Umgestaltung Benediktsplatz

Die Stadt Erfurt plant für 2020 die Um- und Neugestaltung des Benediktsplatzes zwischen Michaelisstraße, Kreuzgasse, Krämerbrücke, Rathausbrücke, Rathausgasse und Fischmarkt.

Ausgangslage

eine Darstellung des sanierten Platz umrahmt von historischen Gebäuden
Foto: Visualisierung Umgestaltung Benediktsplatz Foto: © Planungsbüro Poch+Zänker GmbH

Er ist Sammelpunkt für Touristen, das Tor zur Krämerbrücke und wichtiger Standort für Gastronomen. Hier kreuzen sich zwei Fernradwege, Besucherströme, Anlieger- und Lieferverkehr. Auf einer Fläche von rund 800 Quadratmetern vereint der Benediktsplatz unzählige Funktionen. Gerecht kann er ihnen aufgrund seines baulichen Zustands kaum noch werden: Die teils mehrere Zentimeter hohen Bordsteine agieren als Stolpersteine, die unterschiedlichen Oberflächenmaterialien wirken unruhig, die Asphaltfläche im Platzinneren wie ein Flickenteppich. Nicht nur kosmetisch besteht Aufholbedarf. Auch im Untergrund und in Sachen Beleuchtung benötigt der Platz eine grundlegende Sanierung. Die beginnt planmäßig am 30. März 2020.

Straßenbau

Die asphaltierte Platzinnenfläche erhält ein Basaltkleinsteinpflaster mit gesägter und geflammter Oberfläche. Der Naturstein zeichnet sich durch eine gute Befahr- und Begehbarkeit aus. Die Gehwege sowie die Flächen vor den Häusern bekommen – in Anlehnung an die Seitenbereiche der Michaelisstraße – ein Granitkleinpflaster mit gesägter und gestockter Oberfläche. Die Anschlüsse in Richtung Michaelisstraße, Fischmarkt und Rathausgasse orientieren sich an den dortigen Oberflächen, die bereits saniert wurden. In diesen Bereichen wird Granitgroßpflaster im jeweils passenden Farbton verlegt. Auch die Wahl der Borde soll Passanten mit eingeschränkter Mobilität die Nutzung des Platzes erleichtern. Noch wechseln sich hohe und tiefe Bordsteine ab. Zukünftig wird der Platz an drei Seiten von Borden mit einer durchgängigen Anschlagshöhe von drei Zentimetern umrahmt. So wurde es in Abstimmung mit der Arbeitsgruppe barrierefreies Erfurt festgelegt.

Die Historie des Platzes spiegelt sich in einem besonderen gestalterischen Höhepunkt wider: Der Grundriss der Benediktikirche wird mit einem Naturstein dargestellt, der sich vom Rest der Oberfläche absetzt. Das Gotteshaus prägte mehrere Jahrhunderte lang das Bild des Benediktsplatzes und bildete gemeinsam mit der Ägidienkirche einen imposanten Rahmen für die Krämerbrücke.

Leitungsbau

Der Platz erhält nicht nur einen neuen Belag. An der Komplexmaßnahme sind zahlreiche Versorger beteiligt. Alle Gasleitungen im Platzbereich werden von den Stadtwerken ausgetauscht, ein Gebäude erhält einen Fernwärmeanschluss, Leerrohre für Fernmeldekabel und die Kabel selbst werden verlegt. Im Rahmen der Suchschachtungen wurde deutlich, dass die vorhandenen Stromanlagen deutlich zu nah an der Oberfläche liegen. Der Ersatzneubau wird von den Stadtwerken realisiert. Die ThüWa wechselt an zwei Stellen die Schieber und erneuert ein Teilstück der Trinkwasserleitungen. Der zehn Meter lange Abschnitt wurde nicht erneuert, als die Leitungen zwischen 1999 und 2017 auf den neuesten Stand gebracht wurden. Die Telekom ersetzt einen alten Kabelschacht und verlegt Leerrohre, in die neue Kabel eingespeist werden. Für die Kabel der neuen Beleuchtung werden durch die Stadt Erfurt Schutzrohre mit entsprechenden Kabelziehschächten verlegt.

Beleuchtung

Die neue Beleuchtung soll zeitlos sein und sich harmonisch in das Bild der umliegenden Gebäude einfügen, die aus verschiedenen Epochen stammen.  Im südlichen Platzteil, dort, wo sich die Erfurt Tourist Information befindet, soll die Abspannungsbeleuchtung von Marktstraße und Rathausbrücke fortgeführt werden. Die eigentliche Platzfläche soll durch eine Abspannungsbeleuchtung mit zwei Leuchten ausgeleuchtet werden. Eine weitere kurze Abspannung soll am Anfang der Kreuzgasse die dort vorhandene Wandauslegerleuchte ersetzen und für eine bessere Ausleuchtung sorgen.

Ausstattung

Das begrenzte Platzangebot und der hohe Nutzungsdruck haben die Planer vor Herausforderungen gestellt. Grüner sollte der Platz werden, doch der ursprünglich vorgesehene Baum kann nicht gepflanzt werden. Die Suchschachtungen haben ergeben, dass die Mauer- und Fundamentreste der Benediktikirche einen großen Teil des Platzes belegen. Sie so abzutragen, dass zwölf Kubikmeter große Baumgruben entstehen können und dabei der Denkmalschutz gewahrt wird, war nicht möglich.
Auch die Ausstattung musste behutsam gewählt werden. Bodenhülsen für die Sonnenschirme der Außengastronomie werden ergänzt beziehungsweise erneuert. Zwei Abfallbehälter sorgen für Ordnung. Die Suche nach Standorten für Sitzmöglichkeiten war aufgrund der Platzsituation schwierig, aber von einem kleinen Erfolg gekrönt: Zwei Hockerbänke werden vor der Tourist Info aufgestellt. Für Radparker hingegen konnte keine Lösung gefunden werden.

Die Polleranlage Richtung Fischmarkt wird ausgetauscht. Die Oberfläche wird anschließend mit dem bestehenden Granitpflaster wiederhergestellt.

Neue touristische Informationstafeln sollen es Besuchern leichter machen, sich zu orientieren und Wissenswertes zu erfahren.

Bauzeit

30. März 2020 bis voraussichtlich November 2020

Kosten und Fördermittel

Gesamtkosten: ca. 1,5 Millionen

EFRE-Fördermittel: 531.800 Euro

Downloads

verschiedene Umleitungspläne für Fußgänger, Radfahrer und den Kraftfahrzeugverkehr

Benediktsplatz – Verkehrsführung während der Bauzeit

Dateigröße: 2.8 MB | Dateityp: pdf | Dokument nicht barrierefrei

Herausgeber: Stadtverwaltung Erfurt
Redaktion: Tiefbau- und Verkehrsamt

Ein Umleitungsplan

PDF-Dokument Zeichnung

Benediktsplatz – Lageplan Gestaltung Oberfläche

Dateigröße: 5.2 MB | Dateityp: pdf | Dokument nicht barrierefrei

Herausgeber: Stadtverwaltung Erfurt
Redaktion: Tiefbau- und Verkehrsamt

ein Lageplan mit Darstellung der verschiedenen Oberflächenmaterialien