Schwellenburg

Zwischen den Erfurter Ortsteilen Tiefthal und Kühnhausen überragt die „Schwellenburg", ein markanter kleiner Berg am Rand der Geraaue, ihre Umgebung um mehr als 50 Meter. Bereits 1939 als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen, gehört sie außerdem zum Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Nr. 044 „Trockenrasen nordwestlich Erfurt".

Markanter kleiner Berg am Rand der Geraaue

Ziegen auf Berghang.
Foto: Die Schwellenburg – Markanter kleiner Berg am Rand der Geraaue Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Neben den geologischen Verhältnissen beeinflusste vor allem menschliche Nutzung das Gebiet: Dem Anbau von Wein und Waid im Mittelalter folgten im 19. Jh. Ackerbau und Obstkulturen, hierzu wurden die heute noch gut sichtbaren Terrassen angelegt.

Darüber hinaus prägt vor allem ein trocken-heißes, windexponiertes Mikroklima die „Schwellenburg“: So werden im Juli am Südhang bis zu 62 °C Bodentemperatur gemessen, Niederschläge dringen nicht tiefer als 30 cm in den Boden ein.

Gelbe Pflanze in Landschaft.
Foto: Frühlingsadonisröschen auf der Schwellenburg Foto: © Hampel

Unter solchen Extrembedingungen entwickelte sich eine für Deutschland einzigartige Steppen- und Trockenrasen-Vegetation. Dazu zählen z. B. Frühlings-Adonisröschen, Blaugrünes Labkraut und Steppen-Salbei. Um sie zu erhalten, soll das Zuwachsen der Flächen mit Gehölzen durch eine angepasste Schaf- und Ziegenbeweidung verhindert werden.

Verkehrsanbindung

Verkehrsanbindung / zu erreichen mit:
Bus – Linie 15,
Haltestelle „Tiefthal“,
Bus – Linien 15, 111 und 812,
Haltestelle „Kühnhausen“,
PKW über Tiefthaler Straße

Zusammenfassung

  • NSG seit 08.07.1939 bzw. 22.07.1996
  • Größe: 22,00 ha
  • Die Schwellenburg ist mit 230 m ü. NN die höchste Erhebung einer Gipskeuperhügelkette, die sich nordöstlich der Fahnerschen Höhe zwischen Gispersleben und Witterda erstreckt. Der markante Hügel ist umgeben von der typischen Agrarlandschaft des Thüringer Beckens.
  • Aufgrund des besonderen Klimas (sonnenexponierte Hänge, relativ geringe Niederschlagsmenge) und des geologischen Untergrundes (Gips des mittleren Keupers) konnte sich unter anderem eine kontinentale Steppenrasenvegetation, als Überrest aus der nacheiszeitlichen Steppenzeit, erhalten. Diese Pflanzengesellschaften sind besonders schutzwürdig!

Aufschlüsse des Gipskeupers an der Schwellenburg

  • Die durch Gipsabbau entstandenen Aufschlüsse im Gipfelbereich der Schwellenburg sind neben den durch Auslaugung entstandenen Karstformen (Höhlen, Einsturztrichter) ebenfalls sehenswert.
  • Die Hangterrassen, namensgebend für diese Erhebung, sind Zeugen früheren Weinbaus (bis Anfang 17. Jahrhundert).