Weltnichtrauchertag warnt Jugendliche vor Manipulation

30.05.2020 12:53

Jugendliche vor Manipulationen durch die Tabakindustrie zu schützen und sie vor Tabak- und Nikotinkonsum zu bewahren, steht beim diesjährigen Weltnichtrauchertag im Vordergrund. Der 1987 von der Weltgesundheitsorganisation WHO initiierte Aktionstag findet jährlich am 31. Mai statt.

Personen, die vor Mitte zwanzig anfangen zu rauchen, werden nicht nur mit größerer Wahrscheinlichkeit abhängig, sondern können auch größere Probleme damit haben, das Rauchen im Laufe ihres Lebens zu kontrollieren. Daher werden junge Menschen zunehmend zur Zielgruppe der Tabakindustrie. Insbesondere über Verpackung und Markenentwicklung sollen junge Menschen gezielt angesprochen werden.

Dies zeigen die Marketingstrategien im Online-Bereich. Hier wenden sich Tabakfirmen vermehrt an sogenannte Influencer in den sozialen Medien, um ihre Produkte zu vermarkten. Diese Art von Werbung umgeht oftmals die herkömmlichen Beschränkungen für Werbung und Verkaufsförderung, da die Produktplatzierung von Tabakerzeugnissen online nicht als Werbung gekennzeichnet ist, sondern unauffällig in andere Inhalte in den sozialen Medien eingebettet wird. Dieses Problem ist besonders besorgniserregend in Bezug auf junge Frauen und Mädchen, die eine der wichtigsten Zielgruppen von Influencern sind.

Anlässlich des diesjährigen Weltnichtrauchertages soll aufgezeigt werden, wie junge Menschen dazu befähigt werden können, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen und eine Abhängigkeit von Tabakerzeugnissen abzulehnen. Was viele Menschen nicht wissen: Schon ab einer Zigarette pro Tag steigt das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Weitere Folgen können Lungenerkrankungen, Diabetes und Krebs sein. Rauchen in der Schwangerschaft stellt für die Entwicklung des ungeborenen Kindes ein erhebliches Risiko dar. Auch Passivraucher/-innen, die regelmäßig Tabakrauch ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden.

Auch durch die derzeitige Corona-Krise rückt das Thema Rauchen in den Vordergrund. Raucher/-innen sind anfälliger für Atemwegsinfektionen und höchstwahrscheinlich auch für eine Infektion mit dem Coronavirus. Erste Studien belegen, dass Raucher/-innen bei einer Covid-19-Erkrankung stärkere Beschwerden und häufiger Komplikationen haben.

Studie zum Tabakkonsum von Erfurter Jugendlichen

Wie sieht der Tabakkonsum bei jungen Erfurterinnen und Erfurter aus? Um dieser und anderen Fragen rund um die gegenwärtige Lebenssituation auf den Grund zu gehen, hat die Stadtverwaltung im Jahr 2017 erneut eine repräsentative Befragung von Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Dazu wurden per Zufallsstichprobe über 2.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren ausgewählt. Die Jugendlichen wurden unter anderem nach ihrem Rauchverhalten, dem Alkoholkonsum und dem Konsum von illegalen Drogen gefragt. Die Ergebnisse zeigen, dass rund 70 Prozent noch nie geraucht haben. Allerdings haben bereits 16 Prozent der Jugendlichen Zigaretten probiert und 9 Prozent gaben an, ab und zu oder regelmäßig zu rauchen. Mit dem Alter steigt der Zigarettenkonsum an. Bei den 16- bis unter 18-Jährigen sind es bereits 18 Prozent, die ab und zu oder regelmäßig rauchen.

Die Koordinierungsstelle Suchtprävention und seelische Gesundheit im Amt für Gesundheit leistet in Erfurt einen wichtigen Beitrag zur Verringerung des Konsums legaler und illegaler Drogen sowie Verhaltenssüchten wie zum Beispiel Mediensucht. „Im Fokus moderner Suchtprävention sollte eine nachhaltige, wirksame Präventionskette stehen, die Chancengleichheit aller Generationen und sozialer Schichten berücksichtigt sowie sich an Qualitätsstandards und den Bedarfen der Zielgruppen orientiert. Hierzu müssen strukturelle, personelle und finanzielle Rahmenbedingungen in Erfurt gestärkt werden.“, sagt Lena Schmehl, Koordinatorin für Suchtprävention. Die Koordinierungsstelle unterstützt auch Eltern, stellt Materialien zur Verfügung oder kann Beratungsstellen in Erfurt benennen.

Tipps, um mit dem Rauchen aufzuhören, erhalten Interessierte unter der kostenlosen Servicenummer der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 0800 8313131 (montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr; freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr).