Rosa Luxemburg. Ein Leben

15.01.2020 19:00 – 15.01.2020 21:00

Ernst Piper legt eine große Biografie über die Vorkämpferin der europäischen Arbeiterbewegung vor.

Eine junge Frau steht auf einem Balkon.
Foto: © Deutsches Historisches Museum
15.01.2020 21:00

Rosa Luxemburg. Ein Leben

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Rosa Luxemburg, 1871 im russischen Teil Polens geboren, kam aus einem jüdischen Elternhaus. Sie perfektionierte während ihres Studiums in Zürich die deutsche Sprache und fand mithilfe einer Scheinehe in Deutschland ihre politische Heimat. Auf SPD-Parteitagen war sie eine der wenigen Frauen und die einzige mit einem Doktortitel. Als rastlose Kämpferin für die europäische Arbeiterbewegung engagierte sie sich in nicht weniger als sieben verschiedenen sozialistischen Parteien. Rosa Luxemburg war die bedeutendste marxistische Denkerin ihrer Zeit, aber auch literarisch hochgebildet. Sie widersetzte sich jeder Art von Nationalismus und kämpfte deshalb auch gegen die Wiedererrichtung des polnischen Nationalstaats, weshalb sie in ihrem Heimatland bis heute vielen als Verräterin gilt.

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach und die SPD den Kriegskrediten zustimmte, stürzte für sie eine Welt zusammen. Die Kriegszeit verbrachte sie zum großen Teil im Gefängnis, nahm aber trotzdem sehr intensiv Anteil am politischen Geschehen und verfasste wichtige Schriften wie zum Beispiel Die Krise der Sozialdemokratie (1916). Die wenigen Wochen, die sie nach Kriegsende bis zu ihrer Ermordung am 15. Januar 1919 in Freiheit verbringen konnte, waren mit rastloser Tätigkeit erfüllt. Sie arbeitete unablässig für die Rote Fahne, gehörte zu den Gründern der KPD und hielt es für ihre Pflicht, in Berlin auszuharren, obwohl ihr bewusst war, dass der Januaraufstand zum Scheitern verurteilt war.

Das Andenken an Rosa Luxemburg war jahrzehntelang von der KPD und später der SED geprägt, die einerseits eifrig eine Märtyrerlegende pflegten und andererseits den "Luxemburgismus“ verdammten. Ihre Revolutionstheorie, ihr Freiheitsbegriff und ihr unbedingter Internationalismus haben immer wieder Protestbewegungen inspiriert. Ihr berühmter Satz "Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenkenden“ war ein programmatischer Bezugspunkt der DDR-Opposition.

Der Historiker und Verleger Ernst Piper hat zahlreiche Bücher zur Geschichte des 19. Und 20. Jahrhunderts publiziert, zuletzt Nacht über Europa. Kulturgeschichte des Ersten Weltkriegs (2014). Mit Rosa Luxemburg. Ein Leben legte er eine große Biografie über die Vorkämpferin der europäischen Arbeiterbewegung vor.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung statt.