Cranach und Luther – Weggefährten der Reformation

Auf Initiative der Stadt Kronach, der Geburtsstadt Lucas Cranachs des Älteren, und der Lutherstadt Wittenberg gründete sich im Jahr 2011 auf Basis einer Kooperationsvereinbarung das Städtenetzwerk „Wege zu Cranach“, dem die Landeshauptstadt Erfurt kurze Zeit später ebenfalls beitrat. Gegenwärtig gehören diesem Verbund die Städte Kronach, Lutherstadt Wittenberg, Coburg, Dessau-Roßlau, Gotha, Schneeberg, Eisenach/Wartburg, Weimar, Erfurt, Neustadt an der Orla, Nürnberg und Meißen an – 12 Partnerstädte, die Bezüge zu Cranach aufweisen oder in denen sich Werke Lucas Cranachs des Älteren, seines Sohnes Lucas Cranach des Jüngeren oder aus der Cranach-Werkstatt befinden und öffentlich zugänglich sind.

Lasset die Kinder zu mir kommen: Cranach-Gemälde in der Mittelaltersammlung des Angermuseums

Jesus von Nazareth in der Mitte des Bildes, um ihn16 Erwachsene und 16 Kinder
Bild: Lucas Cranach d. Ä., Lasset die Kinder zu mir kommen, nach 1537, Mischtechnik auf Holz, 70,6 x 121,3 cm Bild: © Angermuseum Erfurt, Foto: Dirk Urban

Im Mittelpunkt der Aktivitäten der Cranach-Städte steht das Jahr 2015, in dem sich, eingebettet in das Themenjahr der Lutherdekade „Reformation - Bild und Bibel“, der Geburtstag Lucas Cranachs des Jüngeren zum 500. Male jährt.

Der große Reformator Martin Luther, der in Erfurt Theologie studierte und mehrere Jahre im Augustinerkloster als Mönch verbrachte, verband mit dem in Wittenberg wirkenden Lucas Cranach d. Ä. eine enge Freundschaft.

So trat Luther bei der 1520 geborenen Tochter Cranachs, Anna, in Wittenberg als Taufpate auf. 1525 ist Cranach bei der Eheschließung Martin Luthers mit Katharina von Bora Trauzeuge, später auch Taufpate bei der Geburt ihres Sohnes.

Cranach gilt als ein bedeutender Maler der deutschen Reformation, der, neben der Anfertigung zahlreicher Luther-Porträts und Gemälde führender Persönlichkeiten, auch reformatorische Schriften mit seinen Grafiken illustrierte. In seiner Werkstatt ließ er mehrere dieser Schriften und die Übersetzung des Neuen Testaments drucken.

Doch Erfurt ist nicht nur aufgrund der Cranach-Schätze einen Besuch wert.

Cranach des Monats

Mann mit langem Haar und Barth trägt ein Lamm als Symbol für den sich opfernden Christus auf seinen Schultern.
©  Kunstmuseen der Landeshauptstadt Erfurt, Angermuseum, Inventar-Nr. 4411

Cranach des Monats – Juni: Christus als guter Hirte

01.06.2015 09:45

Im Juni 2015 widmet sich die Städtekooperation „Wege zu Cranach“ in ihrer Online-Rubrik „Cranach des Monats“ dem Werk „Christus als guter Hirte“. Karsten Horn, Kurator der Sammlung mittelalterliche Kunst im Angermuseum Erfurt, dem Kunstmuseum der Landeshauptstadt, gibt einen Einblick aus kunstwissenschaftlicher Sicht.

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Städtekooperation "Wege zu Cranach"

Ein in Rot-Tönen gehaltenes Logo mit Schriftzug
Grafik: Wort-Bild-Marke "Wege zu Cranach" Grafik: © Städtekooperation "Wege zu Cranach"

Das Ziel des Cranach-Netzwerkes, dem Touristiker, Wissenschaftler und Vertreter der Kulturverwaltungen angehören, ist die Förderung eines auf die Malerfamilie Cranach bezogenen Kulturtourismus, verbunden mit der Vermittlung aktueller Forschungsschwerpunkte zu den Cranach-Werken. Dabei bildet das Forschungsprojekt „Cranach Digital Archive“, das der digitalen Erschließung der weltweit vorhandenen Cranach-Gemälde dient, einen wichtigen Schwerpunkt.

Eine Wort-Bild-Marke, eine geflügelte Schlange, wird als verbindendes Element alle Projekte des Städte-Netzwerkes präsentieren.

