Abgesagt: Wessen Erinnerung zählt. Koloniale Vergangenheit und Rassismus heute

28.04.2020 19:00 – 28.04.2020 21:00

Der Migrations- und Rassismusforscher Mark Terkessidis macht in seinem Vortrag sichtbar, welche Fragen sich ergeben, wenn auch die Erinnerung jener zählt, die eingewandert und damit Teil der Gesellschaft geworden sind.

Auf dem Cover ist der Titel des Buches zu sehen. Im Hintergrund eine Tuschezeichnung mit Bismarck.
Bild: © Hoffmann und Campe
28.04.2020 21:00

Wessen Erinnerung zählt. Koloniale Vergangenheit und Rassismus heute

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Buchvorstellung mit Mark Terkessidis

Als das Deutsche Reich am 28. Juni 1919 den Vertrag von Versailles unterzeichnete, gingen die überseeischen Kolonien an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs über. Lange vergessen, kehrt die Kolonialperiode in Ländern wie Namibia, Kamerun oder Ruanda in den letzten Jahren in die Erinnerung zurück. Was bedeutet dieses Wiederauftauchen für die Bundesrepublik? Müsste in der "postkolonialen" Sichtweise nicht auch das deutsche Eroberungsstreben in Richtung Osten eine Rolle spielen? Die neue Erinnerungskultur hat gravierende Auswirkungen für das Selbstverständnis eines Landes, dessen Bevölkerung immer diverser wird. Der lange Schatten der deutschen "Kulturmission" findet sich heute etwa im Umgang mit der "Schuldenkrise", mit Migration und Flucht und im alltäglichen Rassismus.

Der Migrations- und Rassismusforscher Mark Terkessidis macht mit seinem Blick in die Vergangenheit aktuelle Debatten nachvollziehbar und zeigt, an welchen Stellen sie in eine neue Richtung gelenkt werden müssen. Zudem macht er sichtbar, welche Fragen sich ergeben, wenn auch die Erinnerung jener zählt, die eingewandert und damit Teil der Gesellschaft geworden sind. "Terkessidis zeigt klar wie keiner vor ihm, wie gerade in Deutschland der Rassismus als Grundprinzip des Kolonialismus weiterlebt, viel weniger beachtet und geächtet als in anderen Ländern." (Jörg Häntzschel in der Süddeutsche Zeitung, 15. Oktober 2019)

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung statt.