Bürgermeister von Partnerstadt Kati in Mali besucht Erfurt

04.09.2019 15:48

Der Bürgermeister von Kati, El Hadj Yoro Ouologuem, ist in dieser Woche zu Gast in Erfurt. Mit seinem 2. Beigeordneten, Badra Aliou Sangaré, wird er bis Sonntag ein umfangreiches Besuchsprogramm absolvieren. Unter anderem ist für die beiden Malier der Besuch des Frauen-Zentrum Erfurt und des Weinfestes geplant. Außerdem stehen Arbeitstreffen mit Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein und seinen Dezernenten sowie mit Erfurter Entwicklungshelfern auf dem Plan. Morgen werden beide Gäste im Rathaus-Festsaal empfangen. Sie dürfen sich ins Goldene Buch der Stadt Erfurt eintragen.

Müllaufbereitung ein großes Thema des Städte-Austauschs

Mehrere Personen in gelben Westen stehen vor großen Planierraupen
Foto: Thomas Bertram von der TUS (v. r.) erklärt Erfurts Protokoll-Mitarbeiter Georg Ohlmann, Katis Bürgermeister EL Hadj Yoro Quologuem, Katis 1. Beigeordneten Badra Aliou Sangaré und Senior-Experten Wolfgang Reisen den Aufbau der Schwerborner Deponie. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Das große Thema des heutigen Tages war die Müllaufbereitung und Müllverwertung. In Kati wird beides seit 2012 mit Erfurter Hilfe auf den Weg gebracht. Für Bürgermeister Ouologuem und Beigeordneten Sangaré geht es in Erfurt nun darum, ein funktionierendes Abfallwirtschaftssystem kennenzulernen. So besichtigten die Katier Stadtväter heute die Deponie in Schwerborn sowie die Restabfallbehandlungsanlage (RABA). Morgen steht der Besuch der SWE Stadtwirtschaft GmbH auf dem Plan.

Über die Schwerborner Deponie führte am Vormittag Thomas Bertram. Der Projektmanager der TUS Thüringer UmweltService GmbH beantwortete die Fragen der Malier nach Größe, Kosten und Aufbau der einzelnen Müllverwertungs- und -sortieranlagen. Besonders interessiert waren die Afrikaner an der Kompostierung der biologischen Abfälle. Wie Senior-Experte Wolfgang Reisen erklärte, würde ein ähnliches System für Kati große Vorteile bieten. „In Mali können 80 Prozent des Abfalls wiederverwertet werden. Der größte Teil sind Bioabfälle. Diese gilt es zu sammeln, zu trennen und zu kompostieren. So entstehen Arbeitsplätze und wertvoller Dünger für die Landwirtschaft“, sagte der ehemalige Chef der Erfurter Stadtwirtschaft. Er warnte aber die beiden Malier, das Erfurter System einfach nach Kati übertragen zu wollen. „Jede Anlage muss an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Unsere Standards für den Deponieaufbau kann sich dort keiner leisten. Außerdem geht es bei 50 Prozent Arbeitslosigkeit auch darum, Arbeitsplätze zu schaffen. Da braucht es nur wenig Automatisierung.“ Auf die Frage nach den Investitionskosten für eine Deponieerweiterung in Erfurt-Schwerborn staunten die beiden Männer aus Mali dann auch nicht schlecht. Zweieinhalb Hektar neue Deponiefläche würden mit 4 bis 5 Millionen Euro zu Buche schlagen, sagte Thomas Bertram. Da musste Bürgermeister Ouologuem kurz den Kopf schütteln.