Energie: Tipps zum Energie sparen für Zuhause

Energie zu sparen und den Geldbeutel zu schonen, geht leichter als man denkt. Klicken Sie sich durch und senken Sie Ihren Energieverbrauch.

Eine Hand öffnet ein Fenster
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Anschalten und Abschalten

  • Nutzen Sie bei elektronischen Geräten den Stand-by-Betrieb nur bei kurzen Unterbrechungen, ansonsten besser ganz abschalten.
  • Kaufen Sie nur Geräte mit Hauptschalter. Für Geräte ohne können Sie jedoch schaltbare Stecker oder Steckerleisten benutzen.
  • Prüfen Sie, bei welchen Geräten Sie bei längerer Abwesenheit den Stecker ziehen können.
  • Aktivieren Sie bei Computern, soweit möglich, den Stromsparmodus. Schalten Sie Peripheriegeräte wie Drucker oder Lautsprecher nur bei Bedarf ein.
  • Ziehen Sie Netzteile und Ladegeräte aus der Steckdose, wenn sie nicht gebraucht werden.

Bügeln

  • Feuchten Sie die Wäsche nicht übermäßig stark an.
  • Sortieren Sie die Wäsche nach Bügeltemperaturen und beginnen Sie beim Bügeln mit dem niedrigsten Temperaturbereich.
  • Schalten Sie rechtzeitig aus und nutzen die Nachwärme des Bügeleisens.

Heizen und Lüften

  • Achten Sie auf die optimale Einstellung der Thermostatventile an den Heizkörpern und nutzen gegebenenfalls programmierbare Thermostate (Kosten von rund 30 bis 50 Euro pro Stück).
  • Durch die Wahl der Raumtemperaturen können Sie den Energieverbrauch Ihrer Heizung spürbar beeinflussen. 1 °C bis 2 °C geringere Raumtemperaturen (z.B. von 22 °C auf 20 °C) in einem typischen Haushalt mit 15.000 kWh pro Jahr Heizenergie (ohne Warmwasserbereitung) spart bis zu 1.800 kWh Energie und damit bei Fernwärme rund 450 Euro und bei Erdgas rund 270 Euro.
  • Die Wärmeabgabe der Heizkörper darf nicht durch Möbel oder Vorhänge behindert werden. Eine freie
    Luftströmung nach oben und in den Raum sollte gewährleistet werden.
  • Lüften Sie gründlich und gezielt mit „Durchzug“. Diese Stoßlüftung bei Bedarf mehrmals am Tag wiederholen; besonders dann, wenn Wasserdampf in der Luft ist.
  • Schließen Sie das Heizkörperventil während des Lüftens.
  • Vermeiden Sie Dauerlüftung während der Heizperiode. Das steigert den Energieverbrauch und kühlt die Wände aus.
  • Nachts und bei Abwesenheit Thermostate auf Stufe 2 bis 2,5 stellen (entspricht 16 °C bis 18 °C)
  • Vorlauftemperatur des Heizungswassers so weit reduzieren, wie es die
    Behaglichkeit zulässt (Anpassung der Heizkurve).
  • Insgesamt sind so jährliche Einsparungen möglich auf bis zu insgesamt 3.000 kWh (+ 1.200 kWh)  Energie und finanziell bei Fernwärme rund 750 Euro (+ 300) sowie bei Erdgas etwa 450 Euro (+180).
  • Durch das Heizen mit elektrischen Heizgeräten entstehen keinesfalls Spareffekte, stattdessen können damit weitere Problem einhergehen, wie: Atemwegserkrankungen, Verbrennungen am Körper, allgemeine Brandgefahr, trockene und entzündete Schleimhäute und hohe Stromkosten.

Kochen und Backen

  • Wählen Sie stets den richtigen Topf für die richtige Herdplatte. Der Topf sollte genau auf die Platte passen; nicht zu groß, aber vor allem: nicht zu klein sein!
  • Vermeiden Sie das Kochen kleiner Gerichte in großen Töpfen!
  • Verwenden Sie nach Möglichkeit immer einen Deckel!
  • Benutzen Sie möglichst oft einen Schnellkochtopf. Dieser spart Zeit und Energie.
  • Verwenden Sie zum Kochen immer nur so wenig Wasser wie nötig. Für viele Gerichte (z. B. Gemüse, Eier) reicht es aus, wenn der Topfboden nur etwa 1 cm mit Wasser bedeckt ist.
  • Schalten Sie die Herdplatte erst ein, wenn der Topf auf der Platte steht.
  • Nutzen Sie die Nachwärme und schalten Sie die Herdplatte frühzeitig ab.
  • Verzichten Sie auf ein Vorheizen des Backofens.
  • Halten Sie die Backofentür möglichst immer geschlossen.
  • Nutzen Sie die Restwärme des Backofens, indem Sie ihn 10 Minuten vor dem Ende des Backens ausschalten.
  • Backen mit Umluft erlaubt das gleichzeitige Backen mehrerer Gerichte auf verschiedenen Ebenen.
  • Nutzen Sie für das Erwärmen von Speisen in Einzelportionen und das Garen kleiner Mengen das Mikrowellengerät.
  • Auch für die Zubereitung von Teewasser oder Kaffee und zum Kochen von Eiern gibt es energiesparende „Spezialgeräte“ (Expresskocher, Kaffeemaschine, Eierkocher...)
  • Übrigens: Auch in der Küche braucht man nicht für jeden Handgriff ein elektrisches Gerät.

