Regenüberlaufbecken (RÜB) Karlstraße

Umfassende Informationen über das Baugeschehen Regenüberlaufbecken (RÜB) Karlstraße in Erfurt.
Aktualisiert am 08.02.2018.

Eine Maßnahme zum Umweltschutz

Blick auf Kreuzungsbereich Karlstraße. Im Hintergrund Schulgebäude
Foto: Baustelle Regenüberlaufbecken (RÜB) Karlstraße Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Allgemeine Informationen

Allgemeines

Abwasserableitung und -behandlung sind Aufgabe des Entwässerungsbetriebes unserer Stadt. Neben der Reinigung auf der Kläranlage ist dabei der Ausbau des Mischwasserkanalnetzes im innerstädtischen Bereich eine permanente Aufgabe. Da die hydraulische Leistungsfähigkeit auch von Großkanälen begrenzt ist, waren und sind Entlastungsanlagen in die Gera erforderlich. Problematisch dabei ist, dass bei Starknie­derschlägen Kanalablagerungen und Aufwirbelungen zum Schmutzfrachtaustrag an den Auslässen führen. Um diesen zu begegnen, werden im Rahmen des Generalentwässerungsplanes an neuralgischen Stand­orten der Hauptsammler Regenüberlaufbecken (RÜB) zum Schmutzfrachtrückhalt durch Absetzen vorgesehen.

Diese Becken werden im Regenwetterfall mit Mischwasser gefüllt, die absetzbaren Stoffe setzen sich ab, Schwimmstoffe werden mit Rechen und Tauchwänden zurückgehalten und der damit mechanisch geklärte Überlauf wird in das Gewässer eingeleitet. Nach dem Regen wird der verbliebene Beckeninhalt in das Kanalnetz zurück gepumpt und auf der Kläranlage Kühnhausen behandelt. So gelingt es, die Gesamtemissionen in die Gera zu minimieren.

Für die um etwa 1910 errichteten Hauptsammler HS 10 und HS 13 bestehen nördlich der vorhandenen Brücke Karlstraße beidseitig der Gera Entlastungsanlagen, die immer wieder Probleme bereiten. Hier ist es erforderlich, ein Regenüberlaufbecken mit etwa 2.600 m³ Nutzvolumen nördlich der Karlstraße anzuordnen. 

Vorgeschichte

Zu den Einzugsbe­reichen des zentralen Hauptsammlers HS 1 im Erfurter Norden und hier der Hauptsammler 10 und 13 wurden im Rahmen von Voruntersuchungen in 2014 zahlreiche Standorte und Lösungsmöglichkeiten zwischen Karlstraße und Riethstraße betrachtet und die jeweiligen Vor- und Nachteile sowie die Genehmigungsfähigkeit mit den betroffenen städtischen und Landesämtern abgestimmt. Im Vorfeld der Buga 2021 und außer­halb des denkmalgeschützten Nordparkes ist dabei im eng bebauten Quartier nur wenig Platz für die Anordnung eines erforder­lichen Beckens vorhanden.

Im Ergebnis der Abwägung wurde der Standort unter dem Schulhof des Schulteils der Gemeinschaftsschule Am Nordpark (Gemeinschaftsschule 3) unter den schwierigen Rahmenbedingungen als bester Kompromiss aller Anforderungen bestimmt.

Bauinformationen, Bauumfang

Was bislang geschah?

