentrales Thema, das jeden Menschen und jedes Unternehmen betrifft – und doch ist es schwer greifbar. Der Wirtschaftskongress erwicon hat sich in vielfältiger Art und Weise mit dem Thema Zeit auseinandergesetzt. Be- und Entschleunigung, permanente Erreichbarkeit und das sprichwörtliche Hamsterrad stehen individuell ebenso mit der Zeit im Zusammenhang wie Optimierung, Flexibilität und sich zunehmend verkürzende Produktlebenszyklen im unternehmerischen Sinn.

18. Juni 2015 Wirtschaftskongress Erwicon

Die Erläuterungen des Schweizer Zeitforschers Ivo Muri zu den "Drei Arten von Zeit" sowie die Professoren Bernd Okun, zum Kongress vertreten durch Franziska Okun, und Hartmut Rosa mit den Themen " Kommunikation – vom Zeitfresser zur Produktivkraft mit Hebelwirkung" und "Wie viel Beschleunigung ist gut für Unternehmen?" waren die zentralen Programmelemente. Zudem boten vier parallele Workshop- und Forenangebote mit Referenten aus der Thüringer Wirtschaft und bundesweit aktiven Rednern und Experten den Kongressbesuchern Erfahrungswerte aus der Unternehmenspraxis im Umgang mit Zeit, sowohl auf der persönlichen als auch auf der betrieblichen Ebene. In der Podiumsdiskussion wurde abschließend die Frage "Innovativ, flexibel, optimiert und schnell – Fluch oder Segen für Unternehmen und Mitarbeiter?" erörtert. Den Kongresstag im Allgemeinen und die abschließende Diskussionsrunde im Speziellen begleitete Doreen Kister, Nachrichtensprecherin von Antenne Thüringen, als Moderatorin.

Der Kongress konnte damit erneut sowohl das Interesse von großen Unternehmen als auch des Mittelstandes wecken und bot Geschäftsführern, Führungskräften und Mitarbeitern beispielsweise aus den Bereichen (Prozess-) Organisation und Personal die Möglichkeit, neue Informationen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Zudem war der Kongress als Weiterbildungsmaßnahme für Betriebs- und Personalräte anerkannt. 

Erwicon fand 2015 zum 14. Mal statt und zählte rund 260 Teilnehmer. Für die abschließende Abendveranstaltung öffnete Zalando im GVZ seine Türen für die Kongressteilnehmer und geladene Gäste.

Eröffnungsteil im Carl-Zeiss-Saal

09:30 Uhr bis 09:40 Uhr | Begrüßung

Andreas Bausewein – Oberbürgermeister, Landeshauptstadt Erfurt

09:40 Uhr bis 10:10 Uhr | Thüringen stellt sich dem Wandel der Zeit

Dr. Gertrud R. Traud – Chefvolkswirtin / Leitung Research, Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, Frankfurt am Main / Erfurt

10:10 Uhr bis 10:40 Uhr | Die drei Arten von Zeit

Ivo Muri – Unternehmer und Zeitforscher, Zeit AG, Sursee, Schweiz

Auszug:

Was fehlt uns eigentlich, wenn wir glauben, keine Zeit zu haben. Haben wir keine Zeit? Fehlt uns das Geld oder haben wir kein Leben? Ist es überhaupt möglich, keine Zeit zu haben? Und wenn nein, warum erscheint es uns denn trotzdem zunehmend so, als hätten wir keine Zeit? Was ist eigentlich Zeit – und was ist der Unterschied zwischen der Zeit und der Uhr? Warum ist Zeit Geld und sind wir dem Diktat von Zeit ist Geld hoffnungslos ausgeliefert? Freuen Sie sich auf eine spannende Auseinandersetzung mit einem Thema, das sicher viele von Ihnen beschäftigt. Ivo Muri, Unternehmer und Zeitforscher aus Sursee wird uns praxisnah in seine Erkenntnisse aus sieben Jahren Zeitforschung einführen.

