Städtebauprojekt ICE-City Ost Erfurt

ICE-City - Computeranimation der geplanten Hochhäuser
Foto: Computeranimation der geplanten zukünftigen Perspektive von der Stauffenbergallee Foto: © dmaa - Delugan Meissl Associated Architekts, Wien

Mit der Fertigstellung des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 8 (VDE 8) im Jahr 2017 ist Erfurt zum ICE-Kreuz der neuen Hochgeschwindigkeitstrassen Berlin-München und Frankfurt-Dresden avanciert. Das Verkehrsaufkommen hat sich um mehr als 50 Prozent erhöht, die Reisezeiten in diese Städte haben sich auf durchschnittlich zwei Stunden verkürzt.

Die Synergieeffekte, die vom VDE 8 ausgehen, sollen für die städtebauliche und wirtschaftliche Entwicklung der Landeshauptstadt Erfurt genutzt werden. Für den Bereich "ICE-City Ost/Neues Schmidtstedter Tor" wurde ein städtebauliches Konzept mit dem Ziel erarbeitet, die überwiegend im Eigentum der DB Netz AG befindlichen Brach- und Nachnutzungsflächen im Bahnhofsumfeld einer adäquaten städtebaulichen Entwicklung zuzuführen.

Das Städtebauprojekt "ICE-City Ost" – entlang der Bahnstrecke und in fußläufiger Entfernung vom Hauptbahnhof und der Erfurter Innenstadt gelegen – soll als lebendiger Premiumstandort vielfältige Dienstleistungen, Büro- und Gewerbeflächen, Hotels, ein Tagungs- und Kongresszentrum, Gastronomie, Event- und Kulturnutzungen sowie Parkmöglichkeiten bieten. Zwei Hochhäuser werden sich als großzügig sichtbares, markantes Entree zur Altstadt und den östlichen Stadtteilen präsentieren.

Grundlage der Konzeption "ICE-City Ost" definiert ein städtebaulicher Rahmenplan, der auf dem 1. Preis eines 2012 ausgelobten Wettbewerbs basiert und weiter fortgeschrieben wurde.

Die zu entwickelnden Flächen befinden sich in den förmlich festgelegten Sanierungsgebieten KRV421 "Äußere Oststadt" und ALT489 "Bahnhofsquartier Erfurt".

Die Projektentwicklung des ca. 30 Hektar großen Areals erfolgt durch die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) und die Deutsche Bahn AG.

Angrenzend an die "ICE-City Ost" plant die Stadt Erfurt im Sanierungsgebiet "Äußere Oststadt" – dem Bereich zwischen Krämpfervorstadt und der Bahnlinie nach Nordhausen – ein neues, energieeffizientes Wohnquartier mit verschiedenen Gebäudestrukturen, Wohn- und Eigentumsformen sowie einen Stadtteilpark.

Zur strukturellen Anbindung des neuen Stadtteils soll als barrierefreie Querung über Flutgraben und Stauffenbergallee eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer – das Promenadendeck – entstehen. Sie wird die seit 1977 bestehende, stark desolate und nicht mehr heute geltenden Anforderungen entsprechende Brücke ersetzen. Realisiert wird der 1. Preis eines 2017 ausgelobten Wettbewerbs des Büros Schlaich Bergermann Partner sbp GmbH / DKFS Architects Ltd. / SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten im Zeitraum 2020/2021.

Für die das Tor zur "ICE-City Ost" bildenden zwei Hochhäuser wurde im Dezember 2019 der Realisierungswettbewerb "Atlantic Hotel & Tower Ost" entschieden, an dem sechs Planungsbüros teilgenommen haben. Das Preisgericht beschließt einstimmig den Entwurf des Büros Delugan Meissl Associated Architects aus Wien als 1. Preis.

Der erste Baustein in der "ICE-City Ost" wurde mit der Eröffnung des "prizeotels" der Economy-Design-Hotelgruppe bereits Ende 2019 in der Kurt-Schumacher-Straße gelegt. Das "prizeotel" ist das fünfte seiner Art in Deutschland.

Projektdaten

Juni 2012

Gutachterverfahren "ICE-City Ost/Neues Schmidtstedter Tor" mit vier teilnehmenden Büros.
Der 1. Preis wurde an das Büro Machleidt GmbH mit winkelmüller Architekten und sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten vergeben.

2013

Stadtratsbeschluss zum städtebaulichen Rahmenplan "ICE-City Ost/Neues Schmidtstedter Tor" am 24.04.2013 auf Grundlage des 2012 durchgeführten Gutachterverfahrens

November 2015

Überarbeitung/Fortschreibung des städtebaulichen Rahmenplans, durch den Stadtrat am 03.03.2016 beschlossen

September 2017

Realisierungswettbewerb "Promenadendeck" ICE-City Ost mit vier teilnehmenden Büros

September 2019

Realisierungswettbewerb "Atlantic Hotel & Tower Ost" mit sechs teilnehmenden Büros

Anfang 2020

Baubeginn des Promenadendecks