Erfurt – die brückenreiche

Außenansicht der Krämerbrücke; eine mit Häusern bebaute Brücke.
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Erfurt ist eine Stadt der Brücken. Sie wird durchzogen vom Flusslauf der Gera, mehreren kleinen Strömen und dem Flutgraben entlang der einstigen Stadtmauer. Insgesamt 216 Brücken überspannen die Wasserläufe und Straßen der Stadt und ihrer Ortschaften.

142 Brücken befinden sich innerhalb der Stadt und 100 davon führen allein über die Gera und ihre Verzweigungen. Die zahlreichen Wasserläufe und Brücken erinnern an die italienische Lagunenstadt und brachten einem Teil der Innenstadt den Namen "Kleinvenedig" ein. Bedeutend für den Handelsverkehr im Mittelalter waren beispielsweise die Lehmannsbrücke und die Lange Brücke.

Die berühmteste Erfurter Brücke ist die Krämerbrücke. Im Jahre 1117 erstmals als Holzbrücke erwähnt, wurde sie 1325 aus Stein errichtet. Sie ist die einzige vollständig mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke nördlich der Alpen. Mit ihren sechs Gewölben überbrückt sie die Gera auf einer Länge von 79 Metern nahe der ehemaligen Furt, die von den Reisenden der königlichen Handelsstraße Via Regia genutzt wurde. Heute präsentieren sich in dieser eindrucksvollen Atmosphäre Kunsthandwerk, Galerien, Wein-, Musik- und Antiquitätenhandel.

Brücken zu schlagen ist von alters her die optisch bewussteste Form des Aufeinanderzugehens. Brücken stehen für Verbindung, Beständigkeit, Zukunft und Freiheit. Für Erfurt bedeuten sie Gründung, Handel und Wandel.

Hans-Jörg Vockrodt, ehem. Vorsitzender Historische Brücken in Erfurt e. V.