Parallele Foren Teil 1

11:15 Uhr bis 11:55 Uhr | Just in sequence – Zeit als bestimmende Größe im Logistik-Business

Daniel Behlert – Standortleiter, Zalando SE & Co. KG, Erfurt

Auszug:

Logistik ist die Kunst, Güter und Waren just in time für den Kunden zur Verfügung zu stellen, unabhängig davon, um welches Gut es sich handelt. Ob es um ein Bauteil für ein Automobil geht, das zu einem exakten Zeitpunkt im Produktionsprozess just in sequence zur Verfügung stehen muss oder ein schwarzes Abendkleid, das die Kundin pünktlich per Expresslieferung am Samstag an ihrer Haustür entgegennehmen möchte – die gestiegenen Bedürfnisse des produzierenden Gewerbes und der Konsumenten, ihr Produkt nicht nur schnellstmöglich, sondern zu einem exakt definierten Zeitpunkt zu erhalten, treiben die Entwicklungen in der Logistikbranche immer weiter voran.

12:05 Uhr bis 12:45 Uhr | Atemlos statt Kunden los? – Erfolgsstrategien im Zeitalter der Digitalisierung

Markus Fels – Leiter Einkauf / Kommunikation, KNV Logistik, Stuttgart / Erfurt

Auszug:

Nicht nur die Medienbranche steht derzeit in einem rasanten Veränderungsprozess – die Digitalisierung wirkt sich auf zahlreiche Lebens- und Arbeitsbereiche und damit auf unsere Zeitbudgets aus. Markus Fels, Leiter Kommunikation und Einkauf beim marktführenden Mediengroßhändler KNV (KNV Logistik Erfurt), lädt ein, die eigene Mediennutzung und das Konsumverhalten zu hinterfragen, um Herr über seine Zeit zu bleiben und zeigt Erfolgsstrategien für Unternehmer auf.

11:15 Uhr bis 11:55 Uhr | Professionelles Zeitmanagement – Nur etwas für Großprojekte? Demonstration am Beispiel Lean Construction Management (LCM)

Pia Puth – Wirtschaftsprüferin / Senior Manager, PricewaterhouseCoopers AG, Frankfurt/Main
Dr. Denise Brady – Projektpartnerin, DS Consulting Process & Organization GmbH, Stuttgart

Auszug:

Großprojekte wie Kraftwerke, Flughäfen, Autobahnen oder neue Produktionsstandorte − solche komplexen Projekte sind mit vielfältigen Herausforderungen an die kaufmännische Funktion verbunden und bergen etliche Fallstricke. Dies ist jedoch auch für Kleinprojekte zutreffend. Die Kriterien zur Klassifizierung in ein großes oder kleines Projekt sind vielfältig. Das kaufmännische und technische Projektmanagement ist für den gesamten Lebenszyklus des Projekts verantwortlich und beansprucht größtmögliche Flexibilität, muss aber gleichzeitig in die Prozesse und Steuerungssysteme des Unternehmens eingebunden sein. Immer wieder stellen sich die Kunden die Frage: „Wieso laufen so viele Projekte aus dem Ruder? Welche Herausforderungen verbergen sich dahinter?“ In unserem Workshop diskutieren wir gemeinsam mit dem Publikum das Zusammenspiel von Projekt- und Zeitmanagement und präsentieren Ihnen das Lean Construction Management (LCM), welches zu einem deutlich stabileren und effizienteren Bau- und Planungsprozess führt.

12:05 Uhr bis 12:45 Uhr | Effiziente Projektentwicklung, kurze Realisierungszeiten, Qualität am Bau – der Faktor Zeit in der Immobilienwirtschaft

Marc Seidel – Produktmanager Büroimmobilien, Goldbeck GmbH, Bielefeld
Andreas Kiermeier – Niederlassungsleiter Goldbeck Ost GmbH, Amt Wachsenburg
Ralph Holeschovsky – Niederlassungsleiter, OFB Projektentwicklung GmbH, Erfurt

Auszug:

