Das Bundesarbeitsgericht und eine NS-Belastung?

09.12.2020 18:00 – 09.12.2020 20:00

Inspiriert vom Rosenburgprojekt zur Erforschung der Frühgeschichte des Bundesjustizministeriums erkundet Dr. Martin Borowsky, selbst Richter, die Biografien von zwei Bundesarbeitsrichterinnen und 23 Bundesarbeitsrichtern.

Mehrere Menschen in einer Veranstaltung. Ein Junge meldet sich.
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt/ B. Hajdukovic
09.12.2020 20:00

Das Bundesarbeitsgericht und eine NS-Belastung?

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Werkstattbericht mit anschließender Podiumsdiskussion

Werkstattbericht von Dr. Martin Borowsky, Richter am Landgericht Erfurt
Anschließend Podiumsdiskussion zur Erinnerungskultur der Justiz mit
Prof. Dr. Christiane Kuller, Universität Erfurt,
Prof. Dr. Norbert Frei, Universität Jena, und
Oleg Shevchenko, Juso-Vorsitzender in Thüringen und Mitglied der Jüdischen Landesgemeinde
Moderation: Axel Hemmerling, MDR

Die Frühgeschichte des Bundesarbeitsgerichts ist mit Blick auf eine personelle Kontinuität unerforscht. Das Wirken der ersten Bundesarbeitsrichter in der Zeit des Nationalsozialismus liegt bis auf wenige Ausnahmen im Dunkeln. Dies ist erstaunlich, hat doch das Bundesarbeitsgericht wie ein Ersatzgesetzgeber das Arbeitsrecht der jungen Bundesrepublik geprägt. Inspiriert vom Rosenburgprojekt zur Erforschung der Frühgeschichte des Bundesjustizministeriums erkundet Dr. Borowsky, selbst Richter, mit wissenschaftlicher Methodik die Biografien von zwei Bundesarbeitsrichterinnen und 23 Bundesarbeitsrichtern.

Zur Bewertung der Lebensläufe orientiert er sich an der Leitfrage:Waren diese Richterinnen und Richter qualifiziert zum Wiederaufbau einer rechtsstaatlichen Justiz, das heißt "unbelastet"? Oder hatten sie sich disqualifiziert, etwa durch eine Tätigkeit am Sondergericht, als Kriegsrichter oder aufgrund eines besonderen Engagements "im nationalsozialistischen Geist"? Für die erforderliche Gesamtschau, bei der das konkrete Wirken und weniger formale Mitgliedschaften wesentlich sind, wertet Borowsky – nach europaweiter Suche in Archiven – insbesondere die auffindbaren Personalakten, weiter Sachakten und zudem Publikationen dieser Richter aus.

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Israelische Gesellschaft e. V., Arbeitsgemeinschaft Thüringen und der Jüdische Landesgemeinde Thüringen.

Anmeldung

Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Eine Anmeldung per E-Mail unter Angabe der Adresse oder Telefonnummer ist notwendig.

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