Nach Umverlegungen und Baufeldfreimachung in den Baufeldern und unter dem Schulhof begannen für die mit überschnittener Bohrpfahlwand zu umschließender Baugrube des Beckens die Bohrarbeiten mit Großbohrgerät. Die bewehrten Sekundärpfähle mit ca. 90 cm Durchmesser werden mit Bohrtiefen von 12 bis 16 m ausgeführt. Diese Arbeiten wurden termingerecht vor Weihnachten abgeschlossen, vorzeitig konnte mit den Rückverankerungen begonnen werden. Mit dem fortschreitenden Aushub auf die Verankerungsebene kann zeitlich vorgezogen Versetz mit den Bauleistungen für die Rückverankerung der Bohrpfahlwand begonnen werden.
Für das Trennbauwerk HS 10 wurde die Baugrube vollständig hergestellt, die Bodenplatte wurde in der 3. KW betoniert, anschließend werden die Wände erstellt und das Bauwerk wird erkennbar.
Der Zugang zur Gemeinschaftsschule Am Nordpark musste für die Errichtung des Regenüberlaufbeckens verlegt werden. Die sogenannte "Spange" wurde von der Adalbertstraße aus über den vorhandenen Bolzplatz zum Schulhof angelegt.
Der zweite Rettungsweg für die Schule konnte wie vorgesehen durch Herstellung einer geschlossenen Trägerbohlwand hergestellt werden, damit besteht auch eine blickdichte Trennung zwischen Schulhof und Hauptbaugrube.
Um den Baustellenverkehr außerhalb der öffentlichen Straßen abwickeln zu können, wurde parallel der Adalbertstraße eine Baustraße errichtet.

Auch der Containerstandort Karlstraße/Adalbertstraße muss während der gesamten Bauzeit aufgeben werden. Ersatzstandorte befinden sich in der Adalbertstraße 60, Auenstraße 9, Moritzstraße 21, Andreasstraße 17, Nettelbeckufer 2 und in der Marie-Elise-Kayser-Straße. (Nach Abschluss der Baumaßnahmen - 2019 - wird ein unterirdischer Container an gleicher Stelle errichtet.)

Die Behelfsbrücke über die Gera für die Sicherstellung des Fußgänger- und Radfahrverkehrs bei Sanierung der Karlsbrücke (Baubeginn März 2018) wurde ebenfalls fristgerecht errichtet und konnte noch vor Weihnachten genutzt werden.

Was wird alles gebaut?

Das unterirdische Bauwerk des Regenüberlaufbeckens wird in etwa 6 bis 8 m Tiefe errichtet und die darüber liegende Fläche nach Fertigstellung und Überdeckung wieder als Schulhof genutzt werden können. Als Zugang und zur Aufnahme der Schaltanlagen ist ein kleiner Hochbauteil mit separater Zufahrt für die Servicefahrzeuge des Entwässerungsbetriebes erforderlich.

Zur Maßnahme gehören weiterhin der Einbau eines Drosselbauwerkes in die Adalbertstraße, Notüberlauf­schächte in Karlstraße und Nettelbeckufer sowie der Bau eines Drosselbauwerkes mit zuführendem Düker unter der Gera im Nettelbeckufer für den Hauptsammler 13. Für die Errichtung dieser Bauwerke und der verbindenden Kanäle sind darüber hinaus technologische Umverlegungen von Wasser- und Gasleitungen und im Anschluss die Wiederherstellung der Straßenflächen von Karlstraße und Adalbertstraße sowie des Schulhofes erforderlich.
Dieser umfangreiche Tiefbau zieht den grundhaften Ausbau der Karlstraße einschließlich des Knotens Adalbertstraße als separate Maßnahme nach sich.

Hinzu kommt durch die Bereitstellung von Fördermitteln für das Jahr 2017 die Möglichkeit des Ausbaus der Karlsbrücke im Rahmen einer grundhaften Sanierung. Die Stadt wird daher die Gelegenheit nutzen und parallel zum Bau des Beckens des Entwässerungsbetriebes die Karlsbrücke zu sanieren.

Weitere periphere Maßnahmen im Bereich sind die Herstellung des Parkplatzes Adalbertstraße, des Geraradweges im Nordpark, die Generalsanierung des Schulteils der Gemeinschaftsschule Am Nordpark sowie die Verlegung neuer Mittelspannungskabel und einer Gasleitung im Geraradweg bis zum Nordbad.

Untergliedert in Teil- und Vergabeabschnitte müssen diese vielfältigen Maßnahmen eng koordiniert werden – es soll daher immer wieder aktualisiert berichtet und im Vorfeld zu der etwa dreijährigen Baustelle vorinformiert werden.