Ist die Entwicklung von Projekten im komplexen Kontext von Baurechtschaffung, Politik, Bürgerbeteiligung, Medien und Social Network noch planbar? Ja, aber...! Die Ära, in der man bei großen Projekten mit durchschnittlichen Projektlaufzeiten planen konnte, ist vorbei. Stadt- oder Landschaftsbild prägende Projekte stehen heute vermehrt im Fokus der Öffentlichkeit, werden von Bürgerschaft und  Politik diskutiert. Der Prozess der Projektentwicklung bis zum Baubeginn wird zunehmend komplexer, risikoreicher und kann viel Zeit kosten. Mit Erfahrung, Kompetenz, Offenheit und der Fähigkeit voraus zu denken - den Erfolgsfaktoren der OFB - bleiben Projekte in der Spur.

Kürzeste Bauzeiten bei gleichzeitig höchsten Ansprüchen an Bauqualität und Kostensicherheit - das sind aktuelle Anforderungen der Kunden. Der Faktor Zeit spielt in der Immobilienwirtschaft eine immer größere Rolle. Durch eine integrale Planung, standardisierte Arbeitsabläufe und Prozesse sowie eine elementierte, systematisierte Bauweise mit hohem Eigenfertigungsanteil können bei anspruchsvollen Büro- und Verwaltungsgebäuden Termine gesichert und Baukosten reduziert werden. Seit 45 Jahren ist das elementierte Bauen mit System die besondere Kompetenz von Goldbeck. Das Prinzip „alles aus einer Hand“ sichert die Qualität der Gebäude und Dienstleistungen, die das Unternehmen anbietet.

11:15 Uhr bis 12:45 Uhr | Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

– max. 100 Teilnehmer –

Ivo Muri – Unternehmer und Zeitforscher, Zeit AG, Sursee, Schweiz

Auszug:

Was ist eigentlich Zeit? Ist Zeit Geld? Und wenn ja, warum? Worin besteht der Unterschied zwischen der Zeit und der Uhr? Warum erscheint es uns so schwer, der zunehmenden Zeitarmut wirkungsvoll zu begegnen? Wenn Sie sich solche Fragen stellen, lohnt es sich ganz bestimmt, diesen Workshop zu besuchen. Die Teilnehmenden erleben die drei Arten von Zeit durch aktive Arbeit in Kleingruppen und Gespräche im Plenum. Sie sind in der Lage, die obenstehenden Fragen zu beantworten. Wagen Sie den ersten Erkenntnisschritt zum gemeinsamen Ausstieg aus dem Hamsterrad.

11:15 Uhr bis 11:55 Uhr | Global E-Tailing – „Wie wir leben, wie wir einkaufen im Jahr 2025 – 4 mögliche Zukunftsszenarien – welche Rolle der Onlinehandel im Jahr 2025 im Leben der Menschen spielt.“

Ole Behm – Niederlassungsleiter, DHL Vertriebs GmbH, Leipzig / Rüdersdorf
streikbedingt entfallen

12:05 Uhr bis 12:45 Uhr | Zeitlos begeistern, sichtbar schneller abschließen

Marko Hamel – Visual Selling GbR, Erfurt

Auszug:

Verkaufen Sie nicht mehr, sondern begeistern Sie Ihre Kunden und schließen Sie dadurch schneller ab. Dafür gibt Ihnen Marko Hamel, Sales Experte und Keynote Speaker, drei Strategien an die Hand: 1. Er zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Vertriebsgespräch individuell  und ohne Vorbereitungszeit anpassen. Denn im Verkauf geht es nicht um Sie, sondern um Ihren Kunden. 2. Sie erfahren, wie Sie eine emotionale Verbindung aufbauen, indem Sie individuelle Bilder verwenden. 3. Beginnen Sie, Ihren Kunden visuell zu führen und etablieren Sie sich damit als Premium-Anbieter Ihrer Branche. Freuen Sie sich auf eine visuelle Performance der besonderen Art, in der Ihnen Marko Hamel jede Hemmung davor nimmt, zukünftig selbst live zu visualisieren und setzen Sie von nun an Zeichen im Vertrieb.