Kühlen und Einfrieren

  • Achten Sie beim Gerätekauf auf die Energieeffizienzklasse und vergleichen Sie die Verbrauchswerte auch innerhalb der Klasse.
  • Gefriertruhen verbrauchen weniger Energie als Gefrierschränke.
  • Wenn Sie ein Gefriergerät besitzen, verzichten Sie auf ein Gefrierfach im Kühlschrank.
  • Kühlgeräte sollten möglichst in kühler Umgebung stehen. Vermeiden Sie also die Nähe zu Herd und Heizung.
  • Achten Sie auf die richtigen Temperaturen: +7 °C im Kühlschrank und –18 °C im Gefriergerät sind optimal. Tiefere Temperaturen erhöhen den Stromverbrauch.
  • Kühl- und Gefriergeräte bei Bedarf abtauen.
  • Lüftungsgitter müssen frei bleiben und das Gitter an der Geräterückseite darf nicht einstauben.
  • Gut schließende Türen und intakte Gummidichtungen sind ein Muss!
  • Stellen Sie Speisen nur kühl und abgedeckt in den Kühlschrank.
  • Am besten nur portionsgerechte und vorgekühlte Speisen einfrieren.

Licht und Lampen

  • Wählen Sie geringere Beleuchtungsstärken für die Allgemeinbeleuchtung. Zum Arbeiten oder Lesen können Sie punktuelle Lichtquellen schaffen.
  • Verwenden Sie helle oder reflektierende Lampenschirme. Sie reduzieren die benötigte Lampenleistung.
  • Helle Farben für Wände, Decken und Fußböden reflektieren das Licht besser.
  • In bestimmten Bereichen, wie Garten, Treppenhaus, Keller oder Garage kann durch Dämmerungsschalter oder Schaltuhren das Licht automatisch gesteuert werden.
  • Vorhandene Glühlampen sollten durch energiesparende Leuchtmittel, wie LEDs ersetzt werden.

Wäschetrocknen

  • Säubern Sie regelmäßig den Luftfilter (Flusensieb).
  • Trocknen Sie nur gut geschleuderte Wäsche.
  • Übertrocknen Sie die Wäsche nicht. Wenn noch gebügelt wird, reicht bügelfeucht.
  • Überdenken Sie, ob die Wäscheleine zum Trocknen nicht oft auch ausreicht.

Warmwasserbereitung

  • Hintergrund: Etwa zwölf Prozent der gesamten Energie im Haushalt werden für die Warmwasserversorgung in Küche und Bad gebraucht. Fast die Hälfte der deutschen Haushalte nutzen Elektroenergie zur Warmwasserbereitung.
  • Bei der Installation von zentralen Warmwasserversorgungsanlagen auf kurze Leitungswege und gute Wärmedämmung achten.
  • Beim Einsatz von Warmwasserspeichern sollten Geräte mit guter Wärmedämmung bevorzugt werden.
  • Bei Zirkulationsanlagen die Pumpen durch eine Zeitschaltuhr nur zu Zeiten mit hohem Warmwasserbedarf (z.B. von 5 bis 9 Uhr und 15 bis 21 Uhr) in Betrieb setzen (Kosten: rund 10 Euro für eine Zeitschaltuhr, falls Betriebszeiten der Zirkulationspumpe nicht über die Heizungssteuerung eingestellt werden können).
  • Bestenfalls Einigung unter den Haushaltsmitgliedern auf Festlegung der Nutzungszeiten für das Warmwasser.
  • Liegen Warmwasserentnahmestellen weit auseinander, ist es zweckmäßig, jeweils ein Warmwassergerät an der Stelle zu installieren, wo warmes Wasser gebraucht wird.
  • Die Warmwassertemperatur nicht höher als erforderlich einstellen. Bei Speicher-Warmwassergeräten möglichst die Energiesparstellung wählen.
  • Boiler und Kochendwassergeräte nur im Bedarfsfall aufheizen, nur die benötigte Wassermenge einfüllen und das aufgeheizte Wasser sofort entnehmen.
  • Thermostat oder Temperiermischbatterien verwenden, das erleichtert das Einstellen der gewünschten Temperatur.
  • Anwendungen von fließendem Wasser einschränken, z. B. während des Einseifens oder Zähneputzens Wasser abstellen und Geschirr nicht unter fließendem Wasser spülen.
  • Warmwasserspeicher während längerer Abwesenheit, z. B. Urlaub abschalten. Damit wird der Bereitschaftsenergieverbrauch vermieden.
  • Zum Vergleich: Ein Vollbad in der Badewanne erfordert eine Wärmemenge von ca. 5 kWh. Die gleiche Wärmemenge reicht für drei Duschbäder aus.
  • Durch Verwendung von Wärmepumpen oder Sonnenkollektoren wird ein erheblicher Teil der Warmwasserenergie durch Umweltwärme und Abwärme gedeckt. Derartige Anlagen erfordern aber ein zentrales Warmwassersystem.
  • Jährliches Einsparungspotenzial bei Energie bis zu 2.500 kWh (Annahme: Wärmeverluststrom von schätzungsweise 0,5 kW fällt für 14 von 24 Stunden pro Tag weg) und finanziell bei Fernwärme rund 625 Euro und bei Erdgas etwa 375 Euro.