Bauablauf

Die Baumaßnahmen werden in Abschnitten, beginnend ab 2. Quartal 2017, bis etwa Ende 2019 zu realisie­ren sein. In diesen fast drei Jahren ist mit unterschiedlichen Bauzuständen je nach Erfordernis zu rechnen. Dabei werden insbesondere für die Anlieger aber auch die großräumigeren Verkehrsverbindungen jeweils Einzellösungen geschaffen werden. Ziel ist, diese Baumaßnahmen im Vorfeld der für die Bundesgar­tenschau 2021 weiteren erfolgenden Gestaltungsmaßnahmen des Nordparkes abzuschließen und mit der Inbetriebnahme des Beckens eine wesentliche Verbesserung der Qualität des abzuschlagenden Mischwas­sers in die Gera durch Schmutzfrachtrückhalt zu erreichen.

Folgende Maßnahmen und Bauzeiträume für das RÜB sind gegenwärtig vorgesehen:

  • Los 1: Baumfäll- und Rodungsleistungen (bereits ausgeführt)
  • Los 2: Umverlegungsleistungen/Baufeldfreimachung (bereits ausgeführt)
  • Los 3.1: RÜB Karlstraße/Trennbauwerk HS 10 Adalbertstraße-Bauteil, September 2017 bis Mai 2019
  • Los 3.2: RÜB Karlstraße/Trennbauwerke HS 1,10,13  – Maschinentechnik, EMSR, Juli 2018 bis Dezember 2019
  • Los 4: Trennbauwerk HS 13 Nettelbeckufer/Geradüker DN 1400 Sb Bauteil, Verkehrsflächen, Restleistungen, 2018 bis Dezember 2019
  • Los 5: Umsetzung Lutherdenkmal in die Barfüßerruine (bereits ausgeführt)

Bauschwerpunkte

Januar/Februar/März 2018:

  • bis 10. KW: Fertigstellung der Baugrube RÜB mit Aushub bis UK Bodenplatte, Vorbereitung der Wasserhaltung, Errichtung Treppenturm
  • ab Mitte März (alles unter Vorbehalt frostfreies Wetter) Herstellung der Bodenplatte RÜB
  • ab 3. KW: parallel zum RÜB, Herstellung der Bodenplatte mit anschließender Errichtung der aufgehenden Wände im Trennbauwerk HS10

 

Baufotos

Vorschau auf das aktuelle Quartal

Was kommt im Detail auf die Anwohner, Schüler, Passanten zu?

Im ersten Quartal 2018 ändert sich für die Betreffenden im Umfeld der Baustelle nichts.
Die Arbeiten des Los 3.1: RÜB Karlstraße/Trennbauwerk HS 10 Adalbertstraße-Bauteil mit der Erstellung der Hauptbauwerke westlich der Gera werden planmäßig fortgesetzt. Die Querung der Gera mit Düker und das Errichten des Trennbauwerkes im Nettelbeckufer können erst Mitte 2018 beginnen und sind daher in der beigefügten Übersichtsskizze nicht dargestellt.

Im 2. Quartal 2018 werden die Sanierungsarbeiten an der Karlsbrücke unter Vollsperrung der Brücke beginnen. Informationen über Bauzeit, Baustelleneinrichtung und Verkehrsführung/Umleitungen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Skizze Baustellenbereich Los 3.1/RÜB Karlstraße
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Der Bauabschnitt des Los 3.1 beinhaltet

  • die Errichtung des Regenüberlaufbecken (RÜB) Karlstraße 2.600 m³ ohne MTA/EMSR
  • die Errichtung des Trennbauwerkes HS 10 Adalbertstraße mit anteiliger technischer Ausrüstung
  • das Errichten des Schacht Notüberlauf HS 10 mit Fortführen/Anschluss
  • den Neubau eines Auslaufbauwerkes HS13 in die Gera
  • die Herstellung/Einbindung verbindender Kanäle DN 1.500 Sb, 1.200 Sb, DN 600 PE‑HD sowie von Abwasserdruckleitungen DN 300 PE, DN 400 PE und DN 200 PP
  • das Verlegen von Leerrohren für zukünftige EMSR-Ausrüstung
  • das Herstellen eines Hochbauteiles zum RÜB
  • das Herstellen grundhaft ausgebauter Oberflächen des Schulhofes sowie zugehörige Außenanlagen.