Vortrag im Carl-Zeiss-Saal

Kommunikation – vom Zeitfresser zur Produktivkraft mit Hebelwirkung

Prof. Bernd Okun – Geschäftsführer, Führungs- und Veränderungsakademie De Vacto, Leipzig
vertreten durch Franziska Okun

Auszug:

Kommunikation kostet Zeit, stört die Abläufe und produziert Konflikte wie aus dem Nichts. Und gleichzeitig gewinnt sie extrem an Bedeutung. Es kann also nicht die Rede sein von einem „weichen Faktor“ oder ein wenig rhetorischem Schliff: Es lohnt sich, über Kommunikation neu nachzudenken, um von ihrem enormen Potential zu profitieren.

Parallele Foren Teil 2

14:00 Uhr bis 14:40 Uhr | „Jammerst Du noch oder handelst Du schon?“ Zeit für Veränderungen in den Führungsetagen!?

Cornelia Stöckmann – Inhaberin, Stöckmann Konzept, Erfurt

Auszug:

Nutzen Sie das Potenzial der Ressource Mensch im Unternehmen!? Bleiben Sie wettbewerbsfähig! Im Wissenszeitalter geht es darum, das vorhandene Wissen auch in die Tat umsetzen zu können. Die meisten Führungskräfte wissen, was eine ganzheitliche Führung bedeutet und einen großen Nutzen für Ihr Unternehmen bringt. Doch wie setze ich eine ganzheitliche, werte- und zielorientierte Führung im Alltag um? Ganzheitliche Führung fängt immer bei mir als Führungskraft selbst an. So wie ich mich führe, führe ich auch andere!  Erarbeiten Sie in diesem Workshop am Beispiel des Lebensbereiches Gesundheit, ein Ziel für sich selbst. Ein Auszug aus dem 6-monatigen berufsbegleitenden Kurs „Effektive Persönliche Führung“

14:45 Uhr bis 15:15 Uhr | Alles hat seine Zeit? Anhalten – Innehalten – Ziele setzen

Andrea M. Sprengart – Inhaberin, Freifalter Querdenkercoaching, Erfurt

Auszug:

Fragen Sie sich öfter, was Sie noch alles in Ihrem Tag, Ihrer Woche oder Ihrem Leben unterbringen sollen? Sie fühlen sich gehetzt und manchmal wie ferngesteuert? Wir können dem Leben nicht mehr Zeit geben, aber der vorhandenen Zeit mehr Aufmerksamkeit. Neben einem sinnvollen Zeitmanagement ist es wichtig zu wissen, was Sie erreichen wollen. Wenn Sie Ihr Ziel klar im Blick behalten, fällt es Ihnen leichter die richtigen Prioritäten zu setzen. Ein Instrument dazu ist die Visualisierung Ihrer Ziele. Dadurch gestalten Sie Ihre berufliche und private Zeit bewusst. Sie sind wach und präsent im Hier und Jetzt. Vor allem entwickeln Sie ein Gespür dafür, wann es Zeit ist, anzuhalten, innezuhalten oder sich aktiv mit voller Aufmerksamkeit genau einer Sache zu widmen.

15:30 Uhr bis 16:00 Uhr | Zeitfresser „Innerer Schweinehund“: Wie Sie ihm auf die Schliche kommen und dabei vielleicht einen neuen Freund gewinnen

Annett Rosenblatt – Inhaberin, Rosenblätter Kommunikationsberatung, Langenorla

Auszug:

Wir alle kennen ihn. Wenn er zuschlägt, dann haben wir ein Motivationsproblem. So lange, bis wir ein Zeitproblem haben. Und dann wird es meist nicht nur zeitlich eng. Haben Sie manchmal das Gefühl, der innere Schweinehund raubt Ihnen wertvolle Zeit? Glauben Sie, dass Sie ihn soweit zähmen können, dass er an dieser Stelle mit Ihnen zusammenarbeitet? Wenn ja, dann lassen Sie sich in diesem Vortrag überraschen, auf welch leichte Weise das zu bewerkstelligen geht und Sie dabei möglicherweise einen neuen Freund gewinnen.

