Aufmunterung zur Kunst: Bartholomäus Bellermann und Heinrich Dornheim

17.11.2019 10:00 – 02.02.2020 18:00

Heinrich Dornheim hinterließ zahlreiche Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, Ansichten der Stadt Erfurt und der näheren Umgebung, die seinen Ruf als Erfurter Landschaftsmaler der Zeit zwischen 1790 und 1830 begründeten. Als Wiederentdeckung wird neben den Bildern Dornheims auch das künstlerische Werk des Kaufmanns, Galeristen und malenden Kunstliebhabers Bartholomäus Bellermann vorgestellt, dessen Blick auch der Thüringer Landschaft galt. Dank der „Aufmunterung“ durch Statthalter Dalberg haben beide Maler die Kunst in Erfurt um 1800 beflügelt.

Zeichnung einer Landschaft
Heinrich Dornheim: Blick nach Erfurt vom Hochheimer Weg aus, um 1810 Bild: © Stadtverwaltung Erfurt/Angermuseum Erfurt, Foto: Dirk Urban
02.02.2020 18:00

Aufmunterung zur Kunst: Bartholomäus Bellermann und Heinrich Dornheim

Genre Ausstellung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Kunstmuseen
Veranstaltungsort Angermuseum Erfurt, Anger 18, 99084 Erfurt

Kunst in Erfurt um 1800

Landschaftsgemälde
Foto: Bartholomäus Bellermann: „Aus dem Steigerwalde nach den Drei Gleichen“, um 1810 Foto: © Stadtverwaltung Erfurt/Angermuseum

Dass sich in Erfurt um 1800 ein Sinn für die zeitgenössische bildende Kunst entwickelt hat, verdankt sich vor allem dem Kurmainzischen Statthalter Carl Theodor von Dalberg (1744–1817). An Dalbergs Wort „In Erfurt ist gut Wohnen“ erinnert man sich bis heute gern, doch vergessen scheinen die künstlerischen Leistungen jener Zeit. Dazu zählen das Wirken von Johann Georg Wendel als Maler und Direktor der von Dalberg initiierten Kurfürstlichen Zeichenschule ebenso wie die Unternehmungen des Kaufmanns, Künstlers und Galeristen Johann Bartholomäus Bellermann (1756–1833): Zeitgenössische Reiseführer empfehlen den Besuch der ersten, von ihm privat geführten Galerie in Erfurt.

Trotz seines hervorragenden Rufes unter den Zeitgenossen geriet Bellermann als Maler von Landschaftsbildern und Wetterphänomenen in Vergessenheit. Nikolaus Christian Heinrich Dornheim (1772–1830) hingegen blieb im öffentlichen Gedächtnis Erfurts präsent. Sein umfangreiches zeichnerisches Werk, vornehmlich Ansichten von Erfurt und Umgebung, gab nun den Impuls zur Aufarbeitung und Erschließung der Werkbestände im Angermuseum und zugleich eines interessanten Kapitels der Erfurter Kunstgeschichte in einer zeitpolitisch komplizierten Situation, gekennzeichnet durch mehrfachen Machtwechsel von erzbischöflich-mainzischer, preußischer, zu französischer und wieder preußischer Herrschaft.

Mit der Ausstellung und kritischen Neubewertung der Werkbestände beider Künstler ergibt sich ein Bild der Zeit, in der vor allem die Beobachtung und Erkundung der Natur mit all ihren Erscheinungen, Farben und Phänomenen im Vordergrund stand. Zugleich gewähren uns die Arbeiten topografisch und historisch genaue Perspektiven auf Erfurt, seine Umgebung und andere heimische Landschaften.

Zur Ausstellung erscheint ein Buch im Mitteldeutschen Verlag.

Das Begleitprogramm

Landschaftsgemälde
Foto: Bartholomäus Bellermann: „Blick vom Hochheimer Weg bei Erfurt“ entlang der Gera, um 1810 Foto: © Stadtverwaltung Erfurt/Angermuseum

Vorträge

Dienstag, 26. November, 18:30 Uhr
Maler und Zeichenmeister in Erfurt. Die Bilderwelt des Heinrich Dornheim
Cornelia Nowak, Angermuseum Erfurt

Dienstag, 10. Dezember, 18:30 Uhr
Sonne, Regenschauer und Blitze. Wetterphänomene auf den Bildern von Johann Bartholomäus Bellermann
Dr. Matthias Deutsch, Erfurt/Universität Göttingen

Ausstellungsrundgänge

Dienstag, 19. November, 16 Uhr
Dienstag, 10. Dezember, 16 Uhr
Dienstag, 14. Januar, 16 Uhr
Sonntag, 26. Januar, 16 Uhr

Forum Restaurierung

Restauratorinnen der Zentralen Restaurierungswerkstätten der Museen der Stadt Erfurt sprechen in der Ausstellung über „schwierige Fälle“

Donnerstag, 21. November, 14:30 Uhr
Susanne Kirchner, Dipl. Restauratorin (FH) für Kulturgut aus Papier

Donnerstag, 12. Dezember, 14:30 Uhr
Katharina Bellinger-Soukup, Dipl. Restauratorin für Gemälde

Imago Kunst- und Designschule e. V. im Angermuseum

Sehen lernen – Zeichnen lernen
Wochenendworkshop für junge Erwachsene und junggebliebene Kunstfreunde
Originale Zeichnungen und Malereien des frühen 19. Jahrhunderts werden durch genaues Betrachten (im Angermuseum) und einfühlendes Nachzeichnen (in der Imago Kunst- und Designschule) in die Gegenwart geholt. Es entstehen eigene Bilder.

Freitag 13. Dezember, 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr, Angermuseum
Sonnabend 14. Dezember, 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr, Imago Kunst- und Designschule

Leitung: Sabine Cozacu
Kursgebühr einmalig 20 Euro
Anmeldung: Tel. 0361/5625744, kunst@imago-erfurt.de, Stichwort: Aufmunterung

Kunstpause am Mittag – 10 Minuten Kunstbetrachtung

in den Sonderausstellungen des Angermuseums
mittwochs, 13 Uhr (Eintritt frei)

Führungen

mit Kuratorin Cornelia Nowak
Anmeldung unter Tel. 0361 655 1640 oder info@angermuseum.de            

Grafiksprechstunde

Dienstags, 17-18 Uhr, Anmeldung unter Tel. 0361 655-1653

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