Erfurt – die blumige

Gärtnerin vor Blumenbeet in Erfurt
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Eine besondere Anziehungskraft übt Erfurt seit jeher aufgrund seiner örtlichen Vorzüge aus. Fruchtbare Böden, zahlreiche Wasserarme der Gera und das milde Klima begünstigten eine frühe Hinwendung zum Feld- und Gartenbau. Sie wurden zu einer Hauptquelle des Erwerbs und Wohlstandes der Stadt.

Die Waidpflanze machte Erfurt im Mittelalter zu einer der reichsten und blühendsten Städte.

Luther bezeichnete die Erfurter als "des heiligen Römischen Reiches Gärtner".

Ratsmeister Christian Reichart begründete im 18. Jahrhundert den Erwerbsgartenbau in Erfurt. Brunnenkresse, Puffbohnen und der Erfurter Blumenkohl waren bald mehr als nur lokale Spezialitäten.

Zahlreiche Gärtnereien machten Erfurt mit erfolgreichen Züchtungen und Saatgut schon im 19. Jahrhundert unter dem Beinamen "Blumenstadt" weltbekannt.

Auch heute ist Erfurt eine Stadt der Blumen und des Gartenbaus.

Ein großer Samenzuchtbetrieb, die älteste Kakteenzucht Europas, zahlreiche Gartenbaubetriebe, eine Lehr- und Versuchsanstalt, eine Fachhochschule und das Deutsche Gartenbaumuseum sind in Erfurt beheimatet. Das weitläufige Gelände der Egapark Erfurt – von den Einheimischen auch "Garten Thüringens" genannt – fasziniert mit seiner alljährlichen Blumenpracht. Der Park mit seinen Themengärten, die tropischen Pflanzenschauhäuser, das Schmetterlingshaus, ein japanischer Fels- und Wassergarten, der Rosengarten und Europas größtes ornamental gestaltetes Blumenbeet zeugen von Erfurts großer Gartenbaukunst.
Im Egapark wird auch die Fernsehsendung "MDR Garten" produziert.

Bei einem Gang durch die Gassen der Erfurter Altstadt, vorbei an Fenstern und Balkonen mit üppigem Blumenschmuck und an liebevoll bepflanzten Vorgärten, ist die traditionelle Leidenschaft der Blumenstädter unverkennbar.

Ja, es sind die bunten Mohne, die um Erfurt sich erstrecken ...


Johann Wolfgang von Goethe,
„Liebliches“ aus dem West-östlichen Divan
(Erste Fassung)