14:00 Uhr bis 14:40 Uhr | „Zwischen Chronos und Kairos“ – Time Management für mittelständische Unternehmen

Peter Kraska – CEO, PK Unternehmensberatung, Erfurt

Auszug:

Zeit ist (entgegen landläufiger Meinung) nicht Geld – aber dennoch sehr wertvoll. Gezieltes Time Management ist wesentliche Voraussetzung für ein erfolgreiches Selbstmanagement. In einem Impulsvortrag mit anschließender Diskussion erleben Sie Zeit als facettenreichen Faktor ihres Lebens und verstehen, was Time Efficiency bedeutet. Lernen Sie die Zeitdiebe und Zeitfresser kennen und wie man sie erfolgreich bekämpft. Erkennen Sie an praktischen Beispielen, wie Sie Ihre Zeitplanung optimieren können. Erfahren Sie, warum viele Chefs am Putzfrauen-Syndrom leiden und was man dagegen tun kann. Zeit kann man finden und Zeit kann man gewinnen – auch durch Entschleunigung. Verschwenden Sie keine Zeit mehr. Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben (Marie von Ebner-Eschenbach). Es ist Zeit zu handeln. Fangen Sie jetzt damit an.

14:50 Uhr bis 15:10 Uhr | (Software-)Werkzeuge für das effektive Zeitmanagement im Unternehmen

Robert Hollmann – CEO, Scitotec GmbH, Erfurt

Auszug:

In einer vernetzten und digitalisierten Lebenswelt erfolgt Arbeit in Unternehmen zunehmend auf Projektbasis. Genau wie in vielen anderen Bereichen ist auch hier ein effektiver Umgang mit Zeit von großer Bedeutung. Die Methoden des klassischen Zeitmanagements sind jedoch nur bedingt für das flexible Projektmanagement geeignet. Software-Tools können Abhilfe schaffen. Im Vortrag lernen die Teilnehmer daher konkrete Software-Werkzeuge kennen, die für ein wirksames Zeitmanagement speziell in der Projektarbeit wichtig sind. Erfahren Sie, wie Sie mithilfe von agilen Projektmanagement-Methoden, wie JIRA, Trello und Co., Aufgaben und Teams neu organisieren und letztendlich vor allem eines gewinnen: Zeit.

15:20 Uhr bis 16:00 Uhr | Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben – durch effektive Daten- und Systemintegration

Rita Jaschke – Geschäftsführerin, ADAICA Deutschland GmbH, Witzenhausen

Auszug:

Unsere Eltern hatten noch eine 6-Tage-Woche…   wir, zumindest auf dem Papier, eine 5-Tage-Woche. Wie wäre es für Sie, wenn Sie stattdessen nur noch 4 Tage arbeiten müssten, um das gleiche Arbeitsergebnis zu erreichen und/oder keine Überstunden mehr notwendig wären? Studien zeigen, dass mindestens 30 % der Arbeitszeit „verschwendet“ wird, weil die Zusammenarbeit in Unternehmen durch schlechte Datenstruktur und -qualität behindert wird. Eine Verbesserung der Datenstruktur und -qualität ist also dringend erforderlich! In dem Workshop sollen hierfür Lösungsmöglichkeiten durch effektive Daten- und Systemintegration aufgezeigt und konkrete Anwendungsfälle vorgestellt werden.

14:00 Uhr bis 14:40 Uhr | Fehlzeiten – Fehlt die Zeit für Mitarbeiter?

