Filmvorführung und Gespräch "Freistaat Mittelpunkt"

09.12.2021 19:00 – 09.12.2021 21:00

Das genaue, einfühlsame und respektvolle Porträt von Ernst Otto Karl Grassmé wirft die Frage nach dem Umgang von Gesellschaften mit ihren nicht-konformen Mitgliedern auf.

Mehrere Schwarz-Weiß-Fotografien liegen im Gras
Freistaat Mittelpunkt erkundet die Erfahrungen von Ernst Otto Karl Grassmé anhand von Briefen, Interviews und Fotos, die Grassmé von Jugendlichen aus der Nachbarschaft machte. In ihnen, so Filmemacher Kai Ehlers, sah Grassmé vermutlich das Kind, das er nie sein durfte. Foto: © Kai Ehlers
09.12.2021 21:00

Filmvorführung und Gespräch "Freistaat Mittelpunkt"

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt
workTel. +49 361 655-1681+49 361 655-1681

Filmvorführung und anschließendes Filmgespräch mit dem Regisseur Kai Ehlers

Der Film erzählt die Geschichte von Ernst Otto Karl Grassmé, der zum Opfer der nationalsozialistischen Rassenideologie wurde. Als schizophren diagnostiziert und deshalb als „erbkrank“ klassifiziert, wurde er interniert und zwangssterilisiert. Nach seiner Entlassung im Jahr 1939, ein Jahr vor dem als „Aktion T4“ bezeichneten systematischen Massenmord an Menschen mit körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung, ging er in den Wald. Dort überlebte und lebte er. Eine Entschuldigung hat Grassmé nie und eine Entschädigung erst kurz vor seinem Tod erhalten, obwohl er nach 1945 schon früh die Auseinandersetzung mit den Behörden suchte. Durch Briefe hielt er Kontakt mit der Außenwelt, teilte so seine Gedanken und sein Innenleben mit Anderen.

Der Filmemacher Kai Ehlers stellt in seinem außergewöhnlichen Dokumentarfilm diese Gedanken ins Zentrum und verbindet sie mit einer geographischen Annäherung an den Ort, an dem Grassmé lebte. Die schwebende Kamera erzeugt Bilder, die subtil und doch eindringlich den Kontext für die Geschichte setzen und den Betrachter*innen Raum und Zeit geben, sich auf die Erzählungen von Grassmé einzulassen und ihn in ihrer Vorstellung lebendig werden zu lassen. Durch die Diskrepanz zwischen filmischem Raum und erzählter Zeit gelingt es Ehlers, gleichzeitig Spannung und Unbehagen zu erzeugen.

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In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen

Anmeldung

Anmeldungen zur Veranstaltung bitte vorab an die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen per E-Mail:

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