Veranstaltungen bis 2015

Mann mit langem Haar und Barth trägt ein Lamm als Symbol für den sich opfernden Christus auf seinen Schultern.
©  Kunstmuseen der Landeshauptstadt Erfurt, Angermuseum, Inventar-Nr. 4411

Cranach vor und nach der Reformation

25.03.2017 10:00 – 25.06.2017 18:00

Ausstellung im Angermuseum, dem Kunstmuseum der Landeshauptstadt, mit Leihgaben aus Privatbesitz.

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Eine biblische Szene.
©  Leihgabe des Fördervereins "Freunde des Angermuseums" im Angermuseum Erfurt. Foto: Stadtverwaltung Erfurt

"Luther kulturell". Bild und Bibel. Eine Wahrnehmung.

10.11.2015 18:00 – 19:30

Eine Podiumsdiskussion im Themenjahr "Bild und Bibel" mit Michael Triegel, Maler, Leipzig, Christian Lehnert, Lyriker und Religionswissenschaftler, Dresden, Prof. Dr. …

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Der gekreuzigte Jesus Christus mit Heiligenschein, links die Gottesgebärerin Maria, die anderen Frauen und (vermutlich) der Lieblingsjünger, rechts sieben weitere Männer. Unter dem Kreuz mit der angebrachten Tafel "INRI" (Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum - Jesus von Nazaret, König der Juden) drei Personen knieend.
©  Bistum Erfurt, Foto: Falko Behr

Wer war Stephaton? Zur Deutung der Kreuzigungstafel im Dom zu Erfurt

08.09.2015 19:00 – 20:00

Vortrag von Dr. Verena Friedrich, Kunsthistorikerin am Institut für Kunstgeschichte an der Universität Würzburg, im Rahmen der Ausstellung "Kontroverse und Kompromiss: Der Pfeilerbildzyklus …

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blauer Text auf grauer Silhouette Dom-Ensemble
©  IAHR

Weltkongress der International Association for the History of Religions

23.08.2015 09:00 – 29.08.2015 10:30

Der alle fünf Jahre organisierte Weltkongress der International Association for the History of Religions (IAHR) wird vom 23. bis 29. August 2015 an der Universität Erfurt stattfinden. …

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Jesus (Bildmitte) umarmt nach der biblischen Erzählung der Synoptiker die ihm durch verschiedene Frauen überbrachten Kinder, segnet sie und spricht ihnen das Reich Gottes als Eigentum zu. Um die Szene herum ein Bildrahmen mit Symbolen und Personen.
©  Caritas Kinder- und Jugendheim St. Vincenz, Erfurt. Leihgabe Katholischer Dom St. Marien, Erfurt

Der Erfurter „Reformationsteppich“ und die Kindersegnung Christi

14.07.2015 19:00 – 20:00

Vortrag von Dr. Susanne Wegmann, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas, im Rahmen der Ausstellung „Kontroverse und Kompromiss: Der …

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Ein Kreuz in Stein gehauen, darauf ein Schriftzug mit Jahreszahl 1917. Oben ist die Lutherrose abgebildet.
©  Stadtverwaltung Erfurt

Kirchenführung im Rahmen der Ausstellung "Kontroverse und Kompromiss: Der Pfeilerbildzyklus des Mariendoms und die Kultur der Bikonfessionalität im Erfurt des 16. Jahrhunderts"

02.07.2015 14:00 – 14:30

Zu kostenfreien Kirchenführungen wird im Rahmen der Ausstellung "Kontroverse und Kompromiss: Der Pfeilerbildzyklus des Mariendoms und die Kultur der Bikonfessionalität im Erfurt des 16. …

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Allegorische Darstellung der Transsubstantiation (lat.: „Wesensverwandlung“).Am oberen Bildrand Gott, darunter die symbolische Mühle, in die das Korn (Gottes Wort - hier in Form von Spruchbändern)hineingegeben wird. Die Mühle verwandelt es in die Hostie (lat.: hostia "Opfer" oder "Opfergabe"), die nach der Lehre von der Transsubstantiation der Leib Christi, im Bild das Jesuskind, ist. Letzteres sitzt im Kelch, der von den Bischöfen gehalten wird. Angetrieben wird die Hostienmühle von den Aposteln.
©  Bistum Erfurt, Foto: Falko Behr

Kontroverse und Kompromiss: Der Pfeilerbildzyklus des Mariendoms und die Kultur der Bikonfessionalität im Erfurt des 16. Jahrhunderts. Ausstellungsprojekt im Rahmen der Luther-Dekade, Cranach-Jahr 2015

27.06.2015 10:00 – 20.09.2015 18:00

Die acht konvexen Pfeilerbilder im Erfurter Dom St. Marien bilden das bedeutendste Ensemble von Tafelgemälden der Reformationszeit in der Stadt, das sich am Ort seiner Bestimmung erhalten hat.

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