Sabine Merten – Gesundheitsmanagerin, IKK classic, Erfurt

Auszug:

Die Analyse gibt einen wichtigen Einblick in die Entwicklung des Krankheitsgeschehens der Beschäftigten in Thüringen. Datengrundlage bilden die versicherten Erwerbspersonen der IKK classic in Thüringen – zuletzt rund 175.000 Menschen. Zuletzt ergab sich: Mit 5,6 Prozent lag der Krankenstand im Freistaat im Jahr 2014 so hoch wie nie. Mit einer Dauer von zuletzt 13,8 Tagen benötigen die Thüringer immer länger, um sich vollständig von einer Erkrankung zu erholen. Stress durch Termindruck und ständige Erreichbarkeit – soziale Trends lassen die psychischen Diagnosen im Freistaat seit Jahren ansteigen. Dies, die älter werdende Belegschaft und der anhaltend hohe Prozentsatz der Muskel- und Skelett-Erkrankungen führen dazu, dass mittlerweile 48 Prozent der Fehltage auf Langzeiterkrankungen über 42 Tage zurückzuführen sind. Weitere Zahlen und Hintergründe erläutert Sabine Merten, Gesundheitsmanagerin der IKK classic.

14:50 Uhr bis 15:20 Uhr | Immer schneller, immer flexibler? Zur Entwicklung der Arbeitszeit in Deutschland

Dr. Rolf Schmucker – Institutsleiter, DGB-Index Gute Arbeit, Berlin

Auszug:

Die durchschnittlichen Arbeitszeiten der abhängig Beschäftigten in Deutschland haben sich in den vergangenen 20 Jahren spürbar verändert. Ein wachsender Teil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – und hier vor allem Frauen – arbeitet in Teilzeit. Gleichzeitig wächst der Anteil der Beschäftigten in Vollzeit, die überlange Arbeitszeiten von 45 Stunden und mehr pro Woche absolvieren. Auch atypische Arbeitszeitlagen (Spät- und Nachtschicht, Wochenendarbeit) haben zugenommen. Die Flexibilisierung und Pluralisierung von Arbeitszeitmodellen entspricht häufig nicht den Wünschen der Beschäftigten nach Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Auf Basis der Befragungsdaten des DGB-Index Gute Arbeit und weiterer Studien werden in diesem Vortrag die Entwicklungen der Arbeitszeiten in Deutschland skizziert und Überlegungen zur künftigen Gestaltung vorgestellt.

15:30 Uhr bis 16:00 Uhr | Herausforderungen der Unternehmensübernahme: Der Faktor Zeit wird unterschätzt

Christian Wewezow – Managing Partner, Clockwise Consulting GmbH, Jena

Auszug:

Aus Sicht der betroffenen Unternehmer müsste Unternehmensnachfolge schon heute eine Toppriorität haben, da sich dieser Prozess in der Regel über vier bis fünf Jahre erstrecken kann und zudem viele Herausforderungen gemeistert werden müssen. Einige Unternehmer nutzen die wertvolle Zeit, sich mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen, für einige andere ist es leider ein Tabu. Die Hürden, die Nachfolger nicht nur während des Übernahmeprozesses, sondern gerade nach der Übernahme zu meistern haben, kommen bei diesen Betrachtungen oftmals zu kurz.

Folgende Hürden müssen gemeistert werden:

  1. Herausforderung: Der Senior wirkt zu lange noch nach der Übernahme operativ mit.
  2. Herausforderung: Der Senior hat es versäumt, die Firma weiterzuentwickeln.
  3. Herausforderung: Der Nachfolger unterschätzt die Details des Firmenkonzeptes.
  4. Herausforderung: Der Führungsstil des Nachfolgers steht im Kontrast zum Senior.
  5. Herausforderung: Der Nachfolger hat Schwierigkeiten damit, Prioritäten zu setzen.

14:00 Uhr bis 15:00 Uhr | Schutz vor Cyber-Attacken – gut investierte Zeit!

Thomas Schmitz - van de Bergh, Sparkasse Mittelthüringen
Heiko Schmidt – Referatsleiter Einsatz / Verkehrsaufgaben, Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales, Erfurt

Auszug:

Wie sicher ist meine Unternehmens-IT? Welche Risiken gehe ich beim Nutzen elektronischer Medien ein? Wie kann ich mich gegen diese Risiken schützen? Auf diese Fragen, die sich wohl jeder Unternehmer stellt, geht der Vortrag von Heiko Schmidt praxisorientiert und kurzweilig ein. Dabei wird anhand von Beispielen über sogenannte Bot-Netze und deren Auswirkungen auf unseren Alltag, neue Risiken beim Online-Banking oder bei der Nutzung von Smartphones informiert. Es werden Angriffsvarianten auf Prozess- und Produktionssysteme sowie Risiken durch intelligente Stromnetze vorgestellt und Tipps zum Schutz der eigenen Infrastruktur gegeben.

