Den Umgang mit Medien lernen die Jüngsten nicht von selbst

04.06.2020 13:10

YouTube, Instagram, WhatsApp, TikTok – jungen Menschen sind diese Onlineprogramme wohl vertraut. Seit ihrer frühen Kindheit wachsen sie mit verschiedensten Medienformaten und mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets auf.

Tipps zur Medienerziehung bei Kindern und Jugendlichen

zwei Kinder schauen auf den Computer
Foto: Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind feste Zeiten, in denen Medien genutzt werden dürfen. Das gibt Struktur und verhindert tägliche Diskussionen. Foto: © © Fotolia / spass

Gerade in Corona-Zeiten beschäftigen sich viele Kids selbstständig an ihrem Tablet, Handy oder Computer und versetzen mit ihrem Wissen so manche Eltern in Staunen. Einen gesunden Umgang mit Medien lernen die Jüngsten jedoch nicht von selbst. Die Kinder- und Jugendschützer Karola Kochinke und Werner Fürle vom städtischen Jugendamt haben dazu einige Tipps für Eltern: „Zunächst empfehlen wir, Strukturen im Umgang mit Medien zu schaffen, z. B. durch das Vereinbaren von festen Mediennutzungszeiten. Das WLAN kann dann auch mal ausgeschaltet werden. Sind die Kinder noch sehr klein, sollten Eltern auswählen, welche Geräte und Programme sie für den Nachwuchs als geeignet erachten. Mit zunehmendem Alter können die Kinder dann in solche Entscheidungen mit einbezogen werden. Weiterhin raten wir Eltern, die eigene Mediennutzung zu reflektieren – wird zum Beispiel bei gemeinsamen Mahlzeiten Fernsehen geschaut oder das Handy genutzt?"

Hilfreich sei auch, gemeinsam über „angesagte" Apps, Spiele und Serien zu sprechen. Werner Fürle ergänzt: „Die Erwachsenen können sich von ihren kleinen Expertinnen und Experten ruhig mal die neuesten Programme erklären lassen. So gewinnen sie einen Einblick, was die Kinder im Internet eigentlich tun und wo mögliche Gefahren lauern. Gemeinsam sollte anschließend darüber gesprochen werden, welche Inhalte kritisch sind und vor allem warum".

Das Medienangebot ist in den letzten Jahren zudem rasant gewachsen und wird täglich erweitert. „Es wird immer schwieriger, aus diesem Überangebot etwas Sinnvolles für Kinder und Jugendliche auszuwählen. Ein Ziel aller Eltern sollte es daher sein, das eigene Kind darin zu schulen, nicht wahllos zu konsumieren. Kinder können sich durch übermäßige Mediennutzung schnell überfordert fühlen, was beispielsweise zu Konzentrationsschwierigkeiten führen kann", erklärt Karola Kochinke.

Vergessen werden sollte auch nicht, dass das reale Leben oft sogar spannendere Geschichten bereithält als die Onlinewelt.

Feste Medienzeiten

Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind feste Zeiten, in denen Medien genutzt werden dürfen. Das gibt Struktur und verhindert tägliche Diskussionen.

Begleiten Sie Ihr Kind beim ersten Medienkonsum

Interessieren Sie sich für dessen Lieblingsspiele oder -sendungen. Geben Sie ihm die Gelegenheit darüber zu sprechen oder Fragen zu stellen.

Seinen Sie ein gutes Vorbild

Überprüfen Sie einmal kritisch, wie Sie selbst mit Medien umgehen. Kinder orientieren sich an ihren Eltern.

Nehmen Sie Gefahren ernst

Passen Sie sorgfältig die Sicherheitseinstellungen an, um die Privatsphäre Ihres Kindes zu schützen. Treffen Sie Vereinbarungen, an wen persönliche Daten, Handynummern und Fotos weitergegeben werden dürfen.

Fragen zur Medienerziehung können per E-Mail an das Jugendamt oder das Amt für Gesundheit gestellt werden.