50 Bäume und Sträucher für die Krämpfervorstadt

14.10.2020 14:18

Ab der kommenden Woche werden in der Krämpfervorstadt Bäume in Baumscheiben nachgepflanzt, die in den letzten Jahren aufgrund von notwendigen Fällungen – verursacht zum Beispiel durch lang anhaltende Trocken- und Hitzeperioden – frei geworden sind. Die Arbeiten sind witterungsabhängig und sollen bis Anfang Dezember abgeschlossen sein.

Pflanzungen klimaresilienter Bäume beginnen in der kommenden Woche

ein Straßenzug mit Wohnhäusern, parkenden Autos und Straßenbäumen
Foto: In der Krämpfervorstadt werden ab dem 19. Oktober frei gewordene Baumscheiben bepflanzt. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / G. Spohr

Begonnen wird am Montag in der Schlachthofstraße. Dort sollen die Arbeiten in der ersten Novemberwoche fertiggestellt sein. In der letzten Oktoberwoche (Kalenderwoche 44) sind die Grabungen in der Iderhoffstraße vorgesehen. Anfang November werden die Arbeiten in der Röntgenstraße fortgesetzt. Die Grabungen in der Reißhausstraße, der Geschwister-Scholl-Straße, der Rathenaustraße, der Jonny-Schehr-Straße sowie der Altonaer Straße und Ruhrstraße beschließen die Maßnahme. In den betroffenen Straßenzügen wird es teilweise zu Sperrungen unter anderem von Gehwegen und Parkplätzen sowie zu Geräuschbelästigungen kommen.

Mit dem Quartiersgrünkonzept setzt die Stadtverwaltung Erfurt eine pilothafte Maßnahme im Rahmen des BMBF-Forschungsprojekts „HeatResilientCity“ (HRC) um. Sie ist zukunftsweisend für ähnlich stark verdichtete Stadtquartiere Erfurts. Vorausgegangen waren umfangreiche Abstimmungsprozesse mit den Leitungsträgern.

Mit der beginnenden Vegetationsruhe wird das Pflanzkonzept des beauftragten Planungsbüros unter Leitung des Garten- und Friedhofsamts umgesetzt. Es werden Bäume gepflanzt, die den künftigen klimatischen Rahmenbedingungen bezüglich Trocken- und Hitzestress, verbunden mit einer weiterhin notwendigen Frostresistenz, gewachsen sind. Darunter sind zum Beispiel Dreispitz-Ahorn, Chinesische Wildbirne, Rebona-Ulme und Blasenesche. In der Iderhoffstraße werden aufgrund des Leitungsbestands mehrheitlich Großsträucher gepflanzt.

Neben den Fördermitteln des Bundes (Bundesministeriums für Bildung und Forschung) finden auch Mittel aus dem sogenannten Baumfonds Einsatz. Den Baumfonds haben der BUND Erfurt gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Stadtbäume statt Leerräume“ vom Oberverwaltungsgericht Weimar gegen die Stadt Erfurt aus einer Klage gegen die Fällungen von großen Bestandsbäumen an der Rathausbrücke zugesprochen bekommen. BUND und die Bürgerinitiative „Stadtbäume statt Leerräume“ freuen sich nun, einen Teil dieser Gelder in diese Maßnahme einfließen zu lassen.

Hintergrund

Die Maßnahme wurde aus Quartiersbefragungen sowie Beteiligungsworkshops in der Oststadt in den Jahren 2018 und 2019 und der Erfurter Grünen Befragung 2017 entwickelt. Das vorliegende Konzept vernetzt Bürgerwissen und Nutzerakzeptanz mit den fachlichen Standards und greift zentrale Aussagen zu den künftigen Standortbedingungen sowie Baumarten- und -sortenauswahl des Erfurter Stadtgrünkonzepts (SiKEF) auf. Mit HRC und SiKEF setzt die Stadtverwaltung Erfurt somit neue Maßstäbe auch hinsichtlich der Vielfalt des Stadtgrüns. Das Pflanzkonzept ist online auf der Internetseite der Stadt Erfurt einsehbar. Ebenso können die Informationen über die HRC-Projektwebseite des BMBF und dort über „Ergebnisse“ eingeholt werden.

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