Erfurter Stadtgoldschmiedin 2020: Alexandra Bahlmann

Die in München lebende Alexandra Bahlmann ging aus einem hochkarätigen Bewerberfeld als Gewinnerin hervor.

Alexandra Bahlmann

Porträt einer Frau, die Schmuck und eine Brille trägt.
Foto: Die in München lebende Schmuckkünstlerin Alexandra Bahlmann Foto: © Johannes Rodach, München

Die Gewinnerin Alexandra Bahlmann (geboren 1961) wurde vielfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet und gilt in Fachkreisen als Ausnahmetalent. Sie lehrt an renommierten Hochschulen und Akademien für Schmuck. Als Schmuckkünstlerin hat sie sich vor allem einem Thema verschrieben: der Halskette. Kulturhistorisch betrachtet ist Halsschmuck eine sehr alte Form des Schmucks. Alexandra Bahlmann vermag es, diese Form immer wieder auf überraschende Weise zu interpretieren, mal sehr schlicht, dann wieder opulent. Ihr künstlerischer Ansatz kann als klassisch beschrieben werden. Ihr Credo lautet: Schmuck muss tragbar sein und aus edlen Materialien wie Gold, Silber, Palladium und Edelsteinen bestehen. Wie sie damit umgeht, hat „Vorbildfunktion“ (Rüdiger Joppin).

 Beruflicher Werdegang

  • 1990 Diplom
  • 1987–89 Akademie der Bildenden Künste, Klasse für Schmuck und Gerät bei Hermann Jünger, München
  • 1984–87 Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam, Gestaltung von Metallen und Kunststoffen bei Onno Boekhoudt und Joke Brakman in Amsterdam, Niederlande
  • 1980–83 Goldschmiedelehre bei Peter und Marie Hassenpflug, Düsseldorf, Gesellenbrief

 Lehrtätigkeit

  • 2014–15 Workshops, Akademie für Gestaltung und Design, Handwerkskammer für München und Oberbayern
  • 2004–05 Lehrerin für Gestaltung, Staatliche Zeichenakademie Hanau
  • 2003 Gastprofessorin, Rhode Island School of Design, Providence, USA 2001
  • Gastdozentin, Rhode Island School of Design, Providence, R. I., USA
  • 1998 Workshop, Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design, Halle/Saale
  • 1997 Gastdozentin, Rhode Island School of Design, Providence, USA
  • 1994 Gastdozentin, Fachhochschule Pforzheim
  • 1993 Gastdozentin, Fachhochschule Düsseldorf

 Preise und Auszeichnungen

  • Preise/Auszeichnungen: 2000 Innovationspreis des 1. Inhorgenta-Design-Podiums, München
  • 1997 Hessischer Staatspreis für das Kunsthandwerk, Frankfurt a. M.
  • 1994 Bayerischer Staatsförderpreis für junge Künstler, München
  • 1992 Förderpreis der Stadt München
  • 1990 Herbert-Hofmann-Gedächtnispreis, Internationale Handwerksmesse, München; Bayerischer Staatspreis, Internationale Handwerksmesse, München; Debütantenpreis der Akademie der Bildenden Künste, München
  • 1989 Jugend-Gestaltet-Preis, Internationale Handwerksmesse, München

Tagebuch der Stadtgoldschmiedin

©  Volker Atrops

Stadtgoldschmiedin Alexandra Bahlmann: Prominenter Besuch in den Künstlerwerkstätten

Tagebuch: 08.09.2020 17:00

Vorletzte Woche hatten wir in der Lowetscher Straße prominenten Besuch: Volker Atrops, Erfurter Stadtgoldschmied 2009 und Symposiumsteilnehmer 2006. Volker habe ich während meines Münchner Studiums kennengelernt, also vor über 30 Jahren. Er spricht noch immer das breite Rheinländisch, das mir damals in München schon so positiv auffiel, und mich auch diesmal sofort erfreute, entspannte und vertraut machte. Schließlich ist es mein Heimatsound, den ich in dieser schönen Form seit 40 Jahren nur selten höre. Volker kam nach Erfurt um einen Beitrag für die Metall-Biennale-Litauen fertig zu stellen, die dieses Jahr unter dem Motto Metallophon, im Litauischen Nationalmuseum in Vilnius stattfinden wird.

