Psychische Belastungen während der Coronapandemie

20.04.2020 09:03

Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Erfurt hat in der Broschüre „Was tue ich in der Zeit der Coronavirus-Pandemie, um meine psychische Gesundheit zu stärken?“ Empfehlungen zur Stärkung der seelischen und körperlichen Gesundheit zusammengetragen. Die Broschüre enthält Hinweise für Kinder und Jugendliche, Tipps darüber, was man tun kann, wenn man sich stark überfordert und vielleicht ängstlich fühlt oder überreizt ist und Informationen darüber, was Menschen tun können, wenn es ihnen bereits psychisch sehr schlecht geht. Außerdem enthält die Broschüre Ansprechpartner in Erfurt.

Hilfen in der Krise bietet eine Broschüre des Erfurter Gesundheitsamtes

Gemalte Menschen auf kleinen Papierkärtchen.
Foto: Was tue ich, um in der Zeit der Coronavirus-Pandemie meine psychische Gesundheit zu stärken? Foto: © Pixabay

Besonders jetzt, während der Coronapandemie, ist es wichtig, auf die eigene Gesundheit zu achten. Die Seele, wie auch Körper und Geist werden derzeit ganz unterschiedlich in Anspruch genommen und große Unsicherheit hat Einfluss auf das Wohlbefinden. Ähnlich, wie bei körperlichen Erkrankungen, kann auch die Psyche deutliche Zeichen von Überforderung zeigen. Dies macht Sinn, denn es zeigt, dass der Mensch sich verstärkt um sich selbst kümmern sollte.

Durch die aktuelle Lage können Ängste und seelische Belastungen ausgelöst wer­den. Menschen mit psychischen Erkrankungen leiden besonders stark unter der Unsicherheit, Isolation und durch fehlenden persönlichen Kontakt zu Mitmenschen.

Jedes Jahr leidet übrigens jeder vierte deutsche Erwachsene an einer psychischen Erkrankung. Demzufolge sind alljährlich fast 18 Millionen Erwachsene in Deutschland von einer psychischen Erkrankung betroffen (zum Beispiel  Angststörungen, Depressionen, Suchterkrankungen). Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsun­fähigkeitstage und sind oft mit langen Ausfallzeiten verbunden.

Bundesweit geht man darüber hinaus von ca. 3,8 Millionen Kindern aus, die mit min­des­tens einem El­tern­teil zusammenleben, welches von einer psychischen Er­kran­kung be­trof­fen ist. Für die Betroffenen und ihre Familien ist eine psychische Erkrankung mit massivem Leid verbunden. Von Experten werden diese Kinder als „vergessene Kinder“ bezeichnet – es ist ein Aufwachsen ohne Netz und doppelten Boden. Kinder und Jugendliche aus Familien mit psychisch erkrankten oder suchtkranken Eltern benötigen besondere Aufmerksamkeit, Fürsorge und Unterstützung. Sie haben ein erhöhtes Risiko, selbst psychisch zu erkranken. Diese Kinder sind besonders jetzt vielfältigen Belastungen ausgesetzt.

Die Broschüre „Was tue ich in der Zeit der Coronavirus-Pandemie, um meine psychische Gesundheit zu stärken?“ findet man auf den Corona-Sonderseiten der Landeshauptstadt. Dort beschreibt das Gesundheitsamt auch verschiedene weitere Hilfsangebote, um Familien best­mög­lich zu un­ter­stüt­zen.