Wie zur Bürgerinformationsveranstaltung am 22.08.2017 dargestellt begannen ab Oktober die bezüglich der Belästigungen für die Anwohner schwierigsten Monate im Bereich der Karlstraße. Die lärmintensiven Bohrtätigkeiten für die Großbohrpfähle sind abgeschlossen, Herstellung der Rückverankerungen und Aushub sind die nächste Etappe. Etwa ab März 2018 wird die Bodenplatte betoniert werden, die Fertigstellung der Decke wird etwa im September 2018 erfolgt sein.

Womit ist zu rechnen?

Jede Bauphase wird ihre eigenen Anforderungen stellen und variierende Auswirkungen auf Verkehr, Parken im Gebiet, Belästigung mit Lärm und Staubentwicklung mit sich bringen. Für diese zahlreichen Einzelprobleme werden von den Mitarbeitern des Tiefbau- und Verkehrsamtes und des Entwässerungsbetriebes sowie den beteiligten Baupartnern jeweils Einzellösungen vorgedacht und realisiert, die die mit der Baudurchführung verbundenen Schwierigkeiten minimieren helfen. So sind intensive Abstimmungen mit der Schulleitung der Gemeinschaftsschule Am Nordpark, den Anliegern, der Kindestagesstätte Am Nordpark sowie den zuständigen Ämtern der Stadt in Durchführung.

Alle am Bau Beteiligten sind sich der auch für die Anwohner schwierigen Situation bewusst und bemüht, die unvermeidbaren Beeinträchtigungen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Mit Ende der Bohrarbeiten hoffen wir die aktuelle Lärmbelästigung wesentlich zu reduzieren.

Allen Anwohnern und Schülern danken Bauherr und Ausführende für Ihr bisheriges Verständnis und die Unterstützung des Vorhabens. Auch das neue Jahr 2018 wird Einschränkungen und Belästigungen mit sich bringen, wir werden diese gemeinsam meistern.

Begleitende Maßnahmen

Im Gebiet sind eine Reihe von weiteren teilweise gleichzeitig laufenden Bauarbeiten vorgesehen:

  • Sanierung der Karlsbrücke
  • Generalsanierung des Schulteils der Gemeinschaftsschule Am Nordpark
  • Neugestaltung des gesamten Schulgeländes der Gemeinschaftsschule Am Nordpark
  • grundhafter Ausbau und Neugestaltung der Karlstraße
  • Wiedererrichtung des demontierten Lutherdenkmals in der Karlstraße
  • Herstellung eines Parkplatzes zwischen Adalbertstraße und Gemeinschaftsschule Am Nordpark

Änderung der Verkehrsführung

Mit dem Beginn des Loses 2 – Umverlegungsleistungen/Baufeldfreimachungen – wurde es notwendig, die Karlstraße zwischen dem Nettelbeckufer und der Adalbertstraße für den Kfz-Verkehr ab dem 19. Juni 2017 zu sperren. Die Umleitung erfolgt über das Nettelbeckufer und die Adalbertstraße in Richtung Talstraße. Für Fußgänger und Radfahrer ist die Karlsbrücke noch bis etwa Ende Februar benutzbar.

Der Geraradweg ist im Bereich der Karlstraße unterbrochen. Die Umleitung führt großräumig über die Waldemarstraße und Auenstraße. In Höhe des Nordbades kann auf den Geraradweg wieder aufgefahren werden.

Ab 06.11.2017 haben die Bauleistungen für die Errichtung einer Behelfsbrücke über die Gera nördlich der Karlsbrücke in Höhe Gemeinschaftsschule begonnen. In Vorbereitung des Baubeginns ab März 2018, für die Sanierungsleistungen an der Karlsbrücke unter Vollsperrung, entsteht hier eine Ersatzwegebeziehung zwischen Nettelbeckufer und Nordpark für Fußgänger und Radfahrer.

Die Umleitungen sind ausgeschildert.

Ansprechpartner und Kontakt

Für Rückfragen und Auskünfte steht das Tiefbau- und Verkehrsamt, Tel. 0361 655-3101 und der Entwässerungsbetrieb, Tel. 0361 655-3561 zur Verfügung.