Selbstbehauptung und Vernichtung. Jüdische Kinder im Ghetto Theresienstadt

21.04.2020 15:00 – 21.04.2020 20:00

In der Fortbildung setzen sich die Teilnehmenden mit der Ausstellung „Die Mädchen von Zimmer 28“ und der Geschichte des Ghettos Theresienstadt auseinander.

An einer Wand hängen neun Kinderzeichnungen und Gemälde.
Kinderbilder in der Ausstellung "Die Mädchen von Zimmer 28. L 410, Theresienstadt" Bild: © Hannelore Brenner
21.04.2020 20:00

Selbstbehauptung und Vernichtung. Jüdische Kinder im Ghetto Theresienstadt

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Fortbildung für Lehrkräfte und Multiplikatoren (Thillm-Nr. 218200701)

Eine Fortbildung mit Rebekka Schubert, Gedenkstättenpädagogin am Erinnerungsort Topf & Söhne, und Hannelore Brenner, Autorin und Kuratorin der Ausstellung Die Mädchen von Zimmer 28

Die Fortbildung beginnt mit einem Rundgang durch die Ausstellung Die Mädchen von Zimmer 28. Das verkleinert nachgebaute Zimmer zeigt, unter welchen beengten Umständen die Kinder im Ghetto Theresienstadt zusammen leben mussten. Deutlich wird durch die Spurensuche in den Quellen aber auch, wie die Mädchen mit Hilfe von ebenfalls inhaftierten Erwachsenen in dieser unmenschlichen Umgebung Werte wie Mitgefühl, Respekt, Solidarität, Freundschaft und Kultur verteidigen und bewahren konnten.

Die Autorin und Ausstellungskuratorin Hannelore Brenner stellt einzelne Mädchen genauer vor, die in der Ausstellung porträtiert werden. Sie berichtet dabei auch von ihrem intensiven Kontakt mit den Überlebenden und der Zusammenarbeit, die diese besondere Ausstellung möglich machte. Ihre Gespräche mit den Zeitzeuginnen und deren Tagebucheinträge, Gedichte und Bilder in den Jahren 1942 bis 1944 verdeutlichen, wie wichtig die kulturelle Selbstbehauptung für die entrechteten und verfolgten Mädchen war. Der Unterricht im Zeichnen oder die Beteiligung an einer Kinderoper schufen nicht nur einen Schutzraum inmitten des Terrors und der der drohenden Vernichtung durch die SS. Sie waren auch aktive Zeichen gegen ein Regime, das nicht nur die Jüdinnen und Juden Europas vernichten, sondern auch ihre Kultur zerstören wollte.

Die Ausstellung ermöglicht einen exemplarischen Einblick in die Erfahrungen und den Selbstbehauptungswillen der im Ghetto Theresienstadt Inhaftierten, zu denen auch fast 500 Menschen aus Erfurt und Thüringen zählten. Die Vorstellung des Projektes "Zwischen Hoffnung und Vernichtung. Theresienstadt und die Deportation nach Auschwitz" und weitere Bildungsangebote am Erinnerungsort Topf & Söhne verdeutlichen die Potenziale eines Besuchs mit einer Gruppe.

In der öffentlichen Abendveranstaltung, die ebenfalls Teil der Fortbildung ist, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Benz schließlich den Charakter und die Rolle des Ghettos Theresienstadt im Kontext der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung.

In Zusammenarbeit mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien