Besondere Rücksicht auf Haustiere in Zeiten der Corona-Pandemie

25.03.2020 16:32

Gegenwärtig gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko mit Sars-CoV-2 für den Menschen darstellen. Auch ist bisher kein wissenschaftlich gesicherter Fall einer Infektion von Haus- oder Nutztieren nach Kontakt mit infizierten Menschen bekannt.

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt informiert

Der Kontakt gesunder Personen zu Haustieren muss daher nach den derzeitig verfügbaren Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts (Stand 25.03.2020) nicht eingeschränkt werden. Insbesondere auch Helfende bei der Hundebetreuung sind keinem erhöhten Infektionsrisiko durch die Tiere selbst ausgesetzt. Allerdings ist es als allgemeine Vorsichtsmaßnahme immer ratsam, grundlegende Prinzipien der Hygiene zu beachten, wenn man mit Tieren in Kontakt kommt (z. B. Hände gründlich mit Seife waschen).

Hundebesitzer, die auf Grund einer Quarantäne Ihre Wohnung nicht verlassen dürfen, sind darauf angewiesen, dass eine andere, gesunde Person mit ihrem Hund Gassi geht. Auch Menschen, die Tiere außerhalb ihrer Wohnung zu versorgen haben (z. B. ein Pferd im Reitstall), müssen sich um eine Vertretung kümmern. Betroffenen wird empfohlen, gesunde Freunde, Familienmitglieder oder Bekannte, die nicht in Quarantäne sind und mit dem Hund spazieren gehen können, zu kontaktieren.

Wenn möglich sollten Hilfspersonen die Wohnung nicht betreten und das Tier im Eingangsbereich übernehmen. Gegebenenfalls sollte sie auch eine andere Leine verwenden, um die Übertragungsgefahr über Gegenstände zu minimieren. Die allgemeinen Hygienemaßnahmen wie das Waschen der Hände müssen beachtet werden.

Die Tiere selbst sollten dagegen keinesfalls, wie fälschlicherweise vielfach verbreitet, speziell gebadet und schon gar nicht desinfiziert werden. Es wird strikt davon abgeraten, Hunde oder Katzen speziellen Reinigungsmaßnahmen zu unterziehen.

Es ist auch damit zu rechnen, dass die Corona-Pandemie auch gehäuft zu Einlieferungen in klinische Einrichtungen führt. Bei Einlieferungen kommt es immer wieder vor, dass Tiere in der Wohnung zurückgelassen werden. Insbesondere bei Einsätzen mit Rettungskräften, die Menschen in Not aus ihren Wohnungen holen, werden häufig Tiere übersehen, die sich noch in der Wohnung befinden. Die Betroffenen sind aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes oft nicht selbst in der Lage, jemanden über das zurückgelassene Tier zu informieren. Gibt es keine Angehörigen, müssen die Tiere tage- oder wochenlang ohne Wasser, Futter und Betreuung auskommen. Nicht wenige solcher Fälle haben verheerende Folgen.

Sollte es Ihnen nicht möglich sein, selbst eine Vertretung zur Hundebetreuung zu organisieren oder sollten Sie Kenntnis davon erlangen, dass in Ihrem Umfeld Tiere aufgrund von Ausgangsbeschränkungen vernachlässigt werden, informieren Sie bitte eine der folgenden Stellen, gegebenenfalls werden die Tiere anderweitig pfleglich versorgt und untergebracht.

  • Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Erfurt
    Tel. 0361 655-1380
  • gemeinschaftlicher Bereitschaftsdienst Feuerwehr, Leitstelle Erfurt
    Tel. 0361 741-5100 oder 0361 741-5101
  • Tierheim Erfurt
    Tel. 0361 564-4400

Für den Fall, dass keine der oben genannten Stellen erreichbar ist, bitte die 112 anrufen.