Duschen

Unter der Annahme, dass 5 Minuten die Dusche je Duschvorgang laufen gelassen wird, sind theoretisch folgende Einsparmaßnahmen und Einsparpotenziale denkbar:

  •  Statt 5 Minuten nur noch 3 Minuten duschen (Wasser während des Einseifens und Schamponierens
    abstellen).
  • Statt mit 40 °C nur noch mit 37 °C duschen.
  • Sparduschkopf verwenden (statt über 10 nur noch 7 Liter pro Minute Wasserdurchfluss).
  • Unter Berücksichtigung dieser Annahmen und der abgeleiteten Maßnahmen sind
    jährliche Einsparmöglichkeiten bei Energie bis zu 1.600 kWh, bei Wasser/Abwasser rund 42.000 Liter und finanziell bei Strom rund 720 Euro, bei Fernwärme rund 560 Euro und bei Erdgas etwa 400 Euro.

Händewaschen

Vielerorts strömt das Wasser mit hohem Druck und damit mit einem hohen Durchfluss in die Handwaschbecken. Oft kommt auch lauwarmes oder heißes Wasser zum Einsatz, obwohl das nicht sein müsste.

  • Absperreinrichtungen für Warm- und Kaltwasser so weit reduzieren, dass bei voll
    geöffneter Armatur der Wasserstrahl gerade noch ausreichend stark genug ist zum
    Händewaschen.
  • Wasserhahn während des Einseif- und Waschvorgangs abstellen.
  • Beim Händewaschen bewusst nur das kalte Wasser aufdrehen (Einhebelmischer ganz nach rechts drehen).
  • Dies führt idealerweise zu einem Wasserverbrauch von etwa 1,5 Liter Kaltwasser pro Waschvorgang
    statt 4,0 Liter Warmwasser (38 °C).
  • Gerechnet auf 30 Mal Händewaschen pro Tag und Haushalt gibt es jährliche
    Einsparmöglichkeiten bei Energie von bis zu 950 kWh, bei Wasser/Abwasser rund 27.500 Liter 
    und finanziell bei Strom von 440 Euro, bei Fernwärme rund 340 Euro und bei Erdgas rund 250 Euro.

Wäschewaschen

  • Achten Sie beim Kauf auf Geräte mit günstigen Strom- und Wasserverbrauchswerten.
  • Nutzen Sie das Fassungsvermögen der Maschine voll aus.
  • Viele Textilien können mit niedriger Temperatur gewaschen werden.
  • Das 1⁄2-Programm möglichst vermeiden, denn eine volle Maschine ist sparsamer als zweimal das 1⁄2- Programm.

Alte Kühlgefrierkombis und Fernseher gegen energieeffiziente Geräte ersetzen

Strommessgeräte helfen, herauszufinden, wie viele Kilowattstunden ein Gerät pro Jahr verbraucht. Eine Messung über mindestens 7 Tage bei normaler Nutzung geteilt durch die Anzahl der gemessenen Tage multipliziert mit 365 ergibt den ungefähren Jahresverbrauch in Kilowattstunden (kWh).

 

Kühl-Gefrier-Kombination (300 Liter)

  • Stromverbrauch alte Kühlgefrierkombi bei über  400 kWh pro Jahr
  • neue Kühlgefrierkombi bei rund 150 kWh pro Jahr (Energieklasse C, früher Klasse A+++)
  • mögliche jährliche Ersparnisse sind rund 250 kWh Strom und rund 88 Euro
  • Kostenaufwand für ein neues Gerät beträgt rund 750 Euro.

Fernseher (108 cm Bildschirmdiagonale, 43“)

  •  Annahme: täglich 5 Stunden Betriebszeit:
  • Stromverbrauch alter Fernseher bei über 275 kWh pro Jahr (150 Watt)
  • neuer Fernseher bei rund 60 kWh pro Jahr (34 Watt) (Energieklasse D, früher Klasse A++)
  • mögliche jährliche Ersparnisse sind rund 215 kWh Strom und rund 75 Euro
  • Kostenaufwand für ein neues Gerät beträgt rund 450 Euro.