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©  Alexandra Bahlmann

Stadtgoldschmiedin Alexandra Bahlmann: … was von hier und was von mir …

Tagebuch: 10.08.2020 11:24

Gestern, am 6. 8., war Tag der offenen Tür in den Künstlerwerkstätten. Es war heiß. Mein Schmuck war wegen der Coronabestimmungen draußen auf 3 Stahltischen unter 2 Sonnenschirmen ausgestellt. In kleinen Gruppen und mit Maske konnte man die Goldschmiede betreten und nachvollziehen, wie ich arbeite. Im hinteren Gebäude konnte man einige engagierte Klöpplerinnen besuchen, sehen wie ihre feinen, textilen Konstrukte auf walzenförmigen Kissen entstehen, und ihre Werke bewundern. Wir sahen uns nicht gerade einem Publikumsansturm gegenüber, aber dafür gaben uns hochkarätige und sehr sympathische Vertreter und Vertreterinnen der Stadt und der kreativen Szene die Ehre.

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©  Alexandra Bahlmann

Stadtgoldschmiedin Alexandra Bahlmann: Himmel über Erfurt

Tagebuch: 17.07.2020 07:14

Für mich ist der Aufenthalt in Erfurt ein bisschen wie im Himmel sein. Ich kann mich eher mit Experimenten als mit Schmuckproduktion beschäftigen – so viel Zeit und Raum dafür war schon lange nicht mehr. Ich wohne mitten in der Altstadt. Viele sehr nette Menschen kümmern sich um mich und lesen mir Wünsche von den Augen ab. Das besonders tolle Fahrrad hatte ich schon erwähnt.

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©  Alexandra Bahlmann

Stadtgoldschmiedin Alexandra Bahlmann: Vermischtes

Tagebuch: 14.07.2020 08:50

Am Montag der letzten Woche habe ich die Schmuckwerkstatt ein wenig aufgeräumt und alle Felle, die ich in den letzten vier Wochen benutzt habe, ausgefegt. Felle sind die Ledersäcke unter den Buchten der Arbeitsplätze von Goldschmieden, die die Edelmetallfeilung für das Recycling auffangen. Viel Feilung bedeutet natürlich, dass man viel gearbeitet hat. Dabei haben sich Bilder ergeben, die mir gefielen. Da ich mit meinen Email-Resultaten manchmal hadere und noch nicht weiß, wohin sie mich führen werden, handelt es sich hier womöglich um einen kompensatorischen Arbeitsnachweis.

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©  Alexandra Bahlmann

Stadtgoldschmiedin Alexandra Bahlmann: Der Egapark

Tagebuch: 22.06.2020 10:06

Der Egapark ist eine Baustelle, im Aufbruch zu großer Veränderung, denn nächstes Jahr wird in Erfurt die Buga 2021 stattfinden. Trotzdem kann man, nachdem man 3 Euro Eintritt bezahlt hat, Teile des Parks besuchen und einige Bauvorhaben beobachten. Ich hörte gleich in den ersten Tagen von diesem für Erfurt wichtigen Projekt und habe dort schon zwei Nachmittage verbracht.

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©  Alexandra Bahlmann

Stadtgoldschmiedin Alexandra Bahlmann: Die Schauende und die Zurückschauenden

Tagebuch: 10.06.2020 17:00

Schon fast eine Woche hier und vollgestopft mit Eindrücken. Etwa jedes dritte Haus ein Juwel, Gebäude aus allen möglichen Epochen beladen mit faszinierenden Details, dazwischen immer ein sanft plätscherndes vielarmiges Flüsschen namens Gera, das der märchenhaften Altstadt eine heitere Milde und romantische Grundstimmung verpasst.

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Alexandra Bahlmann