Ersatzneubau Promenadendeck – EFRE-Maßnahme

Computeranimation der zukünftigen Fuß-/Radwegbrücke
Bild: Blick auf das geplante Promenadendeck Bild: © Schlaich Bergermann Partner sbp GmbH / DKFS Architects Ltd. / SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten

Inhaltsverzeichnis

1 Anlass

Die Landeshauptstadt Erfurt führt zur städtebaulichen Neuordnung der ausgedehnten Bahnbrachen östlich des Hauptbahnhofes gemeinsam mit der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen das Städtebauprojekt ICE-City durch. Seit Ende 2017 – mit der Inbetriebnahme des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 8 – ist Erfurt Drehkreuz des deutschen Hochgeschwindigkeitsverkehrs und erwartet dadurch nachhaltige Impulse für die Stadtentwicklung.

Um den neuen Stadtteil ICE-City strukturell an das Bahnhofsquartier und die Innenstadt anzuschließen, ist eine barrierefreie Querung für Fußgänger und Radfahrer vom Flutgraben und der Stauffenbergallee am Verknüpfungspunkt Neues Schmidtstedter Tor erforderlich.

Die 1977 fertiggestellte Fußgänger- und Radwegbrücke liegt an der verkehrlich richtigen Stelle, ist jedoch wegen zunehmender Bauschäden stark bestandsgefährdet und aufgrund fehlender Barrierefreiheit und ihrer schmalen Bauweise den Anforderungen einer zukünftig noch wichtigeren stadtstrukturellen Verknüpfung nicht mehr gewachsen. Daher fiel die Entscheidung zugunsten eines Neubaus, der den künftigen Ansprüchen angemessen ist („Promenadendeck“) und die wirtschaftlichere Lösung darstellt.

2 Brückenbauwerk

Das neue Brückenbauwerk ist grundlegende Voraussetzung zur Nachnutzung von bislang gewerblich genutzten Flächen im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs und sich daran anschließender Flächen. Um die Stadtteile zu verknüpfen und die Trennwirkung von Flutgraben und Stauffenbergallee zu reduzieren, ist eine attraktive, für alle Nutzergruppen komfortable, gut im Stadtraum sichtbare sowie klare und zeichenhafte Verbindung als ein Promenadendeck ICE-City erforderlich.

Gestalterische Maxime ist es, ein attraktives, elegantes Brückenbauwerk als auch städtebaulich hoch funktionales Möbel anzubieten, das zugleich ein effizienter Knotenpunkt ist. Der Planer legt dabei Wert auf eine minimale, einfache und klare Formensprache, die die herausragende Ingenieurbaukunst hervorhebt. Im Zentrum der Betrachtungen für den Entwurf für das neue Promenadendeck sieht der Planer eine moderne Interpretation der Promenade als wichtigen städtischen Raum für Begegnung, aber auch als Aufenthaltsraum. Die städtebauliche Einbindung der neuen ICE City ist ein zeitgenössischer Ausdruck der klassischen Promenade, die neben infrastruktureller Verbindung auch ein Spielraum für das soziale, städtische Treiben ist. Es ist ein Ort, der beim Flanieren zur Aussichtsplattform mit Blick auf die Stadt wird.

Das „Promenadendeck“ verbindet somit statische, funktionale und gestalterische Ansprüche. Das Tragwerk besteht aus zwei Brückendecks und ermöglicht in der Hauptachse die direkte Verbindung zwischen der Innenstadt zur zukünftigen ICE-City Ost. Mit dem zweiten, kurzen Deck gelingt die Anbindung an die Stauffenbergallee. Zwischen den beiden Decks bilden Sitzstufen einen Aufenthaltsbereich, der dem Namen Promenadendeck mit einer hohen Nutzungsqualität gerecht wird. Das Bauwerk berücksichtigt perspektivisch bereits die Anforderungen einer ggf. später unter dem Bauwerk verlaufenden Stadtbahntrasse in die Erfurter Oststadt.

Als Hauptbaustoff wird Stahl verwendet, der elegante und schlanke Abmessungen ermöglicht.

Der Barrierefreiheit der Brücke wird eine hohe Priorität eingeräumt. Mit kreativer Interpretation dieses Themas wird Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine Nutzung des Bauwerks ermöglicht.

Finanzierung Promenadendeck

  • zuwendungsfähige Gesamtkosten: ca. 8,6 Millionen Euro
  • EFRE-Finanzhilfe: ca. 5,7 Millionen Euro

Projektstand

  • aktuell in Planungsphase
  • Ausschreibung Bauleistung: 4. Quartal 2019 bis 1. Quartal 2020
  • avisierter Baubeginn: 2. Quartal 2020