15:15 Uhr bis 16:00 Uhr | Aufwandsarm und wirkungsreich - Kommunikation mit Mehrwert

Prof. Bernd Okun - Geschäftsführer, Führungs- und Veränderungsakademie De Vacto, Leipzig
vertreten durch Franziska Okun

Auszug:

Wir durchforsten alle Prozesse in Unternehmen erbarmungslos nach Effizienz und übersehen dabei die riesigen Potenziale effizienter Kommunikation, an die fast alles gebunden ist. Professionelle Kommunikation spart Zeit und erschließt Kreativität, Wissen und Tatkraft der Mitarbeiter. Eine Reise in das, was Kommunikation aus- und anrichtet und was heute damit alles möglich ist, an vielen praktischen Beispielen demonstriert.

Vortrag im Carl-Zeiss-Saal

Wie viel Beschleunigung ist gut für Unternehmen?

Prof. Dr. Hartmut Rosa – Direktor, Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien, Universität Erfurt

Auszug:

Die moderne Gesellschaft ist durch eine kontinuierliche Veränderung ihrer Zeitstrukturen gekennzeichnet. Das Hauptmerkmal dieser Veränderung ist die Beschleunigung von Prozessen und Veränderungsraten und die Verkürzung der Zeithorizonte. Dabei gehen die technische Beschleunigung von Transport, Kommunikation und Produktion mit der Beschleunigung des sozialen Wandels durch einen Anstieg der Innovations- und Veränderungsraten und mit der Beschleunigung des Lebenstempos Hand in Hand. Für Unternehmen bedeutet dies vor allem, dass Geschwindigkeitssteigerungen in der Produktion, der Organisation und der Innovation Wettbewerbsvorteile versprechen. Dies wirft indessen eine Reihe von Problemen für die Organisation und Steuerung von Unternehmen auf. Insbesondere gibt es kritische Grenzen, an denen zu hohe Geschwindigkeiten (in der Arbeitsbelastung, in der Reorganisation und in der Innovation) in Wettbewerbsnachteile umschlagen. Der Vortrag wird diese kritischen Grenzgebiete auch und gerade an den Schnittstellen zwischen Unternehmen, Mitarbeitern, politischem Umfeld und Kunden ausloten.

Podiumsdiskussion

Innovativ, flexibel, optimiert und schnell – Fluch oder Segen für Unternehmen und Mitarbeiter?

Teilnehmer:

  • Sandro Witt – stellvertretender Bezirksvorsitzender, DGB Hessen Thüringen
  • Prof. Dr. Hartmut Rosa – Direktor, Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien, Universität Erfurt
  • Christian Krajci – Niederlassungsleiter, Drees & Sommer Projektmanagement und bautechnische Beratung GmbH, Erfurt
  • Markus Fels – Leiter Einkauf / Kommunikation, KNV Logistik, Stuttgart / Erfurt

Eröffnung Abendveranstaltung bei Zalando

18:30 Einlass Abendveranstaltung

19:00 Eröffnung Abendveranstaltung

durch den Oberbürgermeister Andreas Bausewein
und den Zalando-Standortleiter Daniel Behlert

Shuttle-Service

kostenloser Bus-Shuttle zur Abendveranstaltung:

  • 18:00 ab Messe / Congress Center
  • 18:15 ab Busparkplatz vor dem Landgericht am Domplatz

Rückfahrmöglichkeit durch den individuellen Shuttle-Service vom Autohaus Glinicke

Kontakt

Katharina Müller
work
Fischmarkt 11
99084 Erfurt