Kampagne #erfurtstadtraum

Stadtverwaltung Erfurt startet Kampagne #erfurtstadtraum.

#erfurtstadtraum: Sensibilisieren – Motivieren – Umdenken!

Ein gelbes Plakat mit schwarzer Schrift zum Thema "Ich werde immer fetter!"
Bild: Mit dem Motiv "Ich werde immer fetter!" startet die Kampagne #erfurtstadtraum. Bild: © Stadtverwaltung Erfurt

Der öffentliche Stadtraum ist für alle da. Kritisch fällt deshalb der Blick ins Erfurter Stadtgebiet aus, wo aktuell ein Großteil der öffentlichen Fläche von parkenden Pkw besetzt wird. Gemeinschaftsfläche? Fehlanzeige! Es besteht Handlungsbedarf. Im Hinblick auf das Ziel, Erfurt zu einer nachhaltigen, umweltfreundlichen, emissionsfreien und lebenswerten Stadt zu entwickeln, ist Umdenken gefragt.

Kampagnenziel

Die Kampagne #erfurtstadtraum möchte die Erfurter für das Thema „Flächengerechtigkeit“ sensibilisieren. Sechs Plakatmotive bringen dabei  die Problematik der ungerechten Flächenverteilung auf den Punkt. Sie sollen motivieren, das eigene Mobilitätsverhalten zu überdenken oder gar zu verändern. Denn: Freie Flächen bringen Mehrwert und Lebensqualität für die und alle, die im Stadtgebiet unterwegs sind. Die Plakatmotive wechseln monatlich. Doch das Thema bleibt: die Anzahl der Pkw wird immer höher und sie nehmen zu viel öffentlichen Stadtraum ein!

Kampagnenmotive

Bild: Mit dem Motiv "Ich werde immer fetter!" startet die Kampagne #erfurtstadtraum. Bild: © Stadtverwaltung Erfurt

Motiv Januar: „Ich werde immer fetter!“

Seit den 90er Jahren werden Neuwagen stetig größer und auch die Anzahl der Pkw nimmt kontinuierlich zu. In den letzten 30 Jahren sind sie bis zu 20 Zentimeter breiter und auch immer länger geworden. Der Trend setzt sich fort. Hinzu kommt der vermehrte Besitz von sogenannten „Sport Utility Vehicle" (SUV). SUV stellen mittlerweile die größte Gruppe der neu zugelassenen Autos in Deutschland dar. Mit 1.127.611 Neuzulassungen in 2019 wurde sogar die Millionenmarke geknackt.

Das führt im Straßenverkehr und vor allem in Innenstädten und Wohngebieten zu Platzproblemen. Denn die nötigen Parkflächen wachsen nicht mit. Geht man von einem Parkplatz mit einer normalen Größe von 2,30 Meter in der Breite und 5 Metern in der Länge aus, überschreiten etwa 15 Prozent der heutigen Pkw-Modelle die Parkflächenmarkierung. Möchte der Fahrer dann noch aussteigen, wird es schwierig.

Ebenso verhält es sich mit den Straßen in den Gründerzeitvierteln und der Altstadt von Erfurt. Auch dort wachsen die Flächen zum Parken nicht mit. Und das wird zum Problem, denn das „Straßenrandparken“ ist die häufigste Parkform in der Landeshauptstadt. 39 Prozent aller Erfurter nutzen einen Parkplatz im öffentlichen Straßenraum. Im Stadtzentrum sind es sogar 42 Prozent. Parken Fahrzeuge am Straßenrand steht ihnen offiziell nur ein Platz von zwei Metern Breite zur Verfügung. Die Länge der Parkflächen richtet sich hingegen nach der Größe der Pkw. Im Ergebnis heißt das auch für Erfurt: Der öffentliche Stadtraum wird aufgrund der größer und zahlreicher werdenden Autos immer weniger! Unsere Autos parken unsere Straßen zu!

Platz für alle!

Was wäre, wenn...?

Was wäre, wenn der öffentliche Stadtraum für alle Erfurter gleichermaßen zur Verfügung stehen würde?

Einzelne Projekte der Stadtverwaltung Erfurt zeigen schon jetzt, was möglich ist und was mit einem veränderten Mobilitätsverhalten zukünftig noch geschaffen werden könnte:

  • grüne Oasen mitten in der Stadt,
  • hübsch gestaltete Plätze, um sich auszuruhen und das gesellige Stadtleben um sich herum zu genießen,
  • breite und verkehrssichere Wege, um mit dem Rad oder zu Fuß die Stadt zu erkunden.
Foto: Mit der Erschließung der nördlichen Geraaue entstand ein weiträumiger Landschaftspark mitten in der Stadt. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Auenstraße (Nördliche Geraaue)

Eine grüne Oase für Erholung und Bewegung im Erfurter Norden, das war und ist bis heute die Bestimmung des Nordparkes. Eine große Einschränkung bis zum Frühsommer 2021: der Kfz-Verkehr auf der Auenstraße, die den Park in der Mitte durchquert.

Im Rahmen der Buga 2021 legte die Stadt Erfurt Hand an und sanierte die Parkanlage grundhaft. Die Auenstraße erhielt dabei besondere Aufmerksamkeit. Mit ihrer Umgestaltung zum 4,50 Meter breiten Gera-Radweg ist sie heute nur noch für Fußgänger und Radfahrer nutzbar. Das macht den Nordpark nun einmal mehr zu einem attraktiven Naherholungsgebiet für die Erfurter.

Foto: Wie könnte die "Clara" einmal aussehen? Eine Visualisierung zeigt eine Alternative zum jetzigen Erscheinungsbild. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Clara-Zetkin-Straße

Wie kann sich Erfurt zu einer klimaneutralen und noch lebenswerteren Stadt entwickeln? Die Umgestaltung der „Clara“ ist ein Pilotprojekt, das diese Frage beantworten könnte. Ziel ist es, die Clara-Zetkin-Straße für Bewohner und Anlieger attraktiver sowie für alle Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen. Zudem soll die „Clara“ ihren ehemals grünen Charakter wiedererlangen.

Mittels Verkehrsversuch bis 31.03.2022 werden verschiedene Möglichkeiten auf den Prüfstand gestellt.

Alternativen zum Pkw

Schon einmal darüber nachgedacht?

Monatlich kostet ein Kleinwagen mindestens 200,00 Euro. Je größer das Auto ist, desto höher werden auch die Unterhaltskosten. Sie berechnen sich aus Anschaffungs-, Fix- und Betriebskosten. Auf das Jahr gerechnet sind das dann mindestens 2.400,00 Euro, die fürs Tanken, für Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung und Co. ausgegeben werden müssen. Flexibel mobil zu sein, geht auch günstiger! Vor allem wenn man bedenkt, wie lange ein Auto ungenutzt herumsteht.

Foto: Carsharing ist ein flexible Alternative, um in Erfurt mobil zu sein. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Unterwegs mit dem TeilAuto

Carsharing ist eine nachhaltige und vergleichsweise günstige Alternative zum eigenen Pkw. Auch im Erfurter Stadtgebiet gibt es zahlreiche TeilAuto-Stationen mit Fahrzeugen für jeden Verwendungszweck. Ob lange oder kurze Strecken, Stunden oder Minuten, die Nutzung kann individuell festgelegt werden. Einzig eine Registrierung beim Anbieter ist nötig, dann kann losgefahren werden. Wo? Nachfolgend geht’s zu den Standorten der „Leihfahrzeuge“ in Erfurt.

Foto: Der Ausbau der Rad- und Fußweginfrastruktur hat in Erfurt hohe Priorität. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Unterwegs mit Fahrrad und zu Fuß

Individuell, günstig und gesund ist die Fortbewegung mit dem Rad oder zu Fuß. Vor allem Wege in der Innenstadt können so am schnellsten – ohne lästige Parkplatzsuche oder nervigen Stau – genommen werden. Und das Plus: extra Bewegung hält fit und gesund.

Neben dem neu ausgebauten Geraradweg und weiteren touristischen Radwegen- die die Landeshauptstadt durchqueren – gibt es zahlreiche Radrouten für die Alltagsradler. Und Erfurt denkt weiter: Auch zukünftig liegt die Optimierung und das Umsetzen des Radverkehrskonzepts im Fokus der Stadtverwaltung. Dabei haben die Planer auch die Belange der Fußgänger im Blick, um Konfliktpotenzial zwischen Fußgängern und Radfahrern zu minimieren.

Foto: Erfurt bietet ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / R. Kaufmann

Unterwegs mit dem ÖPNV

Erfurt verfügt über ein sehr gut ausgebautes und engmaschiges ÖPNV-Netz mit insgesamt 794 Haltestellen. Die 79 Straßenbahnen und 70 Busse fahren innerhalb weniger Minuten von A nach B. Der ÖPNV ist eine umweltfreundliche Alternative, sich schnell und flexibel im Stadtgebiet zu bewegen.

Übrigens: Abo-Angebote der EVAG sind teilweise mit günstigen Carsharing-Konditionen verknüpft.

Foto: Ein modernes Parkleitsystem führt Autofahren zu den zahlreichen Park & Ride-Parkplätzen im Stadtgebiet. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Park & Ride

Erfurter, Pendler und Besucher, die nicht auf ihr Auto verzichten können, haben die Möglichkeit ihren Pkw auch außerhalb der engen Erfurter Innenstadt abzustellen. Park & Ride-Parkplätze (Link zu Karte mit ausgewiesenen Parkplätzen) im städtischen Umfeld bieten ausreichend Platz. Sind gut an den ÖPNV angebunden. Der fährt regelmäßig und zuverlässig in die Innenstadt.

Parallel haben viele Garagen und Parkhäuser (Link Parkhäuser SWE etc.) in der Innenstadt noch Reserven. Dort können Parkplätze angemietet werden. Die Fahrzeuge stehen sicher und geschützt. Der dadurch freigewordene Raum innerhalb der Stadt könnte dann attraktiver für die gesamte Bevölkerung gestaltet werden.