Naturnahes Grün statt Beton und Asphalt: Erfurter Projekt „Natur in Graue Zonen“ erhielt Auszeichnung

07.02.2017 13:04

Vergangenen Dienstag, dem 31.01.2017, zeichnete Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in Berlin die Kampagne „Natur in Graue Zonen“, ein Modellprojekt des Wissenschaftsladens (WILA) Bonn e. V., als Jahresprojekt 2016 der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ aus. Die Jury hatte mit ihrer Entscheidung vor allem die Idee gewürdigt, in den Städten Erfurt, Duisburg und Wiesloch Bürgerstiftungen und Unternehmen zum gemeinsamen Handeln für mehr Grün und biologische Vielfalt zusammenzubringen.

Innerstädtische Gewerbeflächen ohne Funktionseinbußen und zum Nutzen für die Allgemeinheit entsiegeln und zu grünen Oasen umgestalten

Drei Herren und eine Dame auf der Bühne des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Links das Rednerpult.
Foto: Hohe Ehrung in Berlin: Umweltstaatsminister Jochen Flasbarth überreicht Michaela Shields vom Wissenschaftsladen (WILA) Bonn e. V., Jörg Lummitsch (BürgerStiftung Erfurt) und Frank Mittelstädt (BürgerStiftung Erfurt) die Auszeichnung für das Projekt „Natur in Graue Zonen“ Foto: © Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit / /Florian Gaertner

Die Initiative habe gezeigt, so Flasbarth, dass es vielerorts durchaus möglich ist, innerstädtische Gewerbeflächen ohne Funktionseinbußen und zum Nutzen für die Allgemeinheit zu entsiegeln und zu grünen Oasen umzugestalten. Deswegen sei die Kampagne besonders beispielhaft gewesen, zukunftsweisend und vor allem sei sie zur Nachahmung empfohlen.

Bestätigen konnten dies auch Jörg Lummitsch, Amtsleiter des Umwelt- und Naturschutzamt der Landeshauptstadt Erfurt und Landschaftsarchitekt Frank Mittelstädt, beide  BürgerStiftung Erfurt, die die Auszeichnung in Berlin entgegengenommen hatten: „Es gibt viele solcher Flächen in Erfurt“, so Lummitsch, „dort wo früher noch grauer Asphalt vor sich hin schlummerte, stecken jetzt Wildrosensträucher in der Erde“. „Begonnen hatten wir die Umsetzung des Projektes gemeinsam mit der WBG Erfurt im Jahre 2014 mit einem Pflanzfest am Juri-Gagarin-Ring“, ergänzt zudem Mittelstädt, „angeschlossen hatten sich auch die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft (Kowo), das Gartencenter Zimmermann GmbH , das Trägerwerk Soziale Dienste in Thüringen GmbH , die Volkshochschule, Cafe Nerly, Kakteen-Haage und die Nordwand Erfurt GmbH“.

Die Beratung und die Erstellung der Gestaltungspläne für die Begrünung mit einheimischen Pflanzen übernahmen in Erfurt die Firmen „custom.green.concept“ sowie „Naturnahe Grünplanung Steininger“. Während die Entsiegelung von den Unternehmen selbst getragen wurde, erfolgte die Bepflanzung jeweils gemeinsam mit Erfurter BürgerStiftung.

Das Projekt wurde mit Bundesmitteln aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 1.000 Euro verbunden.

Über die UN-Dekade Biologische Vielfalt

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will damit